Kömmerling: Flüssiglaminationstechnologie erstmals ohne Randverbund

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Transparente Optik für anspruchsvolle Architektur

H.B. Fuller | KÖMMERLING, der Spezialist für Liquid Optical Clear Adhesives (LOCA), bietet jetzt erstmals eine Systemlösung für LOCA-Glaselemente mit Clear-Edge-Technologie an. Gemeinsam mit seinem Partner TTEC hat der Hersteller ein einzigartiges Verfahren entwickelt, das die Flüssiglamination ohne sichtbaren Randverbund ermöglicht. Die Verbundelemente mit Clear Edge sind durch den innovativen Prozess bis zum Rand vollständig transparent. Ihr hohes Maß an Ästhetik prädestiniert die neuen Sicherheitsgläser für den Einsatz in anspruchsvollen Architekturobjekten.    

Bisher setzte die Flüssiglaminationstechnologie voraus, dass zwischen den Scheiben des Verbundglaselements eine Füllkammer hergestellt wird, indem die Glasränder mit Butylband oder Acrylat-Tape abgedichtet werden. Dieser Randverbund hält das flüssige Gießharz im Fertigungsprozess bis zum vollständigen Aushärten sicher im Scheibenzwischenraum. Allerdings sind die Scheibenkanten bei beiden Verfahren noch sichtbar, sodass sich keine durchgängig klaren Verglasungen ohne erkennbare Scheibenkanten realisieren lassen. Die neuen LOCA-Elemente mit Clear Edge verbinden nun zum ersten Mal die konstruktiven Vorteile der Flüssiglamination mit einer randlos transparenten, herausragenden Optik.

Innovatives Fertigungsverfahren entwickelt

Bernd Therre, Gründer und Geschäftsführer der TTEC GmbH, erklärt: „Wir haben in unserem LOCA Technology Center zusammen mit H.B. Fuller | KÖMMERLING ein innovatives Verfahren entwickelt, das ohne dauerhaften Randverbund auskommt. Das ist für uns und die Branche ein Meilenstein, denn die letzte optische Einschränkung beim Einsatz von LOCA-Elementen ist damit Vergangenheit.“ Mit der Entwicklung des neuen Flüssiglaminationsprozesses setzt das interdisziplinäre Team auf dem TTEC-Innovations-Campus einen neuen Standard. „Unsere Kunden haben jetzt die Möglichkeit, mit Clear-Edge-Technologie ihr Portfolio auszubauen und auch optisch anspruchsvollste Bereiche zu erobern“, beschreibt Benjamin Gantner, Business Development Manager LOCA Prozessentwicklung bei H.B. Fuller I KÖMMERLING, die Vorteile. Neben Anwendungen in der Baubranche setzt H.B. Fuller | KÖMMERLING seine Liquid Optical Clear Adhesives auch im Automotive-Bereich ein.

Mechanische Stabilität vereint mit perfekter Optik

Die besonderen konstruktiven Eigenschaften der LOCA-Verbundgläser liefern eine ganze Reihe an Vorteilen. Im Gegensatz zu Folien, die ebenfalls als Zwischenschicht in Verbundgläsern genutzt werden, gehen Liquid Optical Clear Adhesives beim Aushärten eine chemische Bindung zur Oberfläche ein. Zusätzlich bildet das Material selbst einen dreidimensional vernetzten Verbund, der sich selbst bei starken Temperaturschwankungen durch eine hohe strukturelle Stabilität auszeichnet und auch bei extremer Belastung nicht splittert. Gleichzeitig weisen die Verbundelemente ein deutlich niedrigeres Gewicht, eine geringere Paketstärke und eine bessere akustische Performance als herkömmliche Sicherheitsgläser auf. Aufgrund der passiven Aushärtung lassen sich außerdem sensible elektronische Bauteile wie LEDs oder Funktionsfolien sicher in die polymere Zwischenschicht der Verbundgläser einbetten.


Diese hohe mechanische Stabilität vereint sich durch die Clear-Edge-Technologie mit einer perfekten Optik. Zum einen sind Liquid Optical Clear Adhesives bei der Verarbeitung sehr niedrigviskos, passen sich vollständig jeder Oberfläche an und liefern dadurch per se schon ein optisch einwandfreies, langzeitbeständiges Ergebnis. Zum anderen bieten die neuen randverbundlosen Gläser nun eine Ästhetik, mit der durchgängig perfekt transparente Glasflächen realisiert werden können. Das macht LOCA vor allem für Architekten interessant. Insbesondere für anspruchsvolle architektonische Konzepte mit Glasbalustraden, Glasbrücken und ähnlichen Raumelementen sind die Clear-Edge-Verbundgläser optimal geeignet. Das Fertigungsverfahren hat bereits die Serienreife erreicht: Scheiben von 2 x 3 Meter Größe sind problemlos herzustellen und können mit den handelsüblichen Befestigungssystemen montiert werden.

Partnerschaftliche Prozessentwicklung für individuelle Anforderungen

„Die Formgebung des Glases selbst spielt bei Clear-Edge-Technologie keine große Rolle. Prinzipiell sind auch dreidimensional geformte Gläser machbar“, sagt Benjamin Gantner. Als ehemaliger Anwendungsingenieur ist er tief in das Fertigungsverfahren bei TTEC involviert. Er prüft, welche Prozesse entwickelt werden müssen, um bestimmte Kundenanforderungen zu erfüllen und setzt sie dann mit dem Partnerunternehmen um. „Die Prozessentwicklung ist ein wesentlicher Bestandteil bei LOCA. Gerade bei der Herstellung von innovativen LOCA-Produkten bedingen die speziellen Klebstoffe Sonder-Fertigungsverfahren, die es nicht von der Stange gibt“, beschreibt Gantner. Bernd Therre ergänzt: „Wir wollen unsere Erfahrung aus dem Automotive-Bereich in die Prozesse mit einfließen lassen. Bereits bei der Prozessentwicklung als auch bei der späteren Verarbeitung der LOCA-Produkte legen wir großen Wert auf die Einhaltung von Qualitätskriterien.“

Ziel ist, die Kunden wie beispielsweise Balustraden- und Isolierglashersteller so in die Prozessentwicklung mit einzubinden und zu schulen, dass sie die exakt für sie passenden LOCA-Elemente selbst fertigen können. „Natürlich unterstützen wir unsere Kunden mit einer ausführlichen Test- und Anlaufphase, bei der ein Anwendungstechniker von uns oder von TTEC so lange vor Ort ist, bis die Produktion einwandfrei läuft“, bestätigt Benjamin Gantner. „Wir möchten unseren Kunden das richtige Know-how in der Verarbeitung unserer Produkte vermitteln, um beste Ergebnisse zu erzielen.“ Bernd Therre ist von der Clear-Edge-Technologie überzeugt: „In Zukunft werden unsere Kunden auch gebogene Gläser oder schaltbare Gläser, Funktionsgläser und Hochsicherheitsgläser oder Kombinationen daraus ohne Randverbund herstellen können.“ Erste Interessenten sind bereits mit den Unternehmen im Gespräch.

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