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Münsterländer Profilklinker schmücken Berliner Apartmenthaus

Hagemeister: Im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg ist der Wohnraum knapp und die wenigen Baulücken wollen sinnvoll genutzt werden. Diesem Anspruch wird das Neubauprojekt der katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie gerecht: In direkter Nachbarschaft zur St.-Augustinus-Kirche entstand ein Wohn- und Geschäfts-haus mit Kindertagesstätte und Apartments für Studierende. Ein Blickfang ist die Fassadengestaltung des Neubaus in Anlehnung an die Kirche. Für das Bauprojekt entwickelte das Nottulner Klinkerwerk Hagemeister einen Formklinker mit Höckerprofil. Dieser verleiht der Fassade einen geradezu skulpturalen Charakter.

Wie kein anderer prägte der Architekt Joseph Bachem den katholischen Kirchenbau im Berlin der 1920er- und 30er-Jahre. Seine mit den charakteristischen Klinkern verblendeten Backsteinbauten im Stil des Spätexpressionismus sind in der ganzen Stadt zu finden. So auch in Prenzlauer Berg, wo die Kirche St. Augustinus heute der Mittelpunkt der katholischen Gemeinde Heilige Familie ist.

Der jetzt erstellte Neubau fügt sich zur Straße hin als Lückenbebauung harmonisch in die Umgebung ein und fungiert somit wie ein Schlussstein. »Wir wollten den Charakter des Gebäudes als ein mit St. Augustin zusammenhängendes Objekt darstellen. Der Architekt Bachem hat in meisterlicher Weise den Klinker eingesetzt, um seine Kirche als Solitär zu manifestieren, der einerseits eingebunden ist, andererseits eine Sonderrolle einnimmt«, erläutert Architekt Stephan Thiele, von dem der Entwurf für das Wohn- und Geschäftshaus stammt. Die Wahl fiel auf Hagemeister-Klinker in der Sortierung »Alt Berlin GT« – ein Fassadenstein in elegantem Schwarz-Anthrazit mit silbrigen Anflammungen.

Profilklinker für eine plastische Fassade

Während die homogene Farbgestaltung für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgt, zeigen die zwei unterschiedlichen Formate die gestalterische Vielfalt einer Klinkerfassade: In den oberen Etagen wurden Steine mit glattem Profil verarbeitet, im Erdgeschoss die eigens für das Bauprojekt entwickelten Formklinker mit Höckerprofil eingesetzt – jeweils im Normalformat und verarbeitet im Halbsteinverband. Der Profilklinker mit seinen Vor- und Rücksprüngen gibt dem Gebäude eine plastische Relief-Struktur und verleiht der sonst eher reduzierten Formensprache des Baus raffinierte Details sowohl in der Optik als auch der Haptik.

»Die Gegenüberstellung von Vertikalen im Sockelbereich und der Bänderung in den Obergeschossen stellen für uns die Übersetzung der unterschiedlichen Funktionen des Gebäudes dar: lagernd und horizontal das Wohnen, vertikal und offen die Kita«, so Thiele. Obwohl die Verblendung mit Klinker die Fassadengestaltung des Neubaus dominiert, kommt als strukturierendes Element auch der Baustoff Putz zum Einsatz: Die Putzflächen gliedern die Fassadenflächen und fassen die Mauerwerkselemente ein. Somit wirkt der Neubau mit Klinkerfassade zeitlos und klassisch.    J


 

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