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Kneer: Jede Menge neue Produkte im Gepäck

Trotz Corona läuft die Produktion und die Arbeit beim Fenster- und Haustürenhersteller Kneer-Südfenster das ganze Jahr reibungslos. Aktuell kann das mittelständische Familienunternehmen sogar ein Umsatzwachstum im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 vorweisen. Doch die Auswirkungen der Pandemie haben Kneer in einem anderen Bereich getroffen, Stichwort Messen. Bereits zur Fensterbau Frontale, die im März in Nürnberg hätte stattfinden sollen, hatte Kneer-Südfenster neben einem neuen Messekonzept zahlreiche Innovationen im Gepäck. Jetzt hofft der Fenster- und Haustürspezialist, dass diese neuen Produkte auf der BAU im Januar 2021 in München einem großen Publikum präsentiert werden können. Die baustoffPARTNER-Redaktion hat sich mit Thomas Reinhard, Produkt- und Qualitätsmanagement Entwicklung sowie Prokurist bei Kneer-Südfenster, zum digitalen Interview getroffen und mit ihm über die Innovationen des Unternehmens, die Trends am Fenstermarkt sowie die aktuelle Geschäftslage gesprochen.

Von Christine Seif

»Glücklicherweise hat uns die Corona-Krise bisher größtenteils verschont. Wir hoffen, dass das auch so bleibt«, erzählt Thomas Reinhard. »Selbstverständlich haben wir viel auf Homeoffice umgestellt, Abstandsregeln eingeführt und auf eine striktes Hygiene-Konzept geachtet, aber wir konnten das ganze Jahr kontinuierlich weiter produzieren. Auch über die Auftragslage können wir uns nicht beschweren. Wir fertigen viel für den individuellen Wohnungsbau sowie für Renovierungen und dieser Bereich ist trotz Corona nicht eingebrochen.« Ganz im Gegenteil zu den vielen nach unten korrigierten Prognosen der Bauwirtschaft konnte Kneer seinen Umsatz sogar steigern. »Wir liegen aktuell deutlich über unseren Erwartungen und konnten im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2019 eine Umsatzsteigerung verbuchen.«

Es wird investiert und ausgebaut

Um den steigenden Anfragen gerecht zu werden, wird bei Kneer-Südfenster permanent investiert. Der Mittelständler legt Wert darauf, sich stetig weiterzuentwickeln – sowohl was die Produkte als auch was das Unternehmen anbelangt. Erst in diesem Frühjahr hat Kneer-Südfenster eine neue Versandhalle am Standort in Schnelldorf errichtet. Die bisherige Halle war nun über 40 Jahre alt, eher eine Lagerhalle und genügte den Anforderungen an moderne Logistik nicht mehr. Die neue Versandhalle ist rund 2 000 m2 groß und beherbergt auch die Büros der Logistik-Abteilung. »Die neue Halle ist auf ihre Funktion zugeschnitten, effizienter, besser befahrbar und auch deutlich größer. Der Neubau ermöglicht uns nun einfach einen modernen Versand«, erzählt Thomas Reinhard. Die alte Versandhalle wurde an die Produktion angegliedert und voraussichtlich wird dort der Anschlag-Bereich erweitert werden. Investiert hat Kneer-Südfenster in die neue Versandhalle rund 3 Mio. Euro. In diesem Zug wurden auch die gesamten Außenanlagen um die Halle sowie die Zufahrt erneuert. Ebenso entsteht am Standort Westerheim ein größerer Mitarbeiterparkplatz.

Inspiriert vom skandinavischen Design

Investiert hat Kneer auch in ein neues Messekonzept, das erstmals auf der Fensterbau Frontale im März dieses Jahres in Nürnberg hätte präsentiert werden sollen. Der neue Messestand hätte ganz im Zeichen des skandinavischen Designs gestanden. »Der Messestand für die Fensterbau war bereits bei uns in der Halle, als die Fensterbau abgesagt wurde. Da wir einen Messestand immer für mindestens zwei Messen planen, hoffen wir nun, dass wir ihn im Januar in München bei der BAU aufstellen können«, so Reinhard. »Es ist aktuell natürlich schwer zu beurteilen, ob ein erfolgreicher Messebetrieb möglich sein wird. Das hängt ganz davon ab, wie zu diesem Zeitpunkt die Lage bezüglich der Corona-Auswirkungen aussieht. Die BAU ist eine internationale Messe und lebt vom internationalen Publikum. Wir hoffen sehr, dass sich die Lage bis Januar wieder so weit stabilisiert hat, dass einer erfolgreichen Messe nichts im Wege steht, obgleich es auch keine ganz normale BAU werden wird.«

Jede Menge Innovationen im Gepäck

Bereits im März wollte Kneer-Südfenster eine ganze Reihe an neuen Produkten und Weiterentwicklungen präsentieren. Darunter die neuen Systeme der Festverglasung. »Große Fenster und riesige Glasflächen, die viel Licht ins Haus lassen, sind absolut im Trend und werden stark vom Markt gefragt. Dabei gilt tatsächlich die Devise ›mehr ist mehr‹: Die Glasflächen können den Architekten und Bauherren oft kaum groß genug sein. Daher haben wir von Kneer ein neues Festverglasungs-System entwickelt, das enorme Größen ermöglicht«, erzählt Reinhard.

Bei festverglasten Fenstern mit Rahmen ist die Glasscheibe ohne Öffnungsoption direkt im Rahmen integriert, sodass kein Fensterflügel die Glasoptik stört. Als puristisches Element bieten sie eine interessante Alternative für Bauherren und Renovierer, die eine Fassadengestaltung mit viel Glas wünschen, jedoch im Vergleich zu einer kompletten Glasfassade eine preisgünstigere Variante suchen.

Festverglasungen werden von Kneer-Südfenster individuell in der Kombination Aluminium-Holz in großen Formaten mit schlanken Rahmenansichten gefertigt. Ein Vorteil ist, dass die Festverglasungen bei der Montage von außen in die Fassade eingesetzt werden können. Die großen und schweren Scheiben lassen sich komfortabel mithilfe eines kleinen Krans an die richtige Stelle transportieren und anschließend sicher montieren. »Kneer-Südfenster steht dabei den Fensterfachbetrieben vor Ort mit Unterstützung und Beratung in Sachen Transport und Einbau zur Seite.«


Transparenz auf der ganzen Linie

Wem ein großzügiges Panoramafenster als Festverglasung noch nicht genug ist, der ist bei Kneer-Südfenster ebenfalls an der richtigen Adresse. Denn passend zu großflächigen Fenstern und Terrassentüren fertigt das Familienunternehmen aus Westerheim auch Pfosten-Riegel-Fassaden in einem durchgängigen System in der Materialkombination Aluminium-Holz. Mit diesem System lassen sich bis zu sechs Meter hohe transparente Fassaden gestalten – großzügige Terrassentüren perfekt integriert. »Bei Kneer ist nahezu jedes Fenster, jede Tür, jedes Element individuell auf den Kundenwunsch abgestimmt, so auch die Pfosten-Riegel-Fassaden. Die Bauelemente werden mit einer innovativen Aluminium-Außenschale nach Kundenwunsch individuell gefertigt«, berichtet Thomas Reinhard.

Glasfassaden von Kneer-Südfenster werden exakt auf Maß vorgefertigt und als Bausatz geliefert. Dabei sind alle möglichen Einzelteile wie Grundschienen, Verbinder, Dichtungen etc. so weit wie möglich vormontiert, exakt beschriftet und in einem Mehrweggestell verpackt. Als Einspannelemente sind alle Holz-, Aluminium-Holz und Aluminium-Fenster oder -Türensysteme möglich.

Nicht nur schön, sondern auch sicher

Eine weitere Neuigkeit bei Kneer-Südfenster ist die Vielfalt der RC3-zertifizierten Sicherheitsfenster. Die Kunststoff-Fenster »KF 714 S«, »KF 724 S« und »KF 734 S« sowie die Aluminium-Kunststoff-Fenster »AKF 714 S«, »AKF 724 S« und »AKF 734 S« sind vom unabhängigen ift Rosenheim umfangreichen Prüfungen unterzogen worden. Alle sechs Systeme haben die RC3-Prüfung auch bei erschwerten Bedingungen bestanden und gelten als höchst einbruchhemmend.

Sicherheit ist bei Kneer-Südfenster ein wichtiges Thema, weiß Thomas Reinhard: »Wir haben in die Entwicklung der RC3-Fenster viel Zeit und Know-how investiert. Denn Einbrüche erfolgen bei Einfamilienhäusern fast immer über ebenerdige Terrassen- bzw. Balkontüren und Fenster, meist über das einfache Aufhebeln. In der Praxis haben sich einbruchhemmende Maßnahmen als äußerst wirksam erwiesen, da bei genügend Widerstand in vielen Fällen der Einbruchsversuch vorzeitig abgebrochen wird. Bei Fenstern und Terrassentüren empfiehlt sich allgemein die Widerstandsklasse RC2. Für anspruchsvollere Objekte und um auch Gewohnheitstätern mit zusätzlichem Werkzeug genügend Widerstand entgegenzusetzen, bedarf es jedoch Fenster und Terrassentüren mit der einbruchhemmenden Widerstandsklasse RC3.«

Umfangreiche Tests bestanden

Die Sicherheitsfenster aus Kunststoff- und Aluminium-Kunststoff werden von Kneer-Südfenster mit den Profilsystemen »Synego« und »Geneo« von Rehau aus dem vollarmierten Faserverbundwerkstoff »Rau-Fipro« gefertigt. Die stabilisierenden Glasfaseranteile in den Flügelprofilen sorgen dafür, dass schwere Sicherheitsverglasungen problemlos integriert werden können. Die umfangreichen Tests wurden von Experten des ift Rosenheim über mehrere Prüfungstage hinweg begleitet. Untersucht wurden ein- und zweiflügelige Dreh- und Drehkippfenster sowie Rollladenanbindungen für viele Öffnungsarten. Das Ergebnis: Rahmenkonstruktion, Sicherheitsverglasung und die Beschläge »Roto NX« sind laut Kneer optimal aufeinander abgestimmt, sodass sie die Tests mit Bravour bestanden haben.

Wirtschaftliche Serienfertigung

»Eine wichtige Maßgabe bei der Entwicklung der RC3-Fenster war für das Unternehmen, den erhöhten Sicherheitsstandard auf wirtschaftliche Weise zu erzielen, sodass die Fenster in Serie gefertigt werden können«, berichtet Reinhard. Außerdem legten die Fachleute großen Wert darauf, dass die Fenster selbst bei erschwerten Einbausituationen der RC3-Prüfung standhalten.

Sicherheit ohne Schwachstellen

Selbst besonders anspruchsvolle Prüfungsanforderungen haben die RC3-Sicherheitsfenster gemeistert. Beispielsweise erfordert ein zweiflügeliges Stulpfenster mit Anbindung an den vorhandenen Rollladenkasten eine besondere Stabilität. Da es in diesem Fall nicht möglich ist, das Fenster an allen vier Seiten zu befestigen, muss die Konstruktion des Fensters auch mit nur zwei- bis dreiseitiger Befestigung sicher sein und darf keine Angriffsfläche bieten. Auch Fenster mit seitlichen Verbreiterungsprofilen mussten den Einbruchsversuchen standhalten. »Das Ergebnis unterstreicht die Qualität der Sicherheitsfenster von Kneer-Südfenster: Sie erfüllen ohne Einschränkung die hohe RC3-Widerstandsklasse«, so Reinhard. Da Kneer-Südfenster auch Haustüren mit RC3 im Programm hat, ist das Unternehmen in der Lage, für ein Objekt Rundum-Einbruchschutz auf hohem Niveau anzubieten.

»Authentik« bietet besonderes Design

Doch nicht nur die Sicherheit bietet Kneer-Südfenster für das komplette Haus, auch in Sachen Design bietet das Haustür-Sortiment von Kneer für die unterschiedlichsten Geschmäcker hochwertige Türen. Erst im vergangenen Jahr hat das Unternehmen eine neue Kollektion herausgebracht: »Authentik«. Mit dem Slogan »Jede Haustür ein Unikat« wird die Exklusivität unterstrichen. »Unsere ›Authentik‹-Linie ist für Verfechter des Echten, Unverfälschten und Originalen. Charmante und zeitlose Haustüren aus Eiche, Lärche und Tanne von höchster Qualität begeistern seit gut einem Jahr unsere Kunden«, berichtet Reinhard. Neben Haustüren aus Holz und Aluminium-Holz umfasst die Serie auch Aluminium-Türen mit Keramikoberflächen in Stahl- oder Steinoptik sowie gebürstetem Edelstahl. Doch die Türen überzeugen laut Kneer nicht nur im Design, sondern auch mit ihren technischen Eigenschaften: Sie bieten einen guten Wärmeschutz (U-Wert bis zu 0,86 W/m2K) und im Standard den Einbruchschutz der Widerstandsklasse RC2, auf Wunsch auch RC3.

Optik und Bedienbarkeit aufeinander abgestimmt

Doch nicht nur im Haustüren-Bereich bietet Kneer-Südfenser designstarke Produkte mit neuester Technik, das gilt auch für die gefragten Hebe-Schiebetüren. »Der Trend geht auch hier zu großen Systemen, die viel Licht ins Innere lassen. Aber gerade bei extrem großen Bauteilen entstehen auch einige Probleme: das hohe Gewicht, die Gefahr des ›Verziehens‹ des Materials bei starker Sonneneinstrahlung sowie auch die mit der Größe schwerer werdende Bedienbarkeit. Hier ist Kneer permanent in der Entwicklung, diese Bauteile noch zu verbessern, zum Beispiel durch geringeres Gewicht, höhere Stabilität und einfachere Bedienbarkeit. Gerade bei Hebe-Schiebetüren macht es bei besonders großen Exemplaren zum Beispiel Sinn, über einen motorischen Antrieb nachzudenken. All das wird in unseren Entwicklungsabteilungen kontinuierlich verbessert und effektiver gestaltet«, so Reinhard.

Auch die »flache Schwelle« beim Ausgang zu Terrasse und Balkon ist eines dieser gefragten Produkte, bei dem es kritische Stellen gibt, weiß der Fachmann: »Bei starker Bewitterung, wie sie bei uns häufig vorkommt, muss das Bauteil dennoch völlig dicht sein – und zwar auf lange Dauer. Auch hier verbessern wir die Produkte stetig, um unseren Kunden eine optimale Lösung zu bieten.«

Die optimale Lösung, das ist insgesamt das Ziel von Kneer-Südfenster. »Wir fertigen kaum etwas ›von der Stange‹. Bei uns liegt  immer ein Fokus auf den speziellen Anforderungen, die die Produkte erfüllen müssen. Ob das nun eine außergewöhnliche Größe ist, besonderer Einbruchschutz oder ein extra gefertigtes Holzfenster für eine Renovierung im Denkmalschutz, wir finden für jede Situation eine individuelle und konstruktive Lösung.«  J

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