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Kömmerling: Verträglichkeit der Materialien entscheidend bei »Structural-Glazing«-Fassaden

Geklebte Ganzglasfassaden (Structural-Glazing) erfreuen sich im Objektbau großer Beliebtheit, sind aber bauphysikalisch anspruchsvoll umzusetzen. Der Kleb- und Dichtstoffhersteller H.B. Fuller/Kömmerling aus Pirmasens kann seine Kunden mit passenden Produkten und Know-how unterstützen.

Structural-Glazing-Fassaden – geklebte Ganzglasfassaden ohne sichtbare Unterkonstruktion und mit minimalen Fugenbreiten – gehören zu den anspruchsvollen Bauleistungen. Das Zusammenspiel aus Isolierglaselementen, mechanischer Unterkonstruktion, Verklebung und Abdichtung muss optimal aufeinander abgestimmt sein, um den hohen Sicherheitsanforderungen zu genügen. Ein entscheidendes Merkmal hierfür ist die Verträglichkeit der verwendeten Kleb- und Dichtstoffe, und zwar nicht nur untereinander, sondern auch mit allen weiteren Materialien in der Fassade.

Diffusionsprozesse können Schäden verursachen

Das gilt sogar bei Materialien, die keinen direkten Kontakt zueinander haben: Ist die Verträglichkeit im gesamten Fassadensystem nicht ausreichend, können Diffusionsprozesse wie beispielsweise Weichmacherwanderungen auftreten und Schäden in der Konstruktion verursachen. Das Material zwischen den unverträglichen Stoffen agiert dabei als Kontaktbrücke, wodurch sich die beteiligten Kleb- und Dichtstoffe verändern können. Optische Beeinträchtigungen sind eher eine harmlose Folge, es können aber auch aufwendige und kostspielige Reparaturen notwendig werden. Ingenieure, Planer und Architekten sollten daher Wert auf die Verträglichkeit aller eingesetzten Materialien legen.


Zu den Materialien gehören die Gläser und der Randverbund der Isolierglaselemente ebenso wie der Silikonklebstoff, mit dem die Elemente mit oder auf die Unterkonstruktion geklebt werden. Ebenfalls beachtet werden müssen die weiteren zum Einsatz kommenden Stoffe wie Hinterfüllschnüre, Spacertapes und Wettersilikone sowie natürlich die Oberflächen der Unterkonstruktion. Auch die Dimensionen der Structural-Glazing-Fuge und der Sekundärversiegelung in den Isolierglaseinheiten müssen gemäß den gesetzlichen Vorgaben für Structural-Glazing-Fassaden berechnet bzw. ausgelegt und ausgeführt werden. Perfekt aufeinander abgestimmte Kleb- und Dichtstoffe aus einer Hand reduzieren nach Aussage von H. B. Fuller / Kömmerling das Risiko von Unverträglichkeiten im gesamten System. Hat der Anbieter außerdem die notwendige Expertise, um die Verarbeiter zu schulen, und führt er selbst in einem Labor Haftungs- und Verträglichkeitsprüfungen durch, sind wichtige Voraussetzungen bereits erfüllt.

Klebstoffhersteller unterstützt bis zur Zulassung

Geregelt werden die Anforderungen im »Structural-Glazing« durch die »Leitlinie für die europäische technische Zulassung für geklebte Glaskonstruktionen« (ETAG 002). Dabei muss der Hersteller des Klebstoffs für sein Material eine eigene europäische technische Zulassung (ETA) vorweisen. Zugelassen sind nach ETAG 002 ausschließlich Silikone, unter anderem aufgrund der guten UV-Beständigkeit. Die nach der Norm zertifizierten Silikone haben ein aufwendiges Testprogramm durchlaufen, das eine Lebensdauer der Structural-Glazing-Klebung von mindestens 25 Jahren zugrunde legt.

Von den vier Typen der Fassadenkonstruktion sind in Deutschland nur Systeme zugelassen, in denen das Eigengewicht abgetragen wird, also Typ I und II. Für Typ III und Typ IV bedarf es einer gesonderten Zulassung wie zum Beispiel einer Zustimmung im Einzelfall. H.B. Fuller / Kömmerling unterstützt seine Kunden bis hin zu den Genehmigungen für die Typ IV-Objekte. Neben seinen Produkten für die Primär- und Sekundärversiegelung und dem Warme-Kante-Abstandhaltersystem »Ködispace 4SG« zum Aufbau des Isolierglasrandverbunds sowie dem SG-Silikonklebstoff ­»Ködiglaze S« bietet der Hersteller zahlreiche Dienstleistungen rund um Structural-Glazing. Dazu gehören alle relevanten und notwendigen Tests im eigenen Labor, geprüfte Empfehlungen für zertifizierte Materialkombinationen, die Berechnung von Fassadenfugen nach ETAG 002 und Finite-Elemente-Analysen.   J

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