Aktuelles Fassade

Schöck Bauteile: Neue VHF-Befestigung für eine maßgeschneiderte Mehrzweckhalle

Für die neue, eingeschossige Mehrzweckhalle in Volkertshausen im Landkreis Konstanz war eine schwer entflammbare vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) ausgeschrieben. Die Unterkonstruktion wurde aus energetischen Gründen mit der neuentwickelten thermisch trennenden Abstandsmontage »Schöck Isolink« ausgeführt.

Eigentlich begann alles auf der BAU 2017: Der Architekt Joachim Binder war auf der Suche nach einem Unterkonstruktion-­Lieferanten für die geplante Mehrzweckhalle in Volkertshausen. Er traf in München ­Wolfgang Häußler von der GIP GmbH, Braunschweig, die Unterkonstruktions­systeme für vorgehängte hinterlüftete Fassaden anbieten und auch die neue thermisch trennende Abstandsbefestigung von Schöck im Programm haben. Die vielen Vorteile bewegten Binder dazu, das neuartige Produkt für die Mehrzweckhalle zu nutzen.

Die 660 m2 große Fassadenfläche wurde als klassische hinterlüftete Fassade mit einer Alucobond-Bekleidung der Brandschutzklasse B-s1d0, schwer entflammbar, ausgeführt. Bei der VHF wird die Bekleidung nicht direkt auf die Betonwand aufgebracht, sondern auf eine Unterkonstruktion montiert. Dadurch sind Dämmung und Bekleidung konstruktiv voneinander getrennt. Der Hinterlüftungsspalt, der den Feuchtehaushalt des Baukörpers regelt, ist cirka 60 mm breit.

Funktionale Sicherheit und gestalterische Möglichkeiten

Die hier genutzte Wärmedämmung der Wärme­leitgruppe WLG032 besteht aus 180 mm nicht brennbarer Mineralwolle und in den Laibungen befinden sich 80 mm Mineralwolle mit einem Schmelzpunkt >1 000 Grad Celsius. Alle Kriterien wurden bei diesem Projekt beachtet. Der Wärmedurchgangskoeffizient, der sogenannte Gesamt-U-Wert des Wandaufbaus inklusive der Unterkonstruktion, liegt unter dem Wert von 0,168 W(m²K).

Das System der VHF gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Fassadensystemen und gerade Architekten schätzen neben der funktionalen Sicherheit vor allem die gestalterischen Möglichkeiten. Es erlaubt die Auswahl unterschiedlichster Fassadenbekleidungen und so lässt sich die Gestaltung einer Fassade individuell auf die Charakteristik eines Gebäudes abstimmen.

Die Wärmebrücken besonders beachten

Die Anforderungen nach immer höher gedämmten Außenwänden sind nicht mehr nur über den Anteil der Wärmedämmung zu erfüllen. Daher liegt das große Einsparpotential in der Reduzierung von Wärmebrücken. Im System der VHF ist eine Vielzahl von Befestigungen erforderlich, daher muss man diese Wärmebrücken besonders beachten.

Wolfgang Häußler erklärt: »Die VHF der Mehrzweckhalle sollte deshalb mit einer wärmebrückenfreien Befestigung ausgeführt werden. Wir haben den neuen Wandhalter zu unserer Unterkonstruktion, den ›VECO-Isolink-4011‹, der diese Anforderungen erfüllt, dem Architekten Joachim Binder vorgeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt war die Zulassung für den gerade neu entwickelten ›Isolink‹ noch im Zulassungsprozess, daher wurde eine Zustimmung im Einzelfall erteilt.«


Hohlräume vermeiden

Werner Venter, Leiter Strategische Projekte bei der Schöck Bauteile GmbH, erklärt: »Es gab eine Fassadenplanung in Abstimmung mit der GIP GmbH, Schöck Bauteile GmbH und dem Fassadenbauer S+T Fassaden GmbH. In einem Werkplan ist genau definiert, wo die Anker auf der Außenwand platziert werden. In diesem Fall waren es cirka drei Anker pro Quadratmeter.

Der Fassadenanker wird dann mit einer Verankerungstiefe von 40 mm eingemörtelt. Das verringert die Gefahr, die Bewehrung im Beton zu treffen, denn bei herkömmlichen Dübeln sind mindesten 80 bis 90 mm Bohrtiefe nötig. Die Montage der Wärmedämmung ist besonders einfach, denn die Anker lassen sich unkompliziert durchstoßen. Da nur der stabförmige ›Isolink‹ die Dämmung durchdringt, keine Wandkonsole oder ein Thermostopp auf der Wand aufträgt, ist immer gewährleistet, dass die Dämmung auf der Betonfläche vollflächig aufliegt und sich kein Hohlraum zwischen Dämmung und Wand bilden kann.

Anschließend wird der Flügeladapter der GIP GmbH auf das Gewinde des ›Isolink‹ gedreht. Zum Schluss wird das vertikale Schienensystem montiert und ausgerichtet. Diese Schienen schaffen letztlich die Basis für eine exakte Unterkonstruktion der Alucobond-Platte. Wir haben die Leute vor Ort geschult und es hat alles einwandfrei geklappt.«

Zuverlässige thermische Trennung

Der »Schöck Isolink Typ TA-S« besteht aus Combar in Verbindung mit einer Edelstahlschraube. Combar ist ein Stab aus Glasfaserverbundstoff mit äußerst geringer Wärmeleitfähigkeit. Als »Zertifizierte Passiv­hauskomponente« sorgt das neue System für eine zuverlässige thermische Trennung und ermöglicht eine rechnerisch wärme­brückenfreie Konstruktion.

Die Wärmedämmeigenschaften sind rund 200 Mal besser als bei Wandhaltern aus Aluminium. Ein großer Vorteil besteht daher für Planer und Bauherren in der signifikanten Reduzierung der Dämmstoffdicke bei gleichbleibendem U-Wert der Wand. Dadurch sind im Vergleich zu Aluminium-Wandhaltern Dämmmaterial-Einsparungen von cirka 50 Prozent möglich. Durch den schlankeren Wandaufbau kann somit bei gleichbleibenden Gebäudeabmessungen mehr Platz entstehen. Der »Isolink« erfüllt den Brandschutz für die Gebäudeklassen 1 bis 5 der Landesbauordnung.    J

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