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Gutex: Dämmplatten aus Schwarzwaldholz für neues NABU-Kompetenzzentrum am Bodensee

Hirschkäferbiotop, Storchenhorst, Wildbienenhotel – wenn der NABU baut, profitieren Flora und Fauna. Mit dem NABU-Bodenseezentrum in Reichenau entsteht ein neues Headquarter, das umweltbewusst und vorbildlich die Grundsätze des Naturschutzbund Deutschland erfüllt. So wurde beim Bau viel Wert auf naturverträgliche Materialien gelegt. Zum Einsatz kamen auch Dämmstoffe von Gutex.

Mit dem Wollmatinger Ried, dem mit 774 Hektar größten Naturreservat am deutschen Bodenseeufer, liegt ein europaweit bedeutendes Naturparadies direkt vor der Haustür des neuen NABU-Bodenseezentrums. Das Zentrum besteht aus zwei separaten Baukörpern mit unterschiedlich langen Gebäudekanten. Die zweigeschossigen Vielecke mit flachen Pultdächern sind zueinander versetzt angeordnet und eröffnen so den Blick auf das Biotop und die Naturlandschaft. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Braun + Müller aus Konstanz und ging als Sieger eines Architektenwettbewerbs hervor. Er beherbergt diverse Nutzungseinheiten: Im nördlichen Bau sind die Öffentlichkeitsarbeit mit einer informativen Dauerausstellung, ein Seminarraum sowie Büros untergebracht. Im südlichen Bau befinden sich die Werkstatt für die Landschaftspflegegeräte sowie ein einfacher Wohnbereich für junge freiwillige Mitarbeiter/-innen. Der Innenhof mit Holzdeck lädt zum Verweilen ein. Ein drittes Gebäude, das sich optisch und funktional in den Entwurf einreiht, möchte die Gemeinde Reichenau hinzufügen, um es als Verkaufs- und Infopunkt zu nutzen.

Nachhaltiger Weg

Nachhaltigkeit und die Nutzung natürlicher Ressourcen spielten beim Bau des NABU-Bodenseezentrums eine große Rolle: So wurde Vogelschutzglas für die Fenster- und Türflächen genutzt, Solartechnik auf dem Dach sorgt für Strom und eine effiziente Wärmepumpe für Wärme. Die Gebäude sind mit zertifiziertem Holz (FSC, PEFC) als Holzständerbau konzipiert und wurden mit natürlichen Dämmstoffen gedämmt. Den Abschluss der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) bildet eine Schalung aus heimischer Weißtanne.  

In fünf Wochen gerichtet

Mit der baulichen Umsetzung des Vorzeigeprojektes wurden die Holzbauspezialisten von Ettwein Holzbau aus Villingen-Schwenningen beauftragt, die den Neubau in insgesamt zwölf Monaten Bauzeit bezugsbereit fertigstellten. Dazu wurden die einzelnen bis zu zehn Meter breiten und drei Meter hohen Wand- und Deckenelemente des Holzständerbaus im Werk vorgefertigt und per Tief­lader nach Reichenau gebracht – fünf Wochen später stand der Rohbau und der Ausbau konnte beginnen.

Für die kurze Bauzeit und die termingenaue Übergabe des Neubaus war die Vorfertigung im Werk der entscheidende Faktor. Mit der witterungsunabhängigen, zügigen und präzisen Montage kommen die Vorteile des modernen Holzbaus voll zum Tragen. Die 80/160 cm starken Holzständer aus Fichte-KVH – gedämmt mit biogener Einblasdämmung zwischen den Ständern – wurden nach innen mit je einer Lage OSB, Dämm- und Gipskartonplatten sowie einer Holzwerkstoffplatte aus Weißtanne abgeschlossen. Nach außen schließen eine Lage OSB-Platten sowie 80 mm Holzfaserdämmung die Holzständerkonstruktion ab, die abschließend mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade bekleidet wurde.

Holz und Holz gesellt sich gern

Für den Aufbau der VHF kamen rund 1 000 m² Holzfaserdämmung zum Einsatz. Hinter der Wetterschale aus heimischer Weißtanne und der Belüftungsebene dämmen die feuchteunempfindlichen Holzfaserdämmplatten »GUTEX Multitherm«. Die stabilen Dämmplatten sind belastbar und bieten sowohl einen guten Wärmeschutz als auch Hitzeschutz mit einer Wärmekapazität von 2 100 J/(kg∙K). Sorptionsfähig und dampfdiffusionsoffen sorgen die Holzfaserdämmstoffe für eine gute Feuchtregulierung. Zudem zeichnet sich »GUTEX Multitherm« durch eine hohe Kantenfestigkeit und Stoßunempfindlichkeit aus. Der passgenaue Zuschnitt ist einfach mit Kreis- oder Bandsäge möglich. Die Dämmstoffe von Gutex werden im nur 65 km weit entfernten Waldshut-Tiengen aus Tannen- und Fichtenholz gefertigt und hatten so einen kurzen Weg.

Auf den Holzständerelementen kam die Holzfaserdämmplatte in 80 mm Dicke zum Einsatz. Vollflächig fugenfrei verlegt stoßen die 1 760 x 600 mm großen Platten mit Nut- und Feder-Profil winddicht aneinander und wurden alle 835 mm mit Schrauben auf die Holzständer geschraubt. Im Fußbodenbereich beginnend wurden die Platten im Verband, mit mindestens 30 cm Versatz, fugenlos verlegt. Anschlüsse an Fenster, Türen oder Gebäudekanten sind mit speziellen Fugenbändern schlagregen- und winddicht ausgeführt. Aufgrund der durchgehenden Hydrophobierung halten die Platten der Witterung auch ohne Wetterschutz bis zu vier Monate stand. Gleichzeitig befestigten die Monteure eine Unterdeckbahn zur Feuchteregulierung.

Mit einem Hinterlüftungsabstand von etwa 8 cm wurden die Holzpaneele als optischer Fassadenabschluss montiert – unter bauphysikalischen Gesichtspunkten vereint sich im neuen NABU-Zentrum ein feuchterobustes Fassadensystem mit passenden Dämmstoffen.

Saubere Verarbeitung

Auch alle Innenwände wurden mit Holzfasern gedämmt: Hier kam »GUTEX Thermoflex« zum Einsatz, die passgenau und unkompliziert in das Holzständerwerk geklemmt werden. Mit 1.350 x 575 mm sind sie für gängige Raster bemessen und lassen sich bei Bedarf schnell und einfach zuschneiden. Ihre Flexibilität und Rückstellkraft ermöglichen eine hohlraumfreie Gefachdämmung.      J

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