Aktuelles Innenausbau

URSA: Eingeblasene Energieeffizienz

Kindertagesstätte und Erzieherfachschule unter einem Dach: Ein dreigeschossiger Verbundbau in Wismar bietet diesem Konzept jetzt den nötigen Raum. Das Gebäude wurde in Holzrahmenbauweise erstellt. In den Elementen kam die Einblasdämmung »Pure Floc« von Ursa zum Einsatz. Sie sorgt laut Hersteller nicht nur für einen hohen Wärmeschutz, sondern lässt sich auch bei der Vorfertigung der Elemente zeitsparend und sicher maschinell verarbeiten.

Unweit des Wismarer Bahnhofs entstand eine neue Einrichtung, die sowohl Platz für eine Kindertagesstätte als auch für eine Erzieherfachschule bietet. Träger ist die LernWert gemeinnützige GmbH, Bauherr und Investor ist der Wismarer Bauunternehmer Marco Krentz. Als Generalunternehmer übernahm die Hochbau Krentz & Müller GmbH den erweiterten Rohbau und die Ausführung – beziehungsweise vergab einzelne Gewerke an spezialisierte Fachunternehmen. 84 Kinder werden in der neuen Kindertagesstätte betreut. Eine im Haus untergebrachte, öffentliche Cafeteria sorgt für die Verpflegung. Auf rund 2 500 m2 Außenfläche ist – neben dem Spielplatz – auch eine Streuobstwiese nebst Kräuter- und Gemüsegarten geplant. In der Erzieherfachschule sind 41 Fachschüler und -schülerinnen in der vierjährigen Ausbildung – ausgerichtet ist das Gebäude auf maximal 100 Auszubildende.

Die Planung und Baubegleitung des Holzbaus erfolgte auf dem rund 7 500 m2 großen Grundstück durch das Architekturbüro Freiort Architekten aus dem Ostseebad Boltenhagen. Dabei haben die Architekten sowohl den Hochbau als auch die Innenarchitektur als ganzheitliches Projekt gestaltet und umgesetzt. Während viele Gebäude in Holzrahmenbauweise noch ein- und zweigeschossig realisiert werden, wurde hier dreigeschossig gebaut. Der L-förmige Grundriss des Baukörpers nimmt den Straßenverlauf auf: Der lange Schenkel an der Rostocker Straße ist 53 m lang, der kurze am Gerberhof 32 m. Drei Hauptgebäudekomplexe mit den jeweiligen Eingangsbereichen werden mit Verbindungsbauten untereinander angeschlossen.

Platz für alle: mehrgeschossiger Holzrahmenbau

Die Bodenplatte des Erdgeschosses mit rund 1 100 m2 besteht aus Stahlbeton. Diese wurde mit Trittschall- und Wärmedämmung versehen. Zudem wurde ein schwimmender Estrich eingebaut. Die tragende Gebäudehülle besteht aus Holzrahmenbauelementen. Der natürliche Baustoff Holz prägt auch die Fassadengestaltung, die durch vorstehende Giebelrahmen lebendig wirkt. Alle Giebelrahmen wurden so ausgeführt, dass sie eine horizontale Brandausbreitung verhindern.


Zwischen den Geschossen liegen Brettschichtholzdecken. Sie wurden mit einer Trittschallplatte und Dämmschüttung versehen. Diese Kombination wirkt sich insbesondere positiv auf den Schallschutz aus. Aufgrund der Anpassungsfähigkeit des Schüttmaterials konnten Leitungen flexibel in die Schicht eingebettet werden. Auf die integrierte Fußbodenheizung wurde ein schwimmender Zementestrich aufgebracht. Abgeschlossen wird das Gebäude mit einer Brettschichtholzdecke. Sie ist als Flachdach mit einer Gefälledämmung und Kiesschüttung gestaltet.

Die Vorfertigung der Holzrahmenbauelemente übernahm Holzbau Potts aus Zwiedorf. Sie bestehen aus einer zweilagigen Gipskartonplatte, einer Installationsebene von rund 6 cm sowie einer OSB-Platte. Hier schließt das 20 cm dicke Holzständerwerk an. Das Gefach des Traggerüsts ist gedämmt und mit einer DWD-Holzfaserdämmplatte versehen. Fassadenbahn, eine Grundlattung zur Hinterlüftung sowie die Traglattung und die Holzverkleidung schließen den Wandaufbau nach außen ab.

Effizient vorgefertigt

Ein hoher Vorfertigungsgrad sorgt per se für verkürzte Abläufe auf der Baustelle – denn die Elemente werden unter witterungsgeschützten Bedingungen im Werk gefertigt, auf die Baustelle transportiert und dort lediglich montiert. Um auch das Dämmen der Elemente im Werk zu optimieren, setzte die Hochbau Krentz & Müller GmbH als Generalunternehmer auf Einblasdämmung aus Mineralwolle von Ursa. Mit einer speziellen Maschinentechnik erfolgte das Befüllen der Gefache ganzer Wandtafeln auf leichte Weise schnell und einfach. Die Flexibilität des Materials sorge zudem dafür, dass ein gleichmäßiges und fugenfreies Befüllen – auch der Ecken – ermöglicht wird. Zudem sei es setzungssicher. Damit ist die Einblasdämmung zeitsparend zu verarbeiten und gibt Sicherheit in der Ausführung: Wärmebrücken aufgrund unzureichend gefüllter Bereiche könnten so ausgeschlossen werden.

Im Werk in Zwiedorf / Wolde wurde zunächst das Holzständerwerk hergestellt und dann mit einer statisch tragenden OSB-Platte beplankt. Das Einbringen der Dämmung erfolgte gefachweise durch das Auflegen einer sogenannte Einblasplatte, über die bis zu fünf Düsen gleichzeitig arbeiten und so die Hohlräume schnell und effizient befüllen. Marco Krentz entschied sich bewusst für ein Einblasmaterial, welches in der Verarbeitungsphase kaum staubt, formstabil ist und nicht nachrieselt. »Pure Floc« passt sich dem Hohlraum laut Ursa optimal an und füllt diesen komplett aus. Nach dem Einblasvorgang wurde die aufgelegte Platte wieder entfernt – dies ermöglichte eine Sichtkontrolle der eingefüllten Dämmung und gewährleistet eine gleichbleibend hohe Qualität der gefertigten Elemente. Abschließend erfolgte das Aufbringen der Holzfaserplatte, die per Nut und Feder verbunden wurden.

Eingeblasenes Multitalent

Energieverbrauch und Nachhaltigkeit spielten beim Bau des Komplexes eine entscheidende Rolle. So liegt der Jahresprimärenergiebedarf bei 71,6 kWh/(m²a). Als Dämmmaterial setzte man in Wismar daher auch auf »Pure Floc«: Die einblasbare Mineralwolle ist laut Hersteller hoch wärmedämmend – mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m∙K). Der natürliche Dämmstoff ist zudem nicht brennbar und bietet damit Sicherheit. Seine schalldämmenden Eigenschaften tragen dazu bei, dass eine ruhige Lernatmosphäre auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu den spielenden Kindern der Kindertageseinrichtung möglich ist – ein Faktor, der entscheidend für die Gesamtqualität des Gebäudes ist.

Ein weiterer Punkt: Der Dämmstoff steht laut Ursa für ein behagliches Raumklima. Das Gebäude heizt sich im Sommer nicht auf; im Winter werden Wärmeverluste über die Fassade minimiert. Neben Behaglichkeit und Wohngesundheit bietet der Dämmstoff auch Schutz vor Schimmel und Fäulnis. Er ist zudem frei von Formaldehyd. Er wirkt sich insgesamt positiv auf das Innenraumklima aus. Dies belegt auch das Umweltzeichen »Der Blaue Engel«.

Für die Innendämmung kam ebenfalls Mineralwolle zum Einsatz. Auch hier sorgt »Ursa Pureone« mit den schalldämmenden Eigenschaften dafür, dass Lernen und Spielen nebeneinander möglich ist, ohne dass sich die Gebäudenutzer voneinander gestört fühlen.    J

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