Vandersanden: Imprägnierte Ziegel-Verblender - Fassadenschutz gegen unschöne Ausblühungen und Vergipsung

Viele Architekten, Bauherren und andere Klinkerfreunde kennen das Problem: Weißliche Ausblühungen an der Ziegelfassade ruinieren den Anblick der Immobilie. In Zusammenarbeit mit der belgischen Universität Leuven hat der Ziegelhersteller Vandersanden jetzt eine Lösung gegen Verkalkungen, Vergipsungen und viele andere Verunreinigungen gefunden: den imprägnierten Ziegel-Verblender.

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Dafür hat Vandersanden nach eigenen Angaben 35 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung in die Hand genommen. Seit dem Frühjahr 2020 sind vier Fabriken an drei Produktionsstandorten bereits mit der neuen Technik ausgestattet. Diese Investition schlägt sich laut Hersteller nicht auf den Preis für den Kunden nieder, denn Vandersanden setze auf eine nachhaltige Wachstumsstrategie für langfristig schöne Fassaden.

Langfristig schöne Fassaden

Verunreinigungen und Vergipsungen von Ziegeln stellen aus technischer Sicht keinen Qualitätsmangel dar. Anders sieht es natürlich beim ästhetischen Aspekt aus. Vandersanden hat den Anspruch, verklinkerte Gebäudehüllen langfristig attraktiv zu halten. »Für uns ist es entscheidend, langfristig schöne Fassaden zu entwickeln. Mit unseren imprägnierten Verblendern und unserer traditionell qualitätsorientierten Produktion von Premiumziegeln bleiben Fassaden jetzt viele Jahrzehnte schön«, sagt Jean-Pierre Wuytack, Geschäftsführer des Familienunternehmens Vandersanden. »Wir sind sehr stolz auf unseren Einfall, Ziegel-Verblender zu imprägnieren. Und wir beweisen Architekten, Verarbeitern und nicht zuletzt den Bauherren, dass wir ein kompetenter Partner für Bauprojekte mit attraktiven Fassaden sind. Wir scheuen keine Kosten und Mühen, damit Vandersanden-Fassaden sehr lange tipptopp in Schuss bleiben. Und das ohne zusätzliche Pflege oder aufwendige Reinigungsmaßnahmen.«

Vandersanden investiert Millionenbetrag

2017 haben die Ziegelbrenner von Vandersanden die erste vollautomatische Imprägnierlinie am größten Produktionsstandort im belgischen Spouwen installiert. Darauf folgten Schritt für Schritt weitere Standorte in Belgien und den Niederlanden. Für Forschung und Entwicklung sowie die Umrüstung der Produktionsstraßen gab Vandersanden nach eigenen Angaben 35 Millionen Euro aus. Geschäftsführer Wuytack: »Diese große Investition in Qualität und dauerhafte Ästhetik ist in der Ziegelbranche einzigartig und unterstreicht unseren Anspruch, den Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden.«

Wozu imprägnierte Verblender?

In den letzten Jahrzehnten wurde die Ziegelbranche immer häufiger mit schmutzigen, unansehnlichen Fassaden konfrontiert. Die Gründe für die Verschmutzungen sind vielfältig. Salz, Ruß und Grünbelag sind die seit langem bekannten Angreifer auf Fassaden. Seit etwa 1990 allerdings taucht ein neues Problem bei verblendeten Fassaden auf: Kalk und der sogar noch etwas hartnäckigere Gips lagern sich an der Fassadenoberfläche ab.

Eine aktuelle Dissertation an der belgischen Universität Leuven wies nun nach, dass diese Verschmutzungen größtenteils auf die verwendeten Mörtel zurückzuführen sind, heißt es in einer Mitteilung von Vandersanden. Moderne Mörtel haben einen elementaren Evolutionsprozess durchgemacht, wurden von den Herstellern immer weiter auf einfache Verarbeitungsfähigkeit, rasche Verarbeitungszeit und Kostenreduktion getrimmt. Kurzfristig sicherlich verlockend, doch langfristig leider häufig auf Kosten der Fassadenästhetik, so Vandersanden. Denn die Konsequenzen der neuen Mörtelrezepturen zeigten sich erst später, manchmal erst nach Jahren. Gerade bei einem stark saugenden Ziegel, wie sie oft für das traditionelle Verblenden verwendet werden, sei das Auslaugen dieser Stoffe problematisch. Denn bei Regenwetter tritt eine Sättigung im Ziegel ein, bei der der Stein Ingredienzien des Mörtels mit aufnimmt. Beim Abtrocknen dann transportiert das Wasser diese Stoffe anschließend mit auf die Sichtseite des Ziegels, wo sie sich hartnäckig ablagern und zu einer verschmutzten Fassadenansicht führen.

Da steckt aufwendige Technologie dahinter

Vandersanden behandelt die Fassadensteine nach dem Brennprozess mit einem eigens entwickelten Imprägniermittel. Die Eindringtiefe der Beschichtung in den Stein betrage etwa fünf bis 15 mm, abhängig von der Struktur des imprägnierten Verblenders. Wichtig für Vandersanden sei es gewesen, den Nachhaltigkeits- und Umweltschutzaspekt nicht aus den Augen zu verlieren. Das Imprägniermittel enthalte daher keinerlei Schadstoffe für Mensch und Umwelt. Außerdem war den Verantwortlichen bei Vandersanden wichtig, dass der Prozess, der im Fachjargon als Hydrofuge bezeichnet wird, sich keinesfalls auf die Erscheinung der Ziegel-Verblender auswirken darf.

Ein imprägnierter Verblender behält laut Vandersanden dieselbe Porenstruktur wie ein unbehandelter. Nicht zuletzt, damit die Verarbeitung durch Maurer, Fuger und Ziegelsetzer nicht erschwert wird. Der Unterschied besteht darin, dass die imprägnierte Schicht dafür sorgt, dass der Ziegel kein Wasser mehr auf den Sichtseiten aufsaugen kann. Wassertropfen werden also nicht mehr angezogen und gelangen folglich nicht mehr in das Steininnere. Da die imprägnierten Poren des Steins aber weiterhin offen bleiben, bleibt die hohe Frostbeständigkeit des Ziegels erhalten. Feuchtigkeit, die sich im nicht imprägnierten Kern des Ziegels befindet, kann entweder über die nicht imprägnierten Lagerflächen entweichen oder entlang der imprägnierten Sichtseiten des Ziegels verdampfen. Bei dieser sogenannten Dampfdiffusion können keine Stoffe wie Kalk oder Mineralien an die Oberfläche gelangen. Das Austreten dieser potenziellen Verschmutzungen wird im Kern des Ziegels hinter der imprägnierten Schicht blockiert. Dadurch entsteht laut
Vandersanden ein positiver Nebeneffekt: Vergipsungen dürfen und sollen im Kern des Ziegels auftreten. Denn dadurch verstopfen die Poren zusätzlich und bilden so eine zusätzliche Barriere gegen das Auslaugen nach außen. Diese Porenverstopfung nennen Ziegelfachleute »pore clogging«.


Gewohnte Verarbeitung bleibt unverändert

Vandersanden imprägniert die Lagerflächen der Verblender nicht. Das bedeutet, dass alle Eigenschaften des Ziegelsteins für den Maurer während der Verarbeitung gleich bleiben. Der imprägnierte Ziegel zieht auf dieser unbehandelten Lagerfläche also den Mörtel ebenso gut an wie seine unbehandelten Pendants.

Ein weiterer verarbeitungstechnisch relevanter Aspekt kommt hinzu: Bei unzureichender Mörtelqualität kann es vorkommen, dass ein zu gut saugender Stein das Anmischwasser aus dem Mörtel zieht. Das Resultat: Der Ziegel saugt den Mörtel regelrecht trocken, sodass dieser nicht hinreichend aushärten kann. Das wiederum führt zu einer nicht ausreichenden Verbindungsqualität zwischen Verblender und Mörtel, wodurch die Stabilität der Fassade beeinträchtigt werden kann. Beim imprägnierten Teil der Lagerfläche der Vandersanden-Verblender kann der Mörtel nicht trocken gesaugt werden, da die imprägnierten Kanten das Eindringen der Feuchtigkeit des Mörtels in den Stein nicht zulässt. Dadurch wird die Haftzugfestigkeit auf der imprägnierten Fläche höher, der Stein kann sich besser mit dem verwendeten Mörtel verbinden. Ein imprägnierter Ziegel von Vandersanden kombiniert laut Hersteller also beide Phänomene miteinander: Der Kern saugt an, dadurch rutscht der Stein beim Mauern nicht weg. Die imprägnierten Ränder sorgen für zusätzliche Haftzugfestigkeit.   J

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