Das Kunsthaus Mürz ist alles andere als ein gewöhnliches Gebäude. Ursprünglich handelte es sich um eine Franziskanerkirche beziehungsweise um einen Teil eines Kapuzinerklosters aus dem 18. Jahrhundert. Anfang der 90er-Jahre wurde der Bau revitalisiert und durch einen modernen Zubau aus Stahl, Glas und Beton ergänzt. Trotz seiner heutigen Nutzung gilt der Komplex weiterhin als sakraler Bau und steht unter Denkmalschutz.
Gerade das Dach stellte bei der Sanierung eine besondere Herausforderung dar. Der historische Dachstuhl musste erhalten bleiben, zugleich waren hohe Anforderungen an die Optik zu erfüllen und eine nachhaltige Energieversorgung gewünscht. Die Lösung bestand darin, die Photovoltaik direkt in die Dachhaut zu integrieren.
PV-Dachsteine statt aufgesetzter Module
Das Kunsthaus Mürz verfügt über drei Dachflächen mit Ost-, Süd- und Westausrichtung. Die Gesamtfläche beträgt rund 750 m². Zum Einsatz kamen rund 6 700 PV-Dachsteine des Typs »Planum-Generon« von Nelskamp, die zusammen eine Leistung von rund 107 kWp erreichen. Sie ersetzen klassische Dachziegel und integrieren die Solartechnik nahezu unsichtbar in die Dachfläche. Für Außenstehende – und auf den ersten Blick selbst für viele Fachleute – ist kaum erkennbar, dass es sich um ein Energiedach handelt.
Ein entscheidender Vorteil liegt darin, dass der mehr als 200 Jahre alte Dachstuhl vollständig erhalten bleiben konnte. Zusätzliche Lasten durch aufgeständerte PV-Module waren ebenso wenig erforderlich wie Durchdringungen für Montagesysteme. Auch Beeinträchtigungen der historischen Konstruktion ließen sich so vermeiden. Im Zuge der Sanierung wurde zudem die Heizanlage auf Wärmepumpentechnik umgestellt. Der dafür benötigte Strom wird zu einem großen Teil direkt über das neue Solardach erzeugt. So entstand ein durchdachtes Gesamtkonzept aus Gebäudehülle und Haustechnik.
Das Projekt zeigt, welches Potenzial integrierte Solardachsysteme für das Zimmererhandwerk bieten. Sie sind zukunftssicher, ermöglichen optisch zurückhaltende und genehmigungsfähige Lösungen, können konstruktive Vorteile schaffen und vermeiden zusätzliche Lasten sowie Eingriffe in den Dachstuhl. Zugleich lassen sich Dachdeckung und Energieerzeugung eng miteinander verbinden. Gerade bei Kirchen, Klöstern, öffentlichen Gebäuden oder historischen Ortskernen eröffnen PV-Dachsteine damit neue Möglichkeiten – auch mit Blick auf zusätzliche Wertschöpfung für Zimmereibetriebe.
Das Kunsthaus Mürz zeigt, dass Energiewende und Denkmalschutz kein Widerspruch sein müssen. Mit dem PV-Dachstein »Planum-Generon« wurde eine Lösung realisiert, die nach Unternehmensangaben technisch überzeugt, sich handwerklich sauber umsetzen lässt und zugleich architektonische Maßstäbe setzt.