Aktuelles Die Türe Gestaltung & Technik

Verdeckt im Objekt: Das BaSys-Band, das die Glastür dreht

Die Technik bei einer Glastür zu verstecken scheint paradox. Und doch hat der ­Baubeschlaghersteller Basys aus Kalletal diese Herausforderung angenommen. Mit dem ­verdeckt liegenden Band »Pivota DX Glass« bereitete er das Fundament für die Entwicklung eines Komplettsystems aus Band, Schloss, Drücker und Zarge, das sich der transparenten und filigranen Ästhetik von Glasdrehtüren minimalistisch und dezent unterordnet.

Bereits auf der BAU 2017 hatte die Bartels Systembeschläge GmbH den Prototypen eines verdeckt liegenden Bandes für Ganzglastüren gezeigt. Basys adaptierte damit bewährte, bereits CE-zertifizierte Technik: Das Band eignet sich für Standardzargen und deckt mit fräsgleichen Scharnierdimensionen gleich mehrere Tragfähigkeiten ab. Das Rahmenteil verschwindet wie üblich in der Zarge, das Flügelteil in einem mit der Glastür dauerhaft fest verschraubten Kasten. Auf der BAU gewann das Produkt die Aufmerksamkeit von Sebastian Boos, Betriebsleiter der Glaskeil Glasbau GmbH & Co. KG in Würzburg, die mit ihrer Kernkompetenz in der Glasveredelung und -montage Projekte im Laden-, Yacht- und Caravanbau plant, aber auch Tischler, Schreiner und private Endkunden mit Flachglasprodukten beliefert. Boos interessierte sich in erster Linie für das Band, fragt mit Blick auf den Einsatz seiner Trennwandsysteme in Büros aber auch nach einem dazu passenden, abschließbaren Schloss mit Türdrücker sowie nach der farblichen Abstimmung der einzelnen Komponenten mit der Zarge. Das war der Anstoß für den Baubeschlaghersteller Basys, sein »Pivota DX Glass« zum objektgeeigneten System auszubauen.

Eigenes Büro als Showroom

Bei Glaskeil will man umgehend wissen, wie sich das Band montieren lässt und wie es sich in der Praxis funktional und optisch bewährt. So stattet das Unternehmen kurzerhand die Trennwände in den eigenen Büros mit dem neuen Beschlagsystem aus. Montieren lässt es sich auf bewährtem Wege ohne Veränderung der Zargenkonstruktion. Glaskeil setzt hauptsächlich auf Aluminiumzargen – auch der von Basys gelieferte Bandaufnahmekasten und der Schlosskasten sind aus massivem Aluminium gefertigt. Das Material bietet vielfältige Oberflächengestaltungsmöglichkeiten mit dem Pulverbeschichtungsverfahren, sodass sich das Design fein aufeinander abstimmen lässt. Im Besprechungsraum bei Glaskeil findet sich zum Beispiel der Farbcode Anthrazit RAL 7016 – aber nicht nur auf Band und Bandkasten, Schloss und Schlosskasten, Türdrücker und Zarge. Er setzt sich auch über die Profile, Fuß- und Sockelleisten, eine Mediensäule, die Tischbeine und sogar bis hin zum Silikon durchgängig fort.


Aus ästhetischer und funktionaler Sicht sind dem gelernten Glaser aber weitere Aspekte wichtig, weshalb er das Bandsystem von Basys einsetzt. »Es sind das geradlinige, puristische Design, die klare Formensprache von Band- und Schlossaufnahmekasten sowie der auf das Wesentliche reduzierte Materialeinsatz.« Basys fräst den Bandaufnahmekasten aus vollem Block und passt ihn an die Bandgröße und die Glasstärke von acht, zehn oder zwölf Millimetern an. Das darin verdeckte »Pivota DX Glass« trägt laut Hersteller pro Paar bis zu 160 kg Türgewicht – für Boos ein Argument, um große, bis zu drei Meter hohe, objekttaugliche Glasdrehtüren künftig mit nur zwei statt drei Bändern realisieren zu können. Die Türen lassen sich mit dem Band bis 180 Grad öffnen,sind wartungsfrei gelagert und dreidimensional justierbar. Bei geschlossener Tür schließen Bandaufnahme- und Schlosskasten beidseitig flächenbündig mit dem Zargenspiegel ab. In geöffnetem Zustand sorgen magnetisch gehaltene Abdeckplatten für eine schraubenfreie Optik.

Zwölf Glasdrehtüren mit drei verschiedenen Farbtönen realisierte Glaskeil in den eigenen Büros. Insgesamt hat das Unternehmen bereits fünf Objekte mit dem verdeckt liegenden Bandsystem von Basys ausgestattet – zwei weitere sind bereits in Planung. Bei den realisierten Projekten konnten die unterschiedlichen Anforderungen an die Tür, wie schallhemmend, abschließbar und farblich individuell an das Raumkonzept anpasspar, immer zur Zufriedenheit der Kunden umgesetzt werden. Funktion und Design harmonieren bei diesem System mit Qualität und Invidiualität.    J

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