Aktuelles Fassade

Hagemeister: Monochrom aus der Ferne, lebhaftes Farbspiel von Nahem

In Duisburg-Duissern liegt am Fuße des Kaiserbergs die Henle-Villa aus den 1920er-Jahren. Einst Treffpunkt für Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, stand das herrschaftliche Gebäude viele Jahre leer. Nun wurde ihm sein einstiger Charme zurückgegeben, während auf dem angrenzenden Parkgrundstück acht weitere villenartige Neubauten für exklusives Wohnen mit Fernblick geschaffen wurden. Ihre Fassaden ziert eine eigens für das Projekt von Hagemeister produzierte Klinkersortierung. Diese wirkt an der Gebäudehülle von weitem so hell und monochrom wie die Putzfassade des denkmalgeschützten Bestands, doch aus der Nähe offenbaren die Steine ein lebhaftes Farbspiel mit besonderer Textur.

Am oberen Hang des Duisburger Kaiserbergs ließ Dr. Günter Henle, Vorstandsvorsitzender des Stahl- und Metallhändlers Klöckner AG, 1921 eine Villa auf einem großzügigen Parkgrundstück errichten. Das herrschaftliche Anwesen, das zunächst 1937 erweitert und in den 1960er-Jahren durch den Architekten Emil Fahrenkamp um eine zweigeschossige Eingangshalle ergänzt wurde, war im Nachkriegsdeutschland ein beliebter Treffpunkt für die wirtschaftliche Elite.

Nachdem die Henle-Villa rund 20 Jahre lang leer stand und verfiel, hat sich die Blankbau-Gruppe gemeinsam mit einem privaten Investor dem Objekt und dem 9 300 m² großen Grundstück angenommen. Das ebenfalls in Duisburg ansässige Büro Druschke und Grosser Architekten entwickelte sowohl die städtebauliche Planung als auch die Architektur. Auf Grundlage dieser wurde nicht nur der denkmalgeschützten Gründerzeitvilla neues Leben eingehaucht – auf dem Grundstück sind zwischen 2016 und 2019 acht weitere Stadtvillen erbaut worden. Es wurden 46 barrierefreie Wohnungen geschaffen.

Die neuen Gebäude bilden als Quartier Wilhelmshöhe einen Rahmen um das Ensemble der Henle-Villa mit dem Fahrenkamp-Bau, das ihnen als Bezugspunkt dient, und ordnen das Grundstück neu. Die Maßstäblichkeit der Neubebauung mit quadratischer Kubatur nimmt die Fassadenhöhen des Bestands auf. Die drei östlichen, rechteckigen Baukörper bilden einen Rücken für die Henle-Villa und sind Filter zum Waldrand.


Schlanke Steine für die großformatigen Gebäude

Bei der Fassadengestaltung der Neubauten entschieden sich die Architekten für einen Klinker. Gemeinsam mit dem Nottulner Traditionswerk Hagemeister haben sie die Objektsortierung »Wilhelmshöhe HSG« kreiert. »Der warme Sandstein-Farbton des Klinkers setzt sich von der Villa ab und ist damit eine Ergänzung und Kulisse des geschichtsträchtigen Bestandsgebäudes«, sagt Bibiana Grosser. »Die helle Farbigkeit des eleganten Ziegels unterstreicht die freundlich und offen gestaltete Fassade des Ensembles. Das schlanke Steinformat sowie die dem Klinker angeglichene Verfugung unterstützen die plastische Wirkung der Baukörper.« Bei jedem der Häuser sind ausgewählte Gebäudeecken mit einem Formstein abgerundet, was ihnen als Teil eines großen Ganzen einen individuellen Ausdruck verleihe.

Mit der Natur in Harmonie

»Der helle Verblender erscheint von weitem so hell und monochrom wie die vorhandenen Villen, aus der Nähe jedoch entdeckt man ein lebhaftes und weiches Farbspiel sowie seine besondere Textur«, ergänzt Dirk Druschke. Dieser Effekt ist dem Kohlebrand und der ausgewählten Fußsortierung des Ziegels zu verdanken. Der Baustoff Klinker harmoniere darüber hinaus mit den anderen Materialien wie Kalksandsteinwände, Natursteinböden oder den Holz-Alu-Fenstern, die mit Bedacht auf die naturnahe Umgebung ausgewählt wurden. »Klinker ist natürlich, nachhaltig und vor allem zeitlos – deshalb ist er für uns der Klassiker unter den Baumaterialien für Fassaden. Die unendliche Vielfalt an Farben, Oberflächen und Formen ist neben seiner Langlebigkeit nur ein Argument für den Baustoff«, so Bibiana Grosser. Sie schließt: »Nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch in puncto Qualität und Wirtschaftlichkeit hat uns der Klinker von Hagemeister zum wiederholten Male überzeugen können. Die acht Stadtvillen des Quartiers Wilhelmshöhe wirken auch dank ihrer Klinkerfassaden nicht nur hochwertig. Sie sind es.«   J

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