Aktuelles Mauerwerk & Beton

NOE-SCHALTECHNIK: Schaltechnik für Kunst mit Beton

Zwischen dem niederländischen Hoek Van Holland und Schiedam wurden die Stationen der U-Bahn-Linie mit Sichtbetonportalen ausgestattet. Diese sind einerseits farbig gestaltet und weisen andererseits ein spezielles Relief auf. Um sie zu realisieren, entschieden sich die Verantwortlichen für die Strukturmatrizen der NOE-Schaltechnik.

Zwischen dem Rotterdamer Stadtbezirk und der Stadt Schiedam verläuft eine U-Bahn-Linie, die kürzlich umfassend saniert wurde. Um dem Bahnfahrenden die unmittelbare Strandnähe zu vergegenwärtigen, entschied sich der Architekt Marc Verheijen, die Stationen dementsprechend zu gestalten: Sie sind jetzt mit Sichtbetonportalen ausgestattet, deren Oberfläche das Relief eines stilisierten Fischschwarms aufweist. Zudem wurde der Beton so eingefärbt, dass von Schiedam bis Hoek Van Holland unterschiedliche Farbabstufungen von Gelb bis Orange zu sehen sind. Dadurch soll der Reisende den Eindruck erhalten, dem Abendrot entgegenzufahren.

Abstrahierter Fischschwarm in Beton

Das Motiv des Fischschwarms stammt aus der Feder des Rotterdamer Designers Erik Sandifort. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, dieses Motiv im Beton zu verewigen, stießen die Verantwortlichen auf die NOE-Schaltechnik. Das süddeutsche Unternehmen betreibt weltweit mehrere Tochtergesellschaften, so auch in den Niederlanden. Es bietet die Schalungsmatrizen unter dem Namen »NOEplast« an und hat eine große Bandbreite unterschiedlicher Standarddesigns im Sortiment. Diese bilden beispielsweise die Oberflächenbeschaffenheit von Naturstein, Mauerwerk oder Holz nach und gestatten es, Ornamente und andere Motive im Beton zu verewigen.


Darüber hinaus ist es möglich, eigene Ideen zu verwirklichen. Diese Chance nutzten die Verantwortlichen für den Bau der niederländischen Betonportale. Hierzu skalierten sie zunächst die Skizze des Rotter­damer Designers auf eine Größe von 4 x 7 m. Anschließend legten sie auf dem Bild die unterschiedlichen Tiefen des Reliefs fest. Nur durch die so entstehende Schattenwirkung ist eine derart plastische Abbildung möglich. Anschließend fertigen sie mithilfe einer CNC-Fräsmaschine ein 1:1-Modell. Es dient dazu, eine Gießform aus Polyurethan herzustellen, aus der dann die eigentlichen Matrizen gegossen werden.

Diese müssen anschließend sicher in der Schalung fixiert und gegebenenfalls mit Trennmittel behandelt werden. Woraufhin schon mit dem Einfüllen des Betons begonnen werden kann. Hierbei hat die Erfahrung gezeigt, dass es sinnvoll ist, die Strukturmatrize beim Einsatz auf der Baustelle in die Schalung zu kleben. Darüber hinaus bietet NOE den Service, die Matrizen gleich ab Werk auf eine Schalung bzw. eine Trägerplatte zu kleben, die dann auf die eigentliche Schalung geschraubt wird. Dies bringt vor allem für die Arbeit auf Ortbetonbaustellen entscheidende Vorteile mit sich. Ein weiterer Pluspunkt der NOE-Schalungsmatrizen ist, dass sie je nach ihrer Struktur und den Einflüssen, denen sie ausgesetzt sind, bis zu 100-mal wiederverwendet werden können.

Je öfter die Matrize genutzt wird, desto mehr reduziert sich der Preis pro gebautem Quadratmeter. Diese Chance nahmen die Verantwortlichen wahr und verwendeten für den Bau aller Portale, die sich entlang der U-Bahn-Station befinden, dieselben Matrizen. Hierfür fertigten sie vier Schalungsmatrizen, die nebeneinandergelegt den Fischschwarm zeigen. Diese sind so gestaltet, dass sie endlos aneinandergereiht werden können, ohne dass ein Bruch im Motiv auftritt. So waren die ausführenden Unternehmen in der Lage, die U-Bahn-Portale mit einer Höhe von sieben bis zu 14 m problemlos zu fertigen.    J

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