Hagemeister: Handstrich-Ziegel sorgt für Harmonie und Plastizität

Das ehemals industriell geprägte Carba-Areal in Bern-Liebefeld wurde zu einer vielfältig nutzbaren urbanen Siedlung umgestaltet. Die Fassadengestaltung greift mit den hellen Klinkern von Hagemeister das historische Vorbild auf und verbindet es mit der modernen Architektur.

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Am ehemaligen Standort von Carba Gas erinnert nicht mehr viel an die Flüssiggasbehälter von einst. Heute bietet sich ein Bild verdichteter Nutzung für Büros, Wohnen und Dienstleistungen. Durch eine sorgfältige Gesamtplanung wurde eine schrittweise Überbauung eingeleitet, die renovierte Altbauten und moderne Architektur in ein eigenständiges Quartier zusammenfasst. 2020 wurde mit der Überbauung Carba der letzte Baustein des Projektes fertiggestellt. Aus den benachbarten Vidmarhallen entwickelte sich die Ausgestaltung der Baukörper. Dabei positionieren sich vier Komplexe rund um einen zentralen Platz und verbinden die beiden gewachsenen Industriebereiche Carba und Vidmar miteinander. 95 Wohnungen mit zweieinhalb bis viereinhalb Zimmern sind hier entstanden. Im Erdgeschoss entlang der ehemaligen Werkgasse befinden sich zweigeschossige Ateliers mit halbprivaten Vorplätzen, die sowohl wohnen als auch arbeiten zulassen.

Klinker sorgen für Harmonie

»Durch die zurückhaltende Materialisierung in Sichtbeton und Sichtmauerwerk erhalten die Neubauten einen eigenständigen Ausdruck und fügen sich harmonisch in die benachbarten Industrieareale ein«, sagt Projektarchitekt Urs Brantschen. Für die Fassadengestaltung wählten die Architekten eine Sortierung aus dem Nottulner Klinkerwerk Hagemeister – den Handstrich-Ziegel »Östersund HS«. Die Steine geben der Gebäudehülle mit ihren weiß-hellbeige und grau-beige changierenden Nuancen sowie dem dezenten Kohlebrand Plastizität. »Das zurückhaltende Fassadenbild lebt von der besonderen Klinkeroberfläche sowie dem feinen Spiel der Farben«, so Brantschen. Diese harmonieren zudem mit den Betonplatten im Innenhof, die aus der ursprünglichen Industrienutzung erhalten sind.


Weitere Materialien wie helle Fugen, Fensterbänke in Beton und Fensterfüllungen in Wellblech runden das einheitliche Bild ab. In der Mitte des begrünten Innenhofs können die Bewohner auf Sitzelementen aus Holz verweilen. Es gibt klare öffentliche Räume mit urbanem Leben und einem Nebeneinander mit Industriecharakter.   J