W. & L. Jordan GmbH Vom Holzhandel zum Komplettanbieter

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: W. & L. Jordan
Von: Christine Seif

Über 100 Jahre Unternehmensgeschichte, mittlerweile in vierter Generation, über 1 600 Mitarbeiter, 78 Niederlassungen, in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern vertreten – vom ursprünglich 1919 gegründeten Holzhandel hat sich W. & L. Jordan mit seiner Marke »Joka«  zum Komplettanbieter für Innenausbau entwickelt. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, hat W. & L. Jordan 2020 seine neue »Joka«-Zentrale in Kassel eröffnet. Zusammen mit einem engmaschigen Netz an Niederlassungen und Vertriebspartnern in Kombination mit einem breit gefächerten Sortiment und dem dazugehörigen umfassenden Service möchte das Unternehmen seinen Aufwärtstrend der vergangenen 100 Jahre auch in Zukunft fortsetzen. Der baustoffPARTNER hat sich mit Jörg Ludwig Jordan, geschäftsführender Gesellschafter, zum Interview getroffen und über die aktuelle Lage des Unternehmens und seine Pläne gesprochen.

Wenn man in Kassel heute den Namen Jordan hört, denken die meisten wohl an »Holz Jordan«, ein Erbe von Ludwig ­Jordan, der Großvater von Jörg Ludwig Jordan. Er gründete 1919 den Holzhandel, aus dem sich das heutige Unternehmen entwickelt hat. »Mein Vater Horst-Dieter Jordan stieg 1945 als Auszubildender in die Firma ein und wurde 1958 zum Geschäftsführer berufen. Er war es, der in den 60er-Jahren den Bereich der Bodenbeläge und in den 80ern das Sortiment Tapeten ergänzte«, erzählt Jordan im Interview. Die erfolgreiche Entwicklung vom lokalen Holzhandel zum internationalen Markenanbieter ist das Ergebnis von drei Generationen engagierter Unternehmer, mutiger Entscheidungen und einer visionären Geschäftsstrategie, kombiniert mit Tradition und Leidenschaft, ist sich Jörg Ludwig Jordan sicher. Sogar die vierte Generation ist mittlerweile im Familienunternehmen tätig: »Es macht mich sehr glücklich, dass nun in diesem Jahr meine Tochter Felicitas und mein Sohn Johann Ludwig ins Familienunternehmen eingestiegen sind. Sie werden dabei helfen, das Unternehmen in die Zukunft zu begleiten. Gemeinsam wollen sie sich unter anderem den digitalen Herausforderungen widmen.«

Während der vergangenen 10 Jahre galt es immer wieder Herausforderungen zu trotzen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen: »Nach meinem Einstieg 1986 war der Brand des Lagers für Bodenbeläge in Kassel im Jahr 1988 ein Einschnitt, den wir zur Innovation nutzten: die Modernisierung des Lagers für Bodenbeläge zum ersten kleinen Zentrallager und die Einführung des Nachtsprungs zu den damals zwei Standorten in Darmstadt und Marburg«, ­erzählt der Geschäftsführer. »Zu den größten Umbrüchen gehörte allerdings die Wiedervereinigung 1990, die ­Jordan ganz neue Geschäftsgebiete eröffnete. Als erste Niederlassung im deutschen ­Osten eröffneten wir 1990 die Niederlassung Erfurt, parallel nahmen wir noch den Bereich Wohnstoffe in der neu gegründeten Niederlassung Fulda auf.« Die Bau-­Krise Ende der 90er nutzte Jordan zur Erweiterung in Deutschland, parallel wuchs das Zentrallager am Stammsitz in Kassel durch mehrere Grundstückszukäufe. Gleichzeitig wurde der Markenauftritt von »Joka« professionalisiert.

Auf 20 000 m2 Lagerfläche im Zentrallager Bodenbeläge in Kassel lagern 3 Mio. m2 Parkett, Laminat, LVT und textile Bodenbeläge.

Expansion außerhalb Deutschlands

Mit der Übernahme der österreichischen ­INKU AG aus der Insolvenz im Februar 2009 wurde die erste Auslandstochter gegründet. Ab 2016 erfolgte der Eintritt in die europäischen Nachbarländer Schweiz, Italien und Polen. Seit 2021 ist das Unternehmen nun auch in den Niederlanden vertreten, mittlerweile bereits mit vier Standorten. »Ziel war es, unsere Marke ›Joka‹ (JOrdan KAssel) ­national und später auch in den angrenzenden überwiegend deutschsprachigen Regionen verfügbar zu machen.«

Doch auch der traditionelle Geschäftsbereich »Holzhandel« ist weiterhin eine der Säulen von W. & L. Jordan. »Wir versorgen das holzverarbeitende Handwerk von acht Standorten mit zum Beispiel Holzwerkstoffen, Innentüren, Hobelware oder Wandverkleidungen. Auf 8 000 m² Zentrallager-Holzwerkstoffe in Kassel halten wir 200 000 Platten und mehr als 5 000 Türen stetig am Lager. In unserem eigenen Plattenverarbeitungszentrum in Kassel können wir für unsere Kunden Platten zuschneiden, HPL-Verbundplatten herstellen und weiterverarbeiten sowie Möbelfertigteile herstellen. Es dient quasi als verlängerte Werkbank für unsere Kunden. Diese Leistungen sind sogar online konfigurierbar. Zudem können unsere Kunden auch den innovativen Türenkonfigurator oder den umfangreichen ›Joka‹-­Terrassenplaner online nutzen.«

Unter der Marke »Joka« bietet W. & L. Jordan das Komplettsortiment im Bereich Inneneinrichtung – von Parkett, Design- und Teppichböden bis hin zu ­Türen, kreativen Wandverkleidungen, Tapeten, Wohnstoffen und ­Sonnenschutz, aber auch Zubehör und Werkzeug. »Unsere Marke vereint hochwertige und langlebige ­Produkte. Besonders gefragt sind im Bodenbereich unsere Designböden, das ­›Joka‹-Türensortiment wird schrittweise in immer mehr Standorten integriert.«

1919 gründete Ludwig Jordan den Holzhandel –  auch heute noch ist dieser Bereich eine der Säulen von W. & L. Jordan.

Engmaschiges Vertriebsnetz

Um die Kunden perfekt betreuen zu können, legt Jörg Ludwig Jordan und sein gesamtes Team wert auf persönlichen Kontakt. Aus diesem Grund wurde das Vertriebsnetz in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. »Unsere Niederlassungen sind kleine Unternehmen im Unternehmen. Mehr als 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind im Außendienst für unsere Kunden unterwegs, unterstützen sie auch bei Bauprojekten, Fachgesprächen und Endkundenbetreuungen und stellen neue Produkte vor«, erzählt Jörg Ludwig Jordan im Interview. »Zur Stärkung der Partnerschaft bieten wir zudem verschiedene Veranstaltungen wie Handwerkerfrühstücke, Weihnachtsbaumschlagen oder auch Schulungen für unsere Kunden auch in Kooperation mit unseren Lieferanten an. Legendär ist unser schneller Lieferservice. Unsere Niederlassungen werden täglich im Nachtsprung von unserem Zentrallager aus bedient, damit unsere Kunden ihre Ware auch rechtzeitig auf der Baustelle einsetzen können.«

Start in ein neues Jahrhundert

Damit diese Belieferung reibungslos funktioniert und die Waren auch jederzeit lieferbar sind, verfügt das Unternehmen über eine enorme Lagerkapazität: Auf 20 000 m² Lagerfläche im Zentrallager Bodenbeläge in Kassel lagern 3 Mio. m² Parkett, Laminat, LVT und textile Bodenbeläge. Dieses wurde erst 2020 im Zuge der Errichtung der neuen »Joka«-Zentrale in Betrieb genommen. »Mit der ›Joka‹-Zentrale Bodenbeläge sind wir in ein neues Jordan-Jahrhundert gestartet. Der Neubau ist ein Meilenstein und eine wichtige Zukunftsinvestition in die Marke ›Joka‹«, zeigt sich Jordan sichtlich stolz.

»Auf dem Grundstück sind innerhalb eines Jahres drei miteinander verbundene Lagerhallen mit knapp 20 000 m² un­d ein modernes Bürogebäude mit 2 600 m² Nutzfläche entstanden – und eine Erweiterung der Lagerfläche um zusätzliche 10 000 m2 befindet sich schon im Bau. Hier finden sich nicht nur hochautomatisierte Kommissionier- und Teppichschneideanlagen, die Hallen bieten auch Platz für die Lagerung des gesamten Bodenbelagssortiments, bestehend aus Parkett, Laminat, Designboden, Teppichboden, Leisten, Unterlagen und sonstigem Zubehör, welches wir als Branchenführer für unsere mittelständische Kundschaft aus Handwerk und Fachhandel vorhalten. Außerdem beheimatet das neue Gebäude eine moderne Bürolandschaft und im Atrium das ›Kreativhaus‹ samt umfangreicher Musterausstellung, in dem die Kooperationspartner ihre individuelle Ladenausstattung, den ›Joka‹-Wohnstore, konfigurieren können. In modern und hell gestalteten Tagungs- und Seminarräumen vermitteln unsere eigenen Experten in Weiterbildungen und Produktschulungen ihr Fachwissen und begeistern interessierte Kunden und Geschäftspartner für den Einsatz der modernen und nachhaltigen Produkte.«

Bei Planung und Bau der neuen Zen-
trale war den Verantwortlichen das Thema Nachhaltigkeit ein großes Anliegen: »Wir haben uns hohe ökologische Ziele gesetzt und möchten unserer Verantwortung für Umwelt und Klima gerecht werden. In dem Neubau sind 1 500 Kubikmeter Holz verbaut worden und damit 1 500 Tonnen CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen. Zusätzlich sind drei Viertel der Lagerfläche mit Gründach ausgestattet, man könnte fast sagen, dass die Greening-Fläche lediglich um zehn Meter nach oben verlagert wurde«, scherzt Jordan. »Die auf dem Dach des Gebäudes ­installierte Photovoltaik-Anlage ermöglicht nicht nur einen nahezu CO2 freien Betrieb, sondern versorgt zusätzlich bis zu 5 000 Haushalte im Stadtteil Niederzwehren mit Strom.«

Die »Joka«-Zentrale Bodenbeläge – auf dem Grundstück befinden sich drei miteinander  verbundene Lagerhallen mit knapp 20 000 m2 und ein modernes Bürogebäude mit 2 600 m2 Nutzfläche.

Jede Zeit hat ihre Herausforderungen

In der Geschichte von W. & L. Jordan gab es immer wieder Herausforderungen zu bewältigen – auch die aktuelle Zeit birgt das ein oder andere Problem – Stichwort Fachkräftemangel. Das sieht auch Jörg Ludwig Jordan so und daher möchte er und sein Team dem entgegenwirken. »Der Mangel an Fach-, Führungskräften und Nachwuchs ist auch bei uns spürbar. Um junge, talentierte Menschen, aber auch erfahrene Berufstätige, die sich einen Neustart wünschen, besser anzusprechen, haben wir seit Dezember dieses Jahres eine Kampagne unter dem Namen »#RaumFürMich« gestartet. Hauptbestandteil dieser Aktion ist der Onlinegang einer Karriereseite, die Einblicke in unser Unternehmen gibt und über die möglichen Berufsfelder, Praktika, Duales Studium und Ausbildungsmöglichkeiten informiert.«

Jordan weiß, dass für viele Arbeitnehmer ein sicherer Job längst nicht mehr allein entscheidend ist. »Immer wichtiger werden ansprechende Arbeitsbedingungen, abwechslungsreiche Aufgaben, individuelle Fördermöglichkeiten und eine offene Unternehmenskultur. Das ist auch uns bewusst und neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Anliegen«, so Jordan weiter. Dass das Unternehmen diesbezüglich vorne mitspielt, hat auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestätigt. »Durch die aktive Einbeziehung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es uns gelungen, ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld zu schaffen. Dafür wurden wir im vergangenen Jahr auch mit dem Prädikat ›Zukunftsfähige Arbeitskultur‹ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausgezeichnet. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern und uns gemeinsam mit unseren Mitarbeitern für die Zukunft weiter fit zu machen.«

Den Nachwuchs im Handwerk fördern

Damit die Fachkräfte auch für die Zukunft gesichert sind, setzt sich W. & L. Jordan seit vielen Jahren stark für den Nachwuchs im Handwerk ein. 1994 wurde dafür sogar die eigene Jordan-Stiftung ins Leben gerufen – mit ihr soll die Ausbildung im Handwerk gefördert und die Ausbildungsqualität gesichert werden.


Für die Zukunft noch viel vor

Die Baubranche klagt derzeit in einigen Bereichen über ein rückläufiges Auftragsniveau und viele befürchten in 2023 einen Einbruch aufgrund von zum Beispiel steigenden Zinsen oder den hohen Kosten für Material. Doch Jörg Ludwig Jordan schaut optimistisch auf das nächste Jahr und freut sich schon auf die Neuheiten, die W. & L. ­Jordan auf den Markt bringt. »Neben unserer hochwertigen Teppichbodenkollektion ›Balance‹, die gerade erst erschienen ist, sind im neuen Jahr bereits einige neue Kollektionen geplant. Das Flaggschiff unter unseren Designböden ›Wooden Styles‹ zum Beispiel mit besonders ausdrucksstarken Oberflächen, unter anderem in Fischgrat, die neue Sonnenschutzkollektion ›Milano‹ aus der eigenen, inzwischen übernommenen Produktion Cortina und unter dem Stichwort ›Grüner Bügel‹ soll es eine neue Kennzeichnung im Sektor Jordan Heimtex Stoffe für recycelte und nachhaltige Produkte geben. Gefragt sind darüber hinaus nach wie vor unsere trendigen ›Joka‹-Akustikpaneele ›Paro‹.« J

Jörg Ludwig Jordan geschäftsführender Gesellschafter W. & L. Jordan

»Respekt, Wertschätzung und eine Kommunikation auf Augenhöhe sind für  uns selbstverständlich. So bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Raum, sich persönlich weiterzuentwickeln und  die Zukunft aktiv mitzugestalten.«