Richard Brink GmbH & Co. KG »Schwerlast-Entwässerung war nie leichter«

Auf Hofflächen, Rampen oder Garageneinfahrten wirken enorme Kräfte auf alle verbauten Elemente – insbesondere auf die Entwässerungssysteme. Die Firma Richard Brink begegnet dieser Herausforderung mit der Schwerlastrinne »Ferro Magna« – einer leichten, aber hochbelastbaren Alternative zu herkömmlichen Betonrinnen. Sie vereint robuste Materialeigenschaften mit einem durchdachten Konstruktionsprinzip, das eine einfache Verarbeitung und zuverlässige Funktionalität verspricht.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Richard Brink

Das Projekt verbindet zwei zentrale Zukunftsthemen der Bauindustrie: automatisierten 3D-Betondruck und CO2-reduzierte Baustoffe. Zum ersten Mal kommt dabei »evoZero«, der weltweit erste Zement auf Basis von CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage), in Kombination mit mobilem 3D-Betondruck zum Einsatz. Die CO2-Reduktion bei »evoZero« wird durch den Einsatz einer CO2-Abscheidetechnologie im Werk Brevik von Heidelberg Materials in Norwegen erzielt; das abgeschiedene CO2 wird dauerhaft im Meeresboden gespeichert.

Gebündelte Kompetenz

Getragen wird das Projekt von einem starken Partnernetzwerk: Instatiq stellt die 3D-Drucktechnologie bereit, Nelcon, ein Joint Venture von Züblin und Instatiq, verantwortet die Ausführung vor Ort. Heidelberg Materials liefert den speziell entwickelten 3D-Druckbeton mit dem Near-Zero-Zement »evoZero«. Bauherr ist die Bäckerei Sehne, künftiger Mieter ist Netto Marken-Discount. Das Rohbauunternehmen Köhler, das Planungsbüro S&L sowie Stetter-Maier-Schmid Ingenieure für die Tragwerksplanung begleiten das Projekt in der Umsetzung. Andreas Lutz von Sehne Backwaren erklärt: »Als Bauherr freuen wir uns, mit diesem Projekt eine innovative Bauweise in die Praxis zu bringen. Wir investieren damit nicht nur in einen neuen Standort, sondern auch in zukunftsfähige Bauprozesse.«

Mit mehr als 1 300 m² gedruckter Wandfläche, rund 292 m³ Druckbeton und Wandhöhen von bis zu 7 m ist das Projekt derzeit weltweit das größte realisierte 3D-gedruckte Gebäude. Die Wandflächen entstehen nahezu vollständig im 3D-Druck mit dem mobilen »Instatiq P1« (»Progress One«). In einzelnen Bauphasen kamen erstmals zwei parallel arbeitende mobile 3D-Betondrucker vom Typ »Instatiq P1« zum Einsatz.


Ein wesentlicher Vorteil des Systems liegt darin, dass die Roboter auf der Baustelle abschnittsweise umgesetzt und neu positioniert werden können. So lassen sich auch großflächige Gebäude schrittweise direkt vor Ort mit einer oder mehreren Maschinen drucken. Ergänzt wird die Konstruktion durch konventionelle Bauteile wie Stützen und Ringbalken. Die direkte Umsetzung digitaler Entwurfsdaten durch den Drucker innerhalb weniger Wochen verdeutlicht das Potenzial für schnellere Bauprozesse und die Integration in reale Abläufe.

Von der Therorie zur Praxis

»Mit dem ersten 3D-gedruckten Supermarkt zeigen wir, dass unsere Technologie im realen Gewerbebau angekommen ist. Das Projekt etabliert den 3D-Druck im industriellen Maßstab als wirtschaftlich relevanten Bauprozess unter realen Baustellenbedingungen«, so Markus Schilling von Instatiq.

Nelcon verbindet auf der Baustelle digitale Bauvorbereitung, Maschinenbetrieb und Baustellenkoordination zu einem durchgängigen Prozess. Chris Brandstätt, Technischer Geschäftsführer bei Nelcon, erläutert: »Für uns ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um 3D-Betondruck in größere Bauvorhaben zu überführen. Besonders die Verzahnung mit klassischen Rohbauprozessen stand dabei im Fokus.« Friedemann Waidelich, Geschäftsführer bei Köhler Bauunternehmung Wildberg, ergänzt: »Die Kombination aus 3D-Druck und konventionellem Rohbau erfordert eine enge Abstimmung aller Gewerke. In Neubulach zeigen wir, wie sich beide Welten praxisnah und effizient miteinander verbinden lassen.«

Signifikante CO2-Reduktion

Als 3D-Druckbeton kam ein speziell entwickelter Transportbeton von Heidelberg Materials zum Einsatz, der für den mobilen 3D-Druck optimiert wurde. Er zeichnet sich durch hohe Pumpfähigkeit, Formstabilität und schnelle Festigkeitsentwicklung aus – entscheidende Eigenschaften für den automatisierten Bauprozess.

Durch den zusätzlichen Einsatz von »evoZero«, dem weltweit ersten Near-Zero-Zement auf Basis von CO2-Abscheidung und -Speicherung, wird der CO2-Fußabdruck direkt im Herstellprozess reduziert. Besonders relevant ist dabei die Kombination mit 3D-Druckbeton aus dem Fahrmischer: Dank »evoZero« lässt sich deutlich CO2 einsparen, ohne Rezeptur oder Produktion anpassen zu müssen. Gerade für den technisch anspruchsvollen 3D-Druckbeton ist das ein entscheidender Vorteil. »Bei diesem Projekt gestalten wir die Zukunft des Bauens aktiv mit, weil hier zwei zukunftsweisende Ansätze unter realen Bedingungen zusammenkommen und funktionieren: innovative Materialien und neue Bauverfahren«, fasst Matthias Fischer von Heidelberg Materials zusammen.

Potenzial im Filialbau

Supermärkte und vergleichbare Gebäudetypen stellen hohe Anforderungen an Bauzeit, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Das Projekt in Neubulach zeigt, dass sich 3D-Betondruck für standardisierte Gebäude mit großen Wandflächen und klar strukturierten Abläufen eignet – und sich zugleich in reale Bauprozesse integrieren lässt. »Mit unserer Filiale in Neubulach setzt Netto Marken-Discount ein starkes Zeichen für die Zukunft des Handelsbaus: Der Einsatz von 3D-Druck und CO2-reduziertem Beton zeigt, wie sich innovative Technologien bereits heute effizient und nachhaltiger im Filialbau einsetzen lassen. Als Lebensmittelhändler entwickeln wir unser Filialnetz gezielt weiter – mit dem Anspruch, Ressourcen zu schonen, Bauprozesse zu beschleunigen und zugleich eine leistungsstarke Nahversorgung für unsere Kundinnen und Kunden zu günstigen Preisen sicherzustellen«, sagt Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Netto Marken-Discount.

Mit dem 3D-gedruckten Filialstandort setzen die Projektpartner gemeinsam ein Zeichen für Automatisierung, Materialinnovation und partnerschaftliche Umsetzung im Bauwesen.

Firmeninfo

Richard Brink GmbH & Co. KG

Görlitzer Straße 1
33758 Schloß Holte-Stukenbrock

Telefon:

[8]
Socials