Robert Bosch: Seit 30 Jahren am Markt

Mit dem digitalen Metall-Ortungsgerät DMO 10 und dem digitalen Ultraschall-Entfernungsmesser DUS 20 brachte Bosch vor 30 Jahren die ersten Messwerkzeuge auf den Markt. In der Zwischenzeit hat sich das Unternehmen vom klassischen Elektrowerkzeug-Hersteller zum Anbieter alltagstauglicher Hightech-Geräte entwickelt.

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Was nach heutigem Verständnis in etwa so modern ist wie ein Computer mit Röhrenmonitor, sei 1992 eine Pionierleistung gewesen: So spürte die „Bosch Hightech-Spürnase“, wie das DMO 10 genannt wurde, verborgene Metall-Objekte unter Bohrstellen zuverlässig auf. Einzigartig war, dass das DMO 10 dabei erstmals eine Tiefenmessung bis 50 Millimeter bot, statt eine bis dato übliche Anzeige von Objekten ohne jede Tiefenangabe. So sollte der DMO 10 es vor allem Verwendern von Boschhämmern der erfolgreich etablierten Zwei-Kilo-Klasse ermöglichen, Löcher in Wände zu bohren, ohne die damals teuren Hammerbohrer auf Armierungseisen zu verschleißen oder elektrische Leitungen zu treffen. Der Ultraschall-Entfernungsmesser DUS 20 mit einer damals sehr großen Reichweite von 20 Metern sollte es erleichtern, Raummaße schnell zu ermitteln und den Materialbedarf daraus zu berechnen – ganz ohne Meterstab oder Maßband.

Entwicklung Messtechnik von 1992 bis heute: ein Quantensprung

Bosch habe mit diesen Geräten den Grundstein für die Entwicklung zahlreicher Messwerkzeuge zum Messen, Orten und Nivellieren gelegt und entwickelte die Technologie kontinuierlich weiter. Lag die Messgenauigkeit beim Ultraschall-Entfernungsmesser DUS 20 zum Beispiel gerade einmal bei fünf Zentimetern auf zehn Meter, liegt sie heute bei modernen Geräten wie dem Laser-Entfernungsmesser GLM 50-27 CG Professional bei ± 1,5 Millimetern. Und Radar-Detektoren wie der D-tect 200 C Professional bieten heute bis zu 200 Millimeter Detektionstiefe statt 50 Millimeter wie das DMO 10 von 1992.

„Digitale Messtechnik war den allermeisten Verbrauchern 1992 noch nicht bekannt“, erinnert sich Martin Merchant, damals Referent für Marketing-Kommunikation, heute Leiter Messtechnik bei Bosch Power Tools. Ihr Ursprung liege im Vermessungswesen mit sogenannten Totalstationen, die damals um die 30.000 Mark kosteten, also über 15.000 Euro. Im Handwerk habe es praktisch nur Zollstock, Maßband und Wasserwaage sowie einfache, nicht sehr zuverlässige Ortungsgeräte gegeben - entsprechend hoch sei der Frust bei der Nutzung gewesen. „Bosch hat darin ein großes Potenzial erkannt. Unser Anspruch war es, ‚Technik fürs Leben‘ zu entwickeln, die unseren Verwendern das Messen, Orten und Nivellieren leichter macht ‒ sei es in Heim und Garten, in Werkstätten oder auf Baustellen“, so Merchant.


Vom Nischen- zum Massenprodukt: Messtechnik für Profis und Heimwerker

Sechs Jahre nach Einführung der ersten Messwerkzeuge brachte Bosch 1998 mit dem DLE 30 den ersten laserbasierten Entfernungsmesser auf den Markt. Dieser war wesentlich präziser als ein Ultraschall-Entfernungsmesser und habe die bisher nahezu unbezahlbare Laser-Technik über Nacht erschwinglich gemacht: Das Gerät kostete 798 Mark ‒ rund 410 Euro ‒, lag damit unter der Abschreibungsgrenze und war deutlich günstiger als vergleichbare Geräte von Anbietern aus dem Vermessungswesen. Der DLE 30 setzte auch durch seine einfache Bedienung mit selbsterklärenden Tasten einen neuen Standard, so Bosch. Er war allerdings sehr groß. Angetrieben von dem Ziel, immer leistungsfähigere, kleinere und noch günstigere Geräte zu entwickeln, folgten schrittweise verbesserte Nachfolger-Modelle und im Jahr 2006 dann der große Evolutionssprung: Bosch gelang es nach eigenen Angaben durch den Einsatz eines eigens entwickelten Halbleiterbausteins (ASIC), den kleinsten Laser-Entfernungsmesser der Welt auf den Markt zu bringen:  den DLE 50 mit 10 x 5,8 x 3,2 Zentimetern Kantenlänge, 160 Gramm leicht. Das Unternehmen habe damit außerdem den Grundstein gelegt, Varianten zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Verwender anbieten zu können, und entschied sich dafür, das Messtechnik-Sortiment künftig in blaue Professional-Geräte und grüne Geräte für Heimwerker zu unterscheiden. Die Entwicklung und Differenzierung zahlten sich aus, das Geschäft mit Messtechnik nahm immer mehr Fahrt auf: 2009 wurde schließlich der Bereich „Messtechnik“ als eigenständige und erfolgreiche Business Unit bei Bosch Power Tools gegründet.

 

Bosch setzt Trends und treibt die Entwicklung der Branche voran

Zweite herausragende Entwicklungsleistung sei die Bosch Radar-Technologie zur Ortung gewesen, eingesetzt erstmals 2001 im Wallscanner D-tect 100. Beide Technologien machten das Unternehmen, so Bosch, in einem Zeitraum von nicht einmal zehn Jahren vom klassischen Elektrowerkzeug-Hersteller zum Anbieter alltagstauglicher Hightech-Geräte ‒ zum Nutzen der Verwender. Heute stehen Produkte wie der Laser-Entfernungsmesser Zamo, der Linienlaser Atino und der Kreuzlinienlaser Quigo Green für Innovationen, die im Heimwerker-Segment Märkte geschaffen haben. Bosch setze immer wieder neue Trends und treibe die Entwicklung der Branche voran: So gehören Zamo und Quigo Green zu einer ganzen Serie einfach zu bedienender Geräte mit nur einem Knopf. Der Quigo Green ist nach Angaben des Herstellers darüber hinaus das erste Messgerät, dessen Gehäuse und Zubehöre zu 90 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen. Schwerpunkt bereits in der Produktentwicklung war es, den CO2-Fußabdruck vom Produkt über das Zubehör bis hin zur Verpackung zu reduzieren. Im Profi-Segment ist Bosch mit Laser-Entfernungsmessern, Ortungsgeräten und Linienlasern wie dem vernetzbaren GLL 3-80 CG Professional erfolgreich. Connectivity-Funktionen und Apps erleichtern die Dokumentation und Weiter-verarbeitung von Messergebnissen heute signifikant. Mit cloudbasierten Lösungen wie „MeasureOn“ treibe Bosch die Digitalisierung auf der Baustelle voran und verleihe Architekten und Handwerkern einen zusätzlichen Effizienzschub.

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