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GEALAN: »Wir wollen unseren Partnern jederzeit neue, optimierte Lösungen bieten«

Als Hersteller von Kunststoffprofilen für Fenster und Türen arbeitet Gealan kontinuierlich an neuen Systemlösungen. Andreas Linke (Gruppenleiter Produktmanagement) und Michael Militzer (Gruppenleiter Innovation / Elektronik) erläutern im Interview, an welchen Projekten und Innovationen Gealan aktuell im Fensterbereich arbeitet.

Michael Militzer,  Gruppenleiter Innovation /Elektronik Gealan
Andreas Linke,  Gruppenleiter  Produktmanagement Gealan

Worauf konzentrieren Sie sich aktuell vorrangig bei der Entwicklung Ihrer Fenstersysteme? Welche Trends beobachten und verfolgen Sie?

Andreas Linke: Wir sehen, dass das Thema Design aktuell sehr wichtig ist – beim ­Endkunden angefangen, der sich eine moderne Fassade mit klaren, kantigen Fenstern und Türen in trendigen Farbtönen wünscht. Und damit die Nachfrage nach Produkten auslöst, wie wir sie seit Kurzem mit »Gealan-Linear«, unserem neuen 74 mm-­Allrounder, anbieten können – und vorher schon mit unserem Ganzglas-System »Gealan-Kubus« abgedeckt hatten. Sprich: Geradlinig sollen die Fenster sein, schmale Profilansichten haben, dabei große Glasflächen ermöglichen. Das Ganze in dunklen Tönen gehalten. Zunehmend beobachten wir aber auch die Nachfrage nach verschiedenen Metallic-Farbtönen. Die können wir zum Beispiel mit unserer Oberflächentechnologie »Gealan-­acrylcolor« anbieten – ­verfügbar etwa im System »Gealan-Kubus« oder in unserem bewährten Kombi-­System »S 9000«.
Von Hersteller-Seite können wir berichten, dass bei den Kunststoff-Profilsystemen zunehmend auf eine hohe Verarbeitungsfreundlichkeit Wert gelegt wird. Das heißt, hier sind wir bereits bei der Entwicklung sehr darauf bedacht, unseren Kunden optimale Herstellungsprozesse zu ermöglichen. »Gealan-Linear« z. B. ist ein international geprägtes System, hier optimieren wir die Prozesse sogar über ganz Europa und die Eigenheiten seiner einzelnen Fenstermärkte hinweg. Das System »S 9000« ist ebenfalls ausgerichtet, die Komplexität in der Fensterfertigung zu minimieren: Es bietet dem Verarbeiter innerhalb der Systemfamilie hohe Synergieeffekte in Rahmen, Flügel und Zubehör – und eignet sich gleichzeitig hervorragend, daraus die unterschiedlichsten Fensterlösungen für jeden Bedarf zu fertigen.

Michael Militzer: Ein weiteres Thema, das durch immer dichtere Gebäudehüllen zunehmend wichtig wird, ist die Lüftung. Planer müssen Normen erfüllen, Fensterhersteller freuen sich über einen Zusatznutzen – und damit ein Zusatzgeschäft – am Fenster. Diesen Trend haben wir ­frühzeitig aufgenommen. Mit unserer Lüftungssystem-Familie »Gealan-Caire« stehen uns zahlreiche dezentrale Lösungen, sowohl aktiv als auch passiv, für alle Bausituationen zur Verfügung. Damit findet jeder passgenau die Lüftungslösung, die zum jeweiligen Bauprojekt passt, egal ob Neubau oder Renovierung. Solche Lüftungslösungen lassen sich übrigens auch sehr gut mit dem Wunsch nach immer mehr Komfort verbinden. Ohne dass man als Bewohner selbst ans händische Lüften denken muss.
Denn auch das ist ein Trend, den wir erkennen: Man erwartet zunehmend, dass die Bauteile an sich den eigenen Komfort automatisiert übernehmen. Smarte, selbstständig regulierende, quasi mitdenkende und miteinander vernetzte Produkte rund ums Fenster werden immer relevanter. Heute lassen sich Lüftungslösungen etwa bereits in die Haustechnik integrieren und per App steuern, sorgen automatisch für optimale Raumluft. Der Trend geht dorthin, Fenstern immer mehr und spezifischeren Nutzen mitzugeben.


Welche Produktneuheiten stehen bei Gealan in diesem Jahr an?

Andreas Linke: Obwohl wir mit unserem neuen Profilsystem »Gealan-Linear« erst kürzlich in den Markt gestartet sind, arbeiten wir bereits intensiv an weiteren innovativen Produktlösungen, die wir im Laufe des Jahres vorstellen werden.

Michael Militzer: Auch in Sachen Lüftung stehen wir bei Gealan nicht still, hier sehen wir großes Potenzial und wollen uns und unsere Lösungen ständig weiterentwickeln. Zuletzt hatten wir unsere »Gealan-Caire«-Lüftungsfamilie durch den passiven Lüfter »Gealan-Caire Aereco« ergänzt. Dieser nutzt zum einen den Druckausgleich zwischen Innen- und Außenluft. Zusätzlich wird über einen mechanischen Feuchtesensor der Luftvolumenstrom automatisch und bedienerunabhängig geregelt und an die Feuchtelast im Raum angepasst. Damit haben wir prinzipiell ein vollumfängliches Portfolio, feilen nun aber daran, die bestehenden Lösungen noch besser zu machen. Für unsere intelligente Lüftungslösung »Gealan-­Caire smart« können wir jetzt neue Funktions-Updates anbieten. D. h., es lässt sich jetzt zum Beispiel eine »Nachtauskühlung« einrichten, die in Sommernächten eine Abkühlung der Raumluft bis zu einer Wunschtemperatur ermöglicht und dann automatisch abschaltet. Und das über eine einfache Verbindung über den hauseigenen WLAN-Router. Man kann aber auch sein Lüftungssystem mit der Abluftanlage in einem fensterlosen Bad koppeln – ­aktiviert man nun die Abluftanlage, wird der Lüfter »Gealan-Caire smart« automatisch auf reine Zuluft-Funktion gestellt. So verbessern wir bestehende Technik durch zusätzliche Kniffe.

Andreas Linke: Woran wir dieses Jahr auch noch arbeiten werden, ist unser bewährtes »Gealan-acrylcolor«. Seit mehr als 40 Jahren entwickeln wir diese Oberflächentechnologie schon konsequent weiter. Fenster mit »Gealan-acrylcolor« erfüllen höchste technische und funktionale Ansprüche an innovative, farbige Oberflächen. Dennoch investieren wir als Gealan weiter in unsere erfolgreiche Technologie. Wichtig ist es uns, ein feines Gespür für Farbtrends beizubehalten und immer wieder neue Farbent­wicklungen abzuleiten. So bleibt unsere bewährte Oberfläche bei architektonischen Trends immer am Puls der Zeit. Zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte bestätigen uns in dieser Strategie.

Welchen Stellenwert nimmt bei Ihren Entwicklungen der Verarbeiter ein?

Andreas Linke: Der Verarbeiter hat bei unseren Entwicklungen den zentralen Stellenwert. Das ist auch der Grund, warum wir Kunden bereits in frühen Phasen mit in die Entwicklung einschließen. Unser Ziel ist es, unseren Partnern jederzeit neue oder optimierte Lösungen zu bieten.

Michael Militzer: Im Rahmen unseres Innovationsmanagements sammeln und bewerten wir dafür Ideen aus unterschiedlichsten Quellen. Hier lassen wir uns von Verarbeitern, Mitarbeitern und Kooperationspartnern inspirieren. Außerdem arbeiten wir mit externen Entwicklungspartnern zusammen. So können wir unser gesammeltes Know-how bündeln. In mehreren kleinen, interdisziplinären Innovationsgruppen entwickeln wir aus unseren gemeinsamen Ansätzen erste vorzeigbare Produktideen. Diese teilen wir mit unseren Partnern, nehmen weitere Anforderungen auf und sind bei der Definition der Details in ständigem Austausch.
Dabei optimieren wir unsere Prozesse ständig durch neue und digitale Lösungen. Dazu nutzen wir Kollaborations-Tools und cloudbasierte Projektmanagement-Programme. Diese helfen uns, Verarbeiter und Kooperationspartner aus ganz Europa schnell und effizient in die Entwicklung einzubeziehen. So können wir gemeinsam an Ideen feilen, auch wenn Hunderte von Kilometern zwischen uns liegen.

Andreas Linke: Man bringt quasi miteinander eine passgenaue Lösung auf den Markt. Wir betrachten mit unseren Kunden als Entwicklungspartner alle relevanten Punkte: Dazu gehört das Design genauso wie die Verarbeitungsprozesse beim Hersteller, wir führen gemeinsam Prüfungen durch und schauen uns selbst Montage und Einbau der Produkte miteinander an. Das heißt, dass wir bei der Neuentwicklung von Systemen eine optimale Verarbeitung unserer Profile durch den Hersteller gleich mitdenken.   J

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