Als der gelernte Karosseriebauer Richard Brink im Jahr 1976 zusammen mit seiner Frau Annegret eine eigene Bauschlosserei gründet, fertigt er in der heimischen Garage zunächst vor allem kunstgewerbliche Gegenstände wie Schmiedeeisen oder Wetterfahnen – alle Produkte sind stets Maßanfertigungen. 1982 folgt mit der Herstellung der ersten Schornsteinabdeckungen der Einstieg in die Blechbearbeitung – bis heute gehören die Schornsteinabdeckungen zum Kernsortiment des Unternehmens und bilden den Ursprung für die Produktkategorie Dach & Wandsysteme, zu denen inzwischen u. a. auch verschiedene Kantprofile und Solar-Unterkonstruktionen zählen.
Folgerichtig stellt die Firma Richard Brink 1989 erstmals auf der Messe Dach & Wand (heute: Dach & Holz) in Stuttgart aus, um der Zielgruppe Dachdecker ihr Portfolio vorzustellen. Zwei Jahre zuvor zog das Unternehmen bereits in eine angemietete Gewerbehalle in Schloss Holte-Stukenbrock, um die wachsende Nachfrage der Kunden bedienen zu können. Gleichzeitig werden die ersten Mitarbeiter eingestellt. 1996 bezieht das Unternehmen dann seinen eigenen Unternehmenssitz in der Görlitzer Straße 1, der in den Folgejahren kontinuierlich um zusätzliche Produktionsflächen, Lagerkapazitäten und Infrastruktur ausgebaut wird.
Vom Kantprofil zu den Drainage- und Entwässerungssystemen
Mittlerweile ist auch die zweite Generation im Unternehmen tätig. Die Söhne Matthias, Stefan und Sebastian kennen den elterlichen Betrieb von klein auf, helfen schon früh bei kleineren Produktionsaufgaben an der Ständerbohrmaschine oder beim Kuvertieren von Werberundschreiben. Matthias Brink tritt als gelernter Werkzeugmacher Ende der 1990er-Jahre als erster der drei Söhne »offiziell« in das Unternehmen ein. Und hatte gleich eine neue Produktidee: Kantprofile, zunächst für Mauer- und Attikaabdeckungen. Dass viele Produkte bei der Firma Richard Brink nicht am Reißbrett entstehen, sondern aus der Praxis stammen, zeigt auch folgendes Beispiel, an das sich Matthias Brink erinnert: Ein langjähriger Dachdecker-Kunde fragt: »Könnt ihr eigentlich auch Kiesfangleisten für Flachdächer herstellen?« Ja, denn mit der neuen Stanze ließen sich Drainageschlitze in die Kantbleche stanzen. Aus dieser Idee entstanden zunächst Kiesfangleisten und schließlich die Drainage- und Entwässerungssysteme, die mittlerweile zur wichtigsten Produktgruppe des Unternehmens avancierten. Mit den Rinnen »Stabile« und »Cubo« kommen zwei Bestseller aus diesem Segment im Jahr 2007 auf den Markt.
Generationswechsel und rasantes Wachstum
Anfang 2007 kommt es auch zum Generationswechsel bei dem ostwestfälischen Familienunternehmen: Die drei Brüder Stefan (kaufmännischer Geschäftsführer), Sebastian (Marketing) und Matthias (Produktion) werden zu geschäftsführenden Gesellschaftern ernannt, während Vater Richard Brink sich als Gesellschafter zurückzieht. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen 15 Beschäftigte. Von 2008 an musste das Unternehmen seine bestehenden Gebäude alle zwei Jahre um Anbauten erweitern, weil immer mehr und neue Produkte ins Sortiment aufgenommen wurden. So kommen in den 2010er-Jahren neben den Sortimenten Dach & Wand, Drainage & Entwässerung (inklusive Schwerlast-Entwässerung) auch Pflanzsysteme wie Beeteinfassungen, Hochbeete oder Fassadenbegrünungen dazu.
Worauf man bei Richard Brink besonders stolz ist: Nach wie vor wickelt das Unternehmen von Konstruktion über Marketing bis Vertrieb alle Prozesse unter dem eigenen Dach ab – das gilt übrigens auch für die Herstellung der Messestände für die drei Hauptmessen Dach & Holz, GaLaBau und die Bau. Bei der Produktion »made in Germany« setzt man zum einen auf ein umfassendes Standard-Sortiment, zum anderen aber auch auf Maß- und Sonderanfertigungen. Von Beginn an gilt der Anspruch des Unternehmens, einen Großteil des Sortiments auch als Sonderbau ausführen und nach individuellen Kundenwünschen umsetzen zu können – eine Kompetenz, die sich in der Branche als Paradedisziplin der Firma Richard Brink etabliert hat.
International aktiv, aber regional verwurzelt
Neben dem heimischen Markt – Hauptzielgruppen sind Dachdecker, GaLaBauer sowie Straßen- und Tiefbauer – nimmt das ostwestfälische Unternehmen seit einigen Jahren auch vermehrt internationale Märkte in den Fokus, unter anderem im deutschsprachigen Ausland sowie in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, England, Schottland und Dänemark. Im Ausland betreibt man in erster Linie Projektgeschäft mit Firmen, mit denen man schon länger zusammenarbeitet.
Unterdessen wächst das Unternehmen mit aktuell rund 160 Mitarbeitern stetig. Nach Erweiterungen für Produktion und Lagerflächen in den Jahren 2016 und 2023 – u. a. wird eine separate Halle für die hauseigene Herstellung von Entwässerungssystemen aus Beton und Polymerbeton errichtet – wird pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum in diesem Jahr der größte Neubau seit Firmengründung abgeschlossen. Auf einer Grundfläche von 4 000 m² entstand in den letzten Jahren eine rund 7 000 m² große doppelgeschossige Produktions- und Lagerhalle mit angegliederten Büroflächen. »Mit dem Neubau realisieren wir nicht nur eine Steigerung unserer Lagerkapazitäten um 50 Prozent, sondern schaffen auch Raum für eine noch effizientere Produktionskette. Darüber hinaus eröffnet uns das Gebäude weiteren Gestaltungsspielraum, beispielsweise bei der Ausstattung eines modernen Showrooms für unsere Produktwelt«, erläutert Geschäftsführer Stefan Brink, der im Jubiläumsjahr mit Simon Brink als Azubi schon die dritte Generation im Familienunternehmen begrüßen kann. Eines scheint sicher – die Unternehmensgeschichte Richard Brink ist noch lange
nicht auserzählt.