GIMA: Moderne Klinkerhülle sorgt für lebendiges Farbspiel

Das Zentrum des Münchner Stadtteils Pasing rund um den Pasinger Marienplatz wurde um einen Hotel- und Geschäftsneubau bereichert. Das markante Gebäude trägt eine monolithische Gebäudehülle aus hellen Klinkerziegeln von Gima Girnghuber.

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Stadtsanierungsmaßnahmen im ganz im Westen von München gelegenen Stad­tteil Pasing führten in jüngerer Zeit zur Ausbildung einer verkehrsberuhigten Mitte mit zahlreichen Freizeit- und Einkaufsangeboten. Einen dieser zentralen Plätze stellt der Pasinger Marienplatz dar. Im Kontext historischer Architektur konnte nun eine Blockrandbebauung realisiert werden, die den Stadtraum ästhetisch, funktional und städtebaulich passend ergänzt. Der Entwurf von Auer Weber Architekten sah einen Neubau in zeitgenössischer Architektursprache und dennoch mit formalem Bezug zum hier vertretenen gründerzeitlichen Ensemble vor. So zieht sich der Baukörper auf polygonalem Grundriss entlang des Grundstücks und bildet dabei unterschiedliche Höhen aus, die Bezug zu den ortstypischen Giebel- und Walmdächern herstellen. Er umschließt einen begrünten, öffentlichen Innenhof und erlaubt aufgrund geschickter Setzung und Durchwegung eine Verbindung zum Pasinger Stadtpark.

Das unmittelbar an den Marienplatz angrenzende Geschäftshaus mit Hotel und Gastronomie baut auf vier Untergeschossebenen auf, die eine Tiefgarage mit 151 Stellplätzen beinhalten. In der belebten Erdgeschosszone und im ersten Obergeschoss finden sich Einzelhandel, zwei Supermarktketten und Gastronomie. Die weiteren Obergeschosse sind dem Hotelbetrieb und Apartments gewidmet. Knapp 12 000 m2 vermietbare Fläche umfasst das ganze Objekt.

Klinker aus Salz- und Kohlebrand

Zentrales Gestaltungsmerkmal ist die monolithische Gebäudehülle aus Gima-Klinkerziegeln, die sich über die gesamte straßenzugewandte Fassade sowie die skulptural ausgebildeten Dachflächen zieht. Hierfür wurde die gedämmte Massivbaukonstruktion aus Beton im Bereich der Fassade mit einem Verblendmauerwerk aus Klinkersteinen umhüllt. Die 24 x 11,5 x 5,2 cm großen Steine sind in der Farbigkeit »Edolo FKS« und mit einer authentischen Oberflächenstruktur ausgeführt. Dabei sorgt das Herstellungsverfahren mit Salz- und Kohlebrand für ein, von den Architekten bewusst gewähltes, lebendiges Farbspiel. Vereinzelte Steinrückseiten schaffen zusätzliche Kontraste.


Ein gestalterisches Highlight liefert das Klinkerdach. Im Dachbereich bekleiden Klinker derselben Serie und Größe das Gebäude, jedoch in einer abgetreppten Form. Ausgeführt wurde die komplexe Dachhülle mithilfe von über 150 Klinkerfertigelementen in einer Größe von bis zu 3 x 4 m und einer Dicke von 21 cm. Aufgrund unterschiedlicher Winkel, Dachneigungen und Eckausbildungen stellte die Konstruktion und Vorfertigung der Vorsatzschalen eine besondere Herausforderung im Bauprojekt dar. Im hauseigenen Klinkerfertigteile-Werk wurde in Feinstarbeit die Treppenstufung der Klinker geschalt und mit der nötigen Bewehrung versehen. Durch spezielle Fertigteilsteine mit rückseitiger Schwalbenschwanzverzahnung – die Gima für jedes Projekt individuell anpasst und produziert – entsteht eine formschlüssige mechanische Verbindung zwischen Ziegel und Beton. Auf der Baustelle konnten die Elemente anschließend mit dem Kran eingehängt und oberhalb einer Entwässerungsschicht auf der Stahlbeton-Unterkonstruktion befestigt werden.

Die versetzten Ziegellagen an den Schrägdachflächen weisen eine veränderte Verlegeform im Vergleich zu den vertikalen Wandflächen auf. Markante Fensteröffnungen gliedern und durchbrechen die massive Hülle sowohl im Bereich des Daches wie auch an der Fassade. An der Tiefgarageneinfahrt bilden mit Abstand verlegte Steine ein Lochgitter, das für Durchlüftung und Lichteinfall sorgt.   J