Im Blickpunkt

MAPEI feiert dieses Jahr Jubiläum: »Seit 80 Jahren bauen wir die Zukunft«

In diesem Jahr feiert MAPEI sein 80-jähriges Bestehen. Das Unternehmen wurde 1937 in Mailand gegründet – von Rodolfo Squinzi, einem promovierten Chemiker, der sich mit sieben Mitarbeitern und einem Sortiment an Mal- und Wandfarben selbst-

ständig machte. Was heute daraus geworden ist, hätte sich Squinzi selbst in seinen kühnsten Träumen wohl kaum ausmalen können: der weltweit größte Hersteller von Klebstoffen, Abdichtungen und chemischen Produkten für das Baugewerbe mit

mehr als 9 000 Mitarbeitern in 28 Ländern.

Von Jan Rieken

Der Name MAPEI bedeutet ursprünglich »Materiali Ausiliari Per l`Edilizia e l`Industria«, also »Hilfsmaterialien für Bauwesen und Industrie«. Davon hat das Unternehmen heute mehr als 5 000 im Sortiment, gefertigt in 73 Fabriken in 33 Ländern, verteilt auf alle fünf Kontinente. Täglich werden weltweit mehr als 25 000 Tonnen MAPEI-Produkte ausgeliefert.
Hinter diesem imposanten Zahlenwerk steckt die Idee, sich auch nach 80 Jahren immer wieder neu zu erfinden. Das zumindest ist der Antrieb für Dr. Uwe Gruber, dem Deutschland-Chef von MAPEI. Mit seinem motivierten Team hat er jüngst eine neue Firmenzentrale in Großostheim bezogen, von der aus das Deutschland-Geschäft des Bauchemie-Spezialisten organisiert wird.

Fachkräftemangel bremst den Umsatz aus

Und das läuft gut_ Ein Plus von 5 % vermeldet Gruber für das Jahr 2016. Der Geschäftsbereich »Fußboden« verzeichnete dabei das stärkste Wachstum, der Bereich Keramik blieb stabil. Beide Bereiche zusammen sind weltweit um durchschnittlich 4,1 % gewachsen und steuern in West-Europa und dem Stammmarkt Italien etwa die Häfte des Umsatzes bei. In dem Bereich wäre mehr zu holen gewesen, aber_ »Es fehlt an Fliesenlegern!«
Damit lässt Gruber es bewenden_ Genauere Zahlen nennt er nicht, um sich nicht von der Konkurenz in die Karten schauen zu lassen. Fest steht_ Der Gesamtumsatz von MAPEI betrug im Jahr 2016 rund 2,4 Milliarden Euro.
Ein weiterer Aspekt, der die Geschäftsentwicklung beeinflusst hat, ist laut Gruber die sinkende Zahl an Fertigstellungen im Wohnungsbau. Als Problem hat er das teure Bauland ausgemacht, die Folge davon sei eine »Schwäche in der Produktivität«. »Wir sind Schlusslicht in Sachen Effizienz«, erläutert Gruber, übrigens wie der Firmengründer auch ein promovierter Chemiker. Hinter Spitzenreitern wie Frankreich, Norwegen und der Schweiz kommt Deutschland im Europa-Ranking auf Platz 11 und liegt damit knapp unter dem Durchschnitt.
Trotzdem ist der Wohnungsbau maßgeblicher Konjunkturtreiber, allen voran der Bau von Mehrfamilienhäusern. »Hier bremst allerdings ein Engpass im Handwerk die Realisierung«, sagte Gruber beim jährlichen MAPEI-Pressetreff, der diesmal in Düsseldorf stattfand.

Referenzobjekte vom Hotel bis zum Büroturm

Wie immer hat MAPEI die Gelegenheit genutzt, einen Teil der Pressekonferenz direkt an Referenzobjekten abzuhalten. Präsentiert wurden unter anderem das Stadttor Düsseldorf, dem früheren Sitz der Staatskanzlei_ Hier wurde eine mit Naturstein belegte Außentreppe, stark gezeichnet von Feuchtigkeit und Ausblühungen, nach mehreren erfolglosen Versuchen mit verschiedensten Produkten schließlich mithilfe des innovativen »BDC-Systems« von MAPEI erfolgreich saniert.
Weitere Stationen waren die neue Deutschlandzentrale von Mitsubishi Electric in Ratingen, wo in einem repäsentativen Foyer- und Ausstellungsbereich auf 4 000 m2 großformatige Feinsteinzeug-Bodenfliesen mit emissionsarmen MAPEI-Systemprodukten verlegt wurden, sowie das »Dorint«-Hotel Neuss. Dort wurden im Zuge einer Generalsanierung rund 7 000 m2 Bodenbeläge – Design-
belag und Teppichboden, Fliesen und Naturstein – mit MAPEI-Systemprodukten in den verschiedenen Bereichen bei laufendem Hotelbetrieb verlegt. Der baustoffPARTNER wird einzelne Projekte in den kommenden Ausgaben vorstellen.



23MAPEI-Marketingleiter Dirk Mayer-Mallmann setzt auf Wissensvermittlung für Händler, Anwender sowie Planer und bietet erstmals webinare an. © RiekenSechs Geschäftsbereiche für Lösungen aus einer Hand
Bei den »Hilfsmaterialien für Bauwesen und Industrie«, die das Unternehmen im Namen trägt, setzt MAPEI auf Lösungen aus einer Hand_ Insgesamt sechs Geschäftsbereiche bieten für nahezu jede Anwendung die passende Lösung. Der Bereich »Fliesen- und Natursteinverlegung« mit entsprechenden Produkten zur Verlegung und Abdichtung, »Baustoffsysteme« mit Bauwerksabdichtung, Boden- und Estricherstellung, Produkten zur Sanierung und Instandsetzung sowie Lösungen zum Dichten und Verfugen oder der Bereich »Fußbodentechnik« mit Verlegesystemen für textile und elastische Beläge sowie für Parkett- und Holzböden. Der Bereich »Admixtures« bietet Hilfs- und Zusatzmittel sowie Produkte für den Tunnelbau, »Roofing« liefert Abdichtungsbahnen aus FPO und PVC und schließlich der Bereich »Industrial Flooring« für Bodenbeschichtungen aus Kunstharz oder Zement.
Mit diesen Produkten habe MAPEI seit 1937 nie den Anspruch aus den Augen verloren, Innovationsführer im Baugewerbe zu sein, erläuterte Gruber. »Wir wachsen im Einklang mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz.« Soziale Verantwortung und die Förderung gesellschaftlicher und sportlicher, kultureller und sozialer Projekte seien kein Widerspruch zu Wettbewerbsfähigkeit und ökonomischem Handeln.

Wissen für Planer, Händler und Anwender

Die Zukunft für MAPEI liege in der Spezialisierung auf das Baugewerbe, der weiteren Internationalisierung und einem hohen Engagement für Forschung und Entwicklung. Schon heute arbeiten 12 % der Mitarbeiter in diesem Bereich. Entsprechend hoch ist die Zahl an neuen Produkten, die MAPEI auch auf der Domotex (s. Kasten) und der Dach + Holz vorstellen wird.
Um das Wissen über komplexe Problemlösungen, die geeigneten Produkte und deren richtige Anwendung Handwerkern, Händlern und Planern zu vermitteln, setzt MAPEI auf die Wissensvermittlung als zentrales Marketinginstrument. Marketingleiter Dirk Mayer-Mallmann sieht das Unternehmen auf einem gten Weg_ Mehr als 3 500 Teilnehmer aus Handel und Handwerk haben im vergangenen Jahr an Seminaren teilgenommen, in denen es um zentrale Fragen des Managements, der Warenpräsentation und Logistik ging (Handel) oder um Praxis-Elemente, die gemeinsam mit Industriepartnern angeboten wurden. Erstmals bietet MAPEI die Wissensvermittlung auch als Webinar an.
Um Planer von Anfang an im Projekt besser unterstützen zu können, intensiviert MAPEI die Objektberatung durch eine neue Mitarbeiterin_ Ines Brasa hat Innenarchitektur studiert und bildet nun die Schnittstelle zwischen Objekt und Produktion bzw. Entwicklung. Zuvor hat sie eine Ausbildung im Malerhandwerk absolviert – dem Unternehmensgründer Squinzi mit seinem Mal- und Wandfarbensortiment hätte das bestimmt gefallen…

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