Aktuelles Mauerwerk & Beton

Schöck: Effektiver Einsatz gegen Wärme- und Schallbrücken

Beim Neubau der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig wurden Wärmebrücken und Schallübertragung mithilfe von Produkten von Schöck Bauteile minimiert – verbaut wurden dabei insbesondere der »Schöck Isokorb« sowie die »Schöck Tronsole«.

Der neue Sitz der Sächsischen Aufbaubank in der Leipziger Innenstadt besteht aus einem transparent gestalteten Gebäude, dem ein öffentlich zugänglicher Wald aus Betonsäulen vorgelagert ist. Die Glasfassade umranden Gesimse aus weißen Betonfertigteilen. Die auskragenden Bauteile wurden mit dem tragenden Wärmedämmelement »Schöck Isokorb« befestigt und thermisch getrennt. In den Treppenhäusern der Bank sorgen genau aufeinander abgestimmte Typen der »Schöck ­Tronsole« für einen effektiven Trittschallschutz. Der Säulenwald des Forums, bestehend aus 159 freistehenden Sichtbeton-Säulen, ist ein Außenraum vor dem Bankgebäude. Die aus hochfestem Schleuderbeton gefertigten Säulen schließen jeweils mit pilzförmig zu einer Decke ausgebildeten Kapitellen ab.

»Isokorb« für auskragende Balkone

Jede Geschossdecke ist mit einer Gesimsverblendung aus Weißbeton umrandet. Insgesamt wurden die Gesimsvollfertigteile mit einer Querschnittsabmessung von ca. 30 mal 40 cm auf einer Gesamtlänge von einem Kilometer verbaut. Die einzelnen Elemente sind in den Rohbau integriert und wurden mit tragenden Wärmedämmelementen angeschlossen. Dabei kam überwiegend der »Schöck Iso­korb XT Typ K« zum Einsatz. Er eignet sich für auskragende Balkone und überträgt negative Momente und positive Querkräfte. Für höchste Wärmedämmung sorgt eine Dämmkörperdicke von 120 mm sowie das Drucklager »HTE Compact« aus Hochleistungs-Feinbeton.


Die tragenden Wärmedämmelemente wurden von Schöck werkseitig in der Bewehrungsführung angepasst geliefert und von Informbeton aus Schwepnitz entsprechend den statischen Vorgaben in Anzahl und Lage in die Fertigteile eingebaut. Die außergewöhnliche Form der Gesimse forderte die Formbauer bei der exakten Positionierung der speziell für das Bauvorhaben gefertigten Sonderlösungen besonders heraus und wurden von den Anwendungstechnikern bei Schöck gesondert bemessen. Denn durch die geschwungene Geometrie der Fassade gab es Bereiche, in denen sich die Zugstäbe der nebeneinanderliegenden Körbe überlappen. Deshalb musste die eine Stablage tiefer positioniert sein als die Nachbarstablage, damit diese sich kreuzen konnten. Fast jedes der ca. 300 Fertigteile unterscheidet sich in Form und Länge. Friedbert Hofmann von Informbeton erklärt: »Für den Einbau der Gesimselemente wurde für jede Etage eine ­Deckenschalung ­aufgebaut, die großzügig über das Maß des Deckenrands hinausgeht, um so einen Ablage- und Montagebereich zu erhalten. Die bündig aneinandergereihten Fertigteile dienten gleichzeitig als Deckenbegrenzungselemente. Übergreifungsstöße von den Isokorb-Zugstäben an der oberen Bewehrungslage der Decke sorgten für die sichere Anbindung an das Gebäude. Dann wurde die Decke bewehrt und schließlich mit Ortbeton vergossen.«

Die geschwungenen Deckenränder verlaufen im Grundriss von Etage zu Etage unterschiedlich. Folglich strecken sich schmale Gesimse zu auskragenden Balkonbereichen. Um einen erhöhten Wärmeabfluss und Bauschäden wie feuchte Wände oder Schimmelpilzbildung zu vermeiden, müssen diese sogenannten »kalten Bauteile« thermisch vom Gebäude abgekoppelt werden. Mit dem »Schöck Isokorb« als konstruktive Lösung können Wärmebrücken zuverlässig vermieden werden. Bei einem hohen Maß an architektonischer Flexibilität lassen sich damit nach Aussage von Schöck die steigenden energetischen Anforderungen erfüllen.

»Tronsole« sorgt für effektiven Trittschallschutz

In jedem der vier Treppenhäuser ermöglichen verschiedene Typen der »Schöck Tronsole« einen schallgedämmten Anschluss vom Treppenpodest an die Treppenhauswand. In den Wänden jedes Treppenhausturms sind pro Podest je drei »Tronsole Typ Z« verbaut, um die Podeste aufzulagern und akustisch vom restlichen Gebäude zu entkoppeln. Dazu setzten die Eisenflechter zunächst das typengeprüfte Tragelement Z Part T in das Wandelement der »Tronsole Typ Z« ein. Anschließend wurden die Podeste bewehrt und betoniert. Die handgeschliffenen Sichtbetontreppen wurden vom Fertigteilwerk angeliefert und jeweils von oben mit einem Kran eingesetzt. Der Anschluss an die halbrunden, in Ortbeton hergestellten Zwischenpodeste wurde über Anschlusseisen monolithisch hergestellt. Die »Tronsole Typ F« wiederum entkoppelt die Treppenläufe vollflächig von der Geschossdecke und minimiert somit auch an dieser Stelle die Gefahr von Schallbrücken. Die Fußpunkte der Treppenläufe im Erdgeschoss sind mit der »Tronsole Typ B« schallgedämmt aufgelagert. Dadurch sind sowohl die Treppenläufe als auch die Podeste umlaufend von den Treppenhauswänden entkoppelt.   J

 

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