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NATURinFORM: Naturschutz und Nutzersicherheit im Einklang

Das Naturschutzgebiet »Die Burg« im Südosten der nordrhein-westfälischen Stadt Marl ist aufgrund seiner alten Wälder und gewundenen Bäche ein beliebtes Naherholungsgebiet. Gleichzeitig bietet es Schutz für die hier heimischen gefährdeten Tierarten wie Eisvogel, Groppe, Bachforelle oder Schwarzspecht. Auf befestigten Wegen und Stegen werden die Besucher durch das Gebiet geführt. Ein aus dem Jahr 1998 stammender Holzsteg war im Laufe der Jahre marode geworden und bedurfte der Erneuerung. Die maßgeblichen Anforderungskriterien für den neuen Belag waren die Rutschhemmung sowie die bauaufsichtliche Zulassung. Der für das Naturschutzgebiet verantwortliche Regionalverband Ruhr (RVR) entschied sich bei der Materialauswahl für einen Holzverbundwerkstoff. Verlegt wurden 145 m2 »Die Beliebte massiv« in der Farbe Braun aus dem Sortiment des fränkischen Herstellers NaturinForm.

»Der Zustand des 21 Jahre alten Steges über das Sumpfgebiet inklusive einer kleineren Brücke über den Bach erforderte eine umfassende Erneuerung der Holzbauteile. Zudem gab es in der jüngeren Vergangenheit mehrere Sturmschäden am Steg«, erläutert Christiane von Recklinghausen, die für den RVR und Ruhr Grün im Bereich der Bauwerkserhaltung tätig ist. Die Bauingenieurin koordiniert Bauprojekte und ist mit verschiedenen Vergabe-, Planungs- und Überwachungsaufgaben betraut.

»Die Stege wiesen insbesondere an dem Gehbelag aus Eichenholz sowie den Geländern die meisten Schäden auf«, ergänzt Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Harnach vom beauftragten Bochumer Ingenieurbüro für Bautechnik. »Die Längsträger (aus Holz und aus Stahl) sowie die Stahlrahmen wiesen nur geringe Schäden auf. Als Schäden an den Holzbohlen des Gehbelags waren – vorwiegend aufgrund von Feuchteeinwirkungen – Risse, Abspaltungen, Ausbrüche und Fäulnis vorhanden. In einigen Teilbereichen wurde der alte Bohlenbelag bereits durch einen darüberliegenden Bohlenbelag ersetzt. Insbesondere an den Rändern lag Algen- und Moosbefall vor. Die auf der Oberseite der Bohlen eingebrachte Riffelung war vielfach abgenutzt oder zugesetzt. Einige Verbindungsmittel hatten keinen Halt mehr im Holz und einige Bohlen wiesen Verwerfungen auf.«

Wartungsarme Ertüchtigung und Rutschfestigkeit

»Da der Gehbelag mit seinen verhältnismäßig dünnen Querschnitten ganzjährig der Witterung ausgesetzt ist, ist dieser in der Regel als Erstes zu ersetzen. Bei diesem Steg war der Belag neben den erdberührten Holzbauteilen bereits stark verwittert und zum Teil schon ausgebessert, als die Sanierung beschlossen wurde«, so Christiane von Recklinghausen. »Somit suchten wir nach einer Möglichkeit, das Bauwerk mit der Sanierung so zu ertüchtigen, dass es möglichst wartungsarm länger erhalten werden kann, obwohl durch die Lage im Wald und im Sumpfgebiet immer mit hoher Umgebungsfeuchtigkeit zu rechnen ist.« Auch die Verkehrssicherheit musste in diesem Bereich mit seinem hohen Besucheraufkommen sichergestellt werden. Daher spielte die entsprechende Rutschfestigkeit eine zentrale Rolle bei der Auswahl des geeigneten Materials.

Bauaufsichtliche Zulassung als Vergabekriterium

In diesem Zusammenhang erörterten die Verantwortlichen beim Regionalverband Ruhr, gemeinsam mit dem Ingenieurbüro für Bautechnik Harnach, verschiedene Möglichkeiten, mit anderen Materialien als mit Holz zu arbeiten. »Zeitweise wurde auch über ein reines Kunststoffprodukt nachgedacht, da es hier Produkte in der Entwicklung gibt, die aufgrund von im Material eingebauten Stahlstäben einen deutlich größeren Auflagerungsabstand zulassen«, erläutert Rüdiger Harnach. Dadurch wären weniger zusätzliche Mittelträger erforderlich geworden. Vonseiten des RVR wurde aufgrund der Lage der Gehstege im Naturschutzgebiet jedoch darauf bestanden, dass der Gehbelag Holz enthalten müsse.


Aufgrund der hohen Anforderungen an öffentlich zugängliche Bauwerke kamen nur Produkte mit bauaufsichtlicher Zulassung infrage. »RVR Ruhr Grün sieht sich in Sachen Nachhaltigkeit in einer Vorbild-Funktion, sodass die Entscheidung zugunsten eines Holz-Verbundmaterials ausfiel, wobei die Unterkonstruktion und das Geländer weiterhin in Vollholz ausgeführt wurden«, so Christiane von Recklinghausen.

Optische und technische Anforderungen erfüllt

«Bei den Gehstegen handelt es sich im Grundsatz um eine Stahl-Holz-Konstruktion«, so Rüdiger Harnach. »In einem Abstand von bis zu fünf Metern weist der Gehsteg Stahlrahmen auf, deren Pfosten in Einzelfundamenten eingebunden sind. Die außen liegenden Längsträger liegen an den Enden auf dem Querträger der Stahlrahmen auf und werden auf der Innenseite durch parallel liegende U-Profile verstärkt. Der ursprüngliche Holzbelag bestand aus sechs Zentimeter dicken Holzbohlen. Das in der Längsachse der Stege auf der Unterseite des Gehbelags befestigte Richtholz übernimmt keine Tragfunktion. Zwischen zwei Stahlrahmen liegen jeweils zwei Holzpfosten. Der Handlauf mit Schutzbrett sowie Knie- und Fußleisten sind ebenfalls aus Holz und an die anderen Elemente angeschraubt.«   

Was die Besonderheiten dieses Projektes bzw. die damit verbundenen bautechnischen Auflagen betrifft, verweist Harnach auf die Vorgaben, die ursprüngliche Optik sowie die Bauteilgliederung beizubehalten, sowie die Verwendung von Baustoffen, die für ein Naturschutzgebiet zugelassen sind. »Gefordert war ein Belag, der eine höhere Dauerhaftigkeit als der ursprüngliche Holzbelag aufweisen sollte sowie eine erhöhte Rutschhemmung«, so Harnach. »Am Ende wurde gemeinsam entschieden, die bauaufsichtlich zugelassene tragende Bodendiele ›Die Beliebte massiv‹ als neuen Gehbelag zu verwenden.« Aufgrund des in der Zulassung der Diele vorgeschriebenen, maximalen Auflagerungsabstands von 30 cm mussten weitere Holzbalken als Unterkonstruktion zwischen den Stahlrahmen eingebaut werden. Die Geländer wurden analog zum ursprünglichen Bestand erneuert, die Stahlträger wurden wiederverwendet.

Massivdiele aus Verbundwerkstoff

»Die Beliebte massiv«, eine Massivdiele aus einem laut Hersteller umweltfreundlichen Holz-Polymer-Verbundwerkstoff, verfügt bei einer Höhe von ca. 25 mm über eine Breite von 138 mm (Systembreite ca. 146 mm). Als Oberfläche steht eine fein oder grob geriffelte Seite zur Auswahl, beide sind für mehr Grip und Rutschfestigkeit gebürstet und erreichen damit laut TÜV Rheinland die hohe Rutschhemmstufe R12 und R13. Die Farbpalette ist mit Braun, Schwarzbraun, Grau, Steingrau und Anthrazit im klassischen Bereich angesiedelt; die Profile sind in Längen von ca.
4 und 6 m erhältlich.

Für alle Dielen und Fassadenprofile von NaturinForm liegen die nach internationalen Normen erstellten Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) vor. Alle Produkte werden laut Hersteller kontinuierlich Qualitätskontrollen und Belastungstests unterzogen, um eine gleichbleibend tadellose und erstklassige Holzwerkstoffqualität sicherzustellen. Das Unternehmen gibt eine fünfjährige Garantie auf seine Produkte.   J

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