Das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW München) hat »Jackodur Evo 300 Standard«-Dämmplatten in 180 mm Dicke untersucht, die zuvor drei Winterperioden lang in einem begrünten Umkehrdach verbaut waren. Die Laborergebnisse der entnommenen Proben zeigen eine äußerst geringe Wasseraufnahme sowie Messwerte der Wärmeleitfähigkeit im Bereich des deklarierten Nennwerts. Die Druckspannung lag bei über 342 kPa. Das ist ein belastbarer Hinweis für Architekten und Planer, die im Umkehrdach vor allem eines brauchen: dauerhaft verlässliche Kennwerte.
Für die Untersuchung entnahm das FIW München Proben aus einem begrünten Umkehrdach eines Mehrfamilienhauses in Mettmann. Der Systemaufbau umfasste unter anderem eine Substratschicht mit Sedum-Vegetation, eine Drainage sowie eine wasserableitende Trennlage oberhalb der Dämmung. Ziel der Untersuchung war es, die Eignung und Dauerhaftigkeit der XPS-Dämmplatten für die Anwendung im Umkehrdach über eine mehrjährige Nutzungszeit zu bewerten – mit Fokus auf Wärmeleitfähigkeit, Druckverhalten und Feuchtegehalt im Labor.
Messergebnisse im Überblick
Die Laborwerte zeigen ein klares Bild: Die Feuchtegehalte der Dämmplatten lagen mit 0,23 bis 0,41 Vol.-Prozent und einem Mittelwert von rund 0,35 Vol.-Prozent sehr niedrig. Die Wärmeleitfähigkeitswerte der feuchten Proben betrugen maximal 0,0321 W/(m·K) und lagen damit im Bereich des deklarierten Nennwerts von 0,032 W/(m·K). Die Druckspannung bei zehn Prozent Stauchung im feuchten Zustand lag über 342 kPa. Diese Ergebnisse zeigen, dass »Jackodur Evo« im Umkehrdachaufbau nicht nur rechnerisch, sondern auch nach mehrjährigem Praxiseinsatz leistungsstabil bleibt.
Tino Dannenberg, Produktmanager bei Jackon Insulation by Bewi, hat die Untersuchung begleitet: »Im Umkehrdach zählt am Ende nicht das Versprechen, sondern der Nachweis im Praxisbetrieb. Die Langzeiterfahrungen kann man unter realen Einsatzbedingungen im Objekt gewinnen. Nur so lässt sich die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Dämmplatten zuverlässig beurteilen. Dass die FIW-Messwerte nach mehreren Jahren Einbauzeit im begrünten Umkehrdach im Bereich unseres deklarierten λ-Wertes liegen, bestätigt genau die Produktqualität.«
Trennlage mitgeprüft
Auch Proben der diffusionsoffenen Trennlage »Jackodur Dachvlies WA« wurden entnommen und auf Wasserdampfdurchlässigkeit geprüft. Die Messergebnisse lagen nach der Nutzungszeit weiterhin unterhalb des deklarierten sd-Wertes von 0,1 m. Damit ist nicht von einer verschmutzungs- oder alterungsbedingten Beeinträchtigung der Dampfdiffusion auszugehen. Die Systemkomponente bleibt somit auch nach Jahren funktional. Das ist ein wichtiger Punkt für die Planung, wenn Gründachaufbauten langfristig wartungsarm und zuverlässig funktionieren sollen.
Neben den stabilen Kennwerten ist im Projektgeschäft eine schnelle und sichere Ausführung ein wichtiger Faktor. Die einlagige Verlegung bis 400 mm ist hier ein Plus, das sich in Termin- und Kostensicherheit auszahlen kann. Zusätzlich gilt: Bei einlagiger Verlegung ist die im mehrlagigen Aufbau diskutierte Bildung eines Wasserfilms zwischen zwei Dämmlagen konstruktiv nicht gegeben. Das ist ein bauphysikalisch wichtiges Detail, das im Umkehrdach berücksichtigt werden muss.
»Jackodur Evo 300« ist in Großbritannien für die Anwendung als Umkehrdachdämmung BBA-zertifiziert, Zertifikat 21/5944. Das British Board of Agrément zählt zu den etablierten, unabhängigen Prüfinstanzen im britischen Bauwesen.