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Hauff-Technik: »Neues Logistikzentrum ist das Herzstück der Zukunftspläne«

Um in der Baubranche Erfolg zu haben, muss das Gesamtkonzept stimmen. Neben Qualität, Effizienz und vielen weiteren Faktoren sind vor allem Schnelligkeit und Service immer wichtiger geworden. Ein Produkt, das heute bestellt wird, muss am besten morgen auf der Baustelle sein. Um genau diese kurzen Lieferzeiten zu bieten, hat Hauff-Technik rund 17 Mio. Euro in ein neues Logistikzentrum investiert. Anfang des Jahres wurde es in Betrieb genommen. Hauff-Technik Geschäftsführer Dr. Michael Seibold hat im baustoffPARTNER-Interview erzählt, was dieses neue Logistikzentrum ermöglicht und welche aktuellen Themen das Unternehmen beschäftigen.

Von Christine Seif

Herr Dr. Seibold, Hauff-Technik wurde bereits 1955 gegründet, wie ging die Geschichte des Unternehmens los?

Werner Hauff gründete zusammen mit seiner Frau Hilde in Heidenheim die Hauff-Technik als Spritzguss-Unternehmen für Hartmann, Bosch und andere Unternehmen in der Wirtschaftswunderzeit. Es herrschte eine typische Nachkriegssituation, der Bedarf an Spritzgussprodukten war groß. Die erste Spritzgussmaschine stand im Keller des elterlichen Gasthaus im Konzerthaus. Ende der 50er Jahre erfolgte der Umzug nach Bolheim, wo die Spritzgießerei wie auch das Wohnhaus entstanden. Es folgte ein stetiges Wachstum bis zur Übernahme durch die INDUS im Jahr 1986.

Seitdem ist die INDUS Holding AG alleinige Gesellschafterin der Hauff-Technik – was hatte diese Veränderung für Auswirkung und was bedeutet diese Zugehörigkeit für Hauff heute?

Die INDUS erwirbt in der Regel inhabergeführte Unternehmen aus dem Produktionssektor, um eine Lösung der Nachfolgeproblematik zu liefern. Wir schätzen unseren Investor für seine Besonderheit, dass er bei allen Beteiligungen dennoch die Identität und die typische mittelständische Unternehmenskultur aufrecht erhält und sie in ihrer langfristigen Ausrichtung und ihrer unternehmerischen Entwicklung unterstützt. Daher sind und bleiben wir operativ eigenständig. Die INDUS ist ein starker Partner im Rücken, der bei Expansionen, bei Bauten und bei der Internationalisierung stets ein verlässlicher Partner ist.

Hauff-Technik hat ganz klare Werte, nach denen das Unternehmen geführt wird, welche sind das und denken Sie, dass dies einer der Schlüssel zum Erfolg ist?

Wir haben sechs Unternehmenswerte für uns definiert. Diese sind ein fester Bestandteil unserer Unternehmensidentität. Mit diesen Werten definieren wir, wie wir mit unseren Kunden und uns selbst umgehen. Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg ist: trage die Veränderung mit. Denn dass sich Hauff immer wieder verändert und weiterentwickelt, steckt in der Unternehmenshistorie. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Veränderung zu verstehen, sondern mitzumachen und aktiv zu gestalten. Die starke Identifikation der Mitarbeiter zeigt sich dann, wenn sie sich selbst als ­›Hauffis‹ bezeichnen.

In diesem Jahr gab es einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Ein neues Logistikzentrum wurde in Betrieb genommen. Welche Möglichkeiten eröffnen sich dadurch für das Unternehmen?

Das Anfang des Jahres in den Betrieb genommene Logistikzentrum ist das Ergebnis von rund zwei Jahren Planung und 18 Monaten Bauzeit. Mit einer Fläche von 5 500 Quadratmetern und Kosten in Höhe von 17 Millionen Euro war es kein kleines Projekt, doch es ist das Zentrum der Zukunftspläne bei Hauff-Technik.

Neben der Versorgung der Produktion ist das Herzstück des Logistikzentrums die Auftragszusammenführung mit dem zentralen technologischen Baustein ›AZP‹ in Form eines kleinen und schnellen automatischen Hochregals für Behälter zwischen den Kommissionier- und den Verpackungsplätzen. Hier werden alle Bestellpositionen eines Kundenauftrags gesammelt und nach Vollständigkeit direkt an den Packplätzen bereitgestellt. Dabei ist es völlig egal, an ­welcher Stelle auf dem gesamten Standort die jeweiligen Produkte stehen, ausgefeilte Algorithmen in SAP finden alle Positionen zusammen und steuern diese gesammelt und zeitlich synchron an die Packplätze. Unser Kunde erhält somit eine Sendung mit allen Bestellpositionen.


Die künstliche Intelligenz, die dahinter steckt, wie z. B. optimale Auslagerstrategien, Kommissionierlogiken und weitere komplexe Algorithmen, haben wir direkt in SAP eingebunden, wodurch wir durchgängige Transparenz in den Materialflüssen abbilden können. Mit dem Logistikzentrum verheiraten wir die Disziplinen Logistik und Produktion – agieren also wie ein Versandhaus. Damit können wir unseren Kunden kürzeste Lieferzeiten garantieren, und das nicht nur für lagerhaltige Produkte, sondern weiterhin auch für individuell zugeschnittene Lösungen ›Made for You‹. Das heißt, der Kunde erhält von uns weiterhin seine Ware in der Qualität und Schnelligkeit, wie er es von uns gewohnt ist – egal, ob es sich um Lagerware oder um ein nach Kundenwunsch hergestelltes Produkt handelt.

Stehen künftig noch weitere Baumaßnahmen oder größere Investitionen an?

Wir haben in den letzten Jahren 35 Mio.­ Euro in das Unternehmen und damit in die weitere strategische Ausrichtung investiert. Nun gilt es, in die Schuhe reinzuwachsen und mit ihnen zu laufen. Wir haben uns zwei Projekte auf die Fahne geschrieben, das sind die Themen Internationalisierung und der Glasfasermarkt. Da wollen wir das Tempo erhöhen und Fahrt aufnehmen. In diese beiden Felder werden wir in den nächsten Monaten und Jahren deutlich investieren.

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