Standardisiert, aber leistungsstark
Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt 148 Türelemente realisiert, die sich aus unterschiedlichen Funktionsbereichen zusammensetzen. Der Schwerpunkt lag auf funktionalen Türsystemen mit klar definierten technischen Eigenschaften. Dazu gehörten Türen mit Rauch- und Brandschutz bis T90 – sowohl einzeln als auch in Kombination – sowie Vollspantüren und speziell ausgelegte Schallschutztüren bis Schallschutzklasse 3. Die Verteilung der Elemente verdeutlicht die typische Gewichtung im Hotelbau, bei der neben dem baulichen Brandschutz vor allem der Rauchschutz eine zentrale Rolle im Sicherheitskonzept einnimmt. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch bei hohen Stückzahlen eine präzise Abstimmung der einzelnen Türtypen erforderlich ist, um den unterschiedlichen Nutzungsanforderungen gerecht zu werden.
Ein wesentliches Element der technischen Umsetzung war die konsequente Verwendung von Stahlzargen (Typ »SM 51« und »SL 51«). Diese wurden entsprechend des durchgängigen Gestaltungskonzepts lackiert und je nach Wandaufbau differenziert eingesetzt. Dabei kamen Zargen für Massivwände ebenso zum Einsatz wie Systeme für Leichtbaukonstruktionen. Insbesondere im Hinblick auf die spätere Nutzung und Wartung bieten standardisierte Zargensysteme zudem Vorteile bei Austauschbarkeit und Langlebigkeit.
Material- und Oberflächenkonzept
Neben den technischen Anforderungen spielte auch die Integration der Türsysteme in das architektonische Gesamtkonzept eine zentrale Rolle. Die Innenarchitektur des Hotels ist von einer reduzierten Formensprache und einer ruhigen, dunklen Farbwelt geprägt. Diese Gestaltung setzt sich konsequent bei den Türsystemen fort. Die Türblätter wurden mit robusten HPL-Oberflächen in Graphitgrau ausgeführt, die Stahlzargen passend dazu in Umbragrau lackiert. Die gewählte Material- und Farbkombination ist nicht nur äußerst widerstandsfähig im täglichen Betrieb, sondern sorgt auch dafür, dass die Türen optisch in den Hintergrund treten und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.
Besondere Herausforderung: Einbindung des Bestands
Eine besondere Herausforderung stellte die Integration der Türsysteme in die bestehende Villa dar. Während der Neubau baubegleitend ausgestattet werden konnte, war der Einbau im Bestand nur nachgelagert möglich. Das erforderte ein hohes Maß an Maßgenauigkeit, da Abweichungen in der vorhandenen Bausubstanz berücksichtigt werden mussten. Gerade bei Brand- und Rauchschutztüren gelten im Bestand strenge bau- und zulassungsrechtliche Vorgaben. Die eingesetzten zweiteiligen Stahlzargen erwiesen sich hier als geeignete Lösung, da sie eine flexible Anpassung an die vorhandenen Gegebenheiten ermöglichten und gleichzeitig die technischen Anforderungen zuverlässig erfüllten.
Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Der Projektzeitraum erstreckte sich über mehr als zwei Jahre – von der Angebotsphase bis zur Fertigstellung des Gesamtprojekts. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die kontinuierliche und enge Zusammenarbeit zwischen Türhersteller, ausführendem Betrieb und Architekturbüro. Die technische Ausarbeitung orientierte sich konsequent am Leistungsverzeichnis und wurde im Dialog weiter präzisiert.
Ergänzt wurde dieser Prozess durch persönliche Abstimmungstermine, die eine hohe Planungssicherheit gewährleisteten. Die Montage der Türelemente übernahm Möbel Graf aus Berglen-Oppelsbohm. Dadurch war eine klare Verantwortung von der Lieferung bis zum Einbau sichergestellt.
Das Projekt »Das Affalterbach« zeigt exemplarisch, dass im hochwertigen Hotelbau keine individuellen Sonderlösungen notwendig sind, um komplexe Anforderungen zu erfüllen – vorausgesetzt, die eingesetzten Systeme sind technisch ausgereift, standardisiert und präzise aufeinander abgestimmt.