Deppe Backstein: Gedämpfter Klinker für die Himmelstreppe

Mit einer besonderen Treppe und einem Foyerboden hat Deppe Backstein zum Bau des Deutschen Romantik-Museums in Frankfurt beigetragen. Die von den Architekten »Himmelstreppe« genannte, einläufige Haupttreppe ermöglicht den Zugang zu den drei Ausstellungsebenen des Museumsneubaus.

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Die besondere Lage der Treppe ermöglichte erst, eine städtische Museumsfassade mit Straßenfenstern am Hirschgraben zu realisieren, obgleich die Ausstellungsräume ohne Tageslichtöffnungen auskommen müssen. Die Fenster wurden an den drei Treppenpodesten angeordnet und bilden als einziges sich wiederholendes Fassadenelement die Treppe im Straßenraum ab. Der gesamte Treppenraum wurde in Blau getaucht und verjüngt sich über seine Länge in Höhe und Breite, sodass dieser die Illusion von Unendlichkeit vermittelt.

Der Belag der sogenannten Himmelstreppe wurde von Deppe-Backstein entwickelt. Obgleich die Klinkermanufaktur vorrangig Ziegel für den Hochbau produziert, kommt das Team von Deppe immer wieder den individuellen Wünschen von Architektinnen und Architekten nach, wie auch hier für den verantwortlichen Architekten Christoph Mäckler. »Wir stehen seit vielen Jahren in engem Kontakt und Austausch mit Prof. Christoph ­Mäckler, unterstützen das Deutsche Institut für Stadtbaukunst und freuen uns, dass Prof. Mäckler regelmäßig Diskutant auf dem Podium an unserem Kaminabend für Architektinnen und Architekten teilnimmt. Für uns war klar, dass wir dem speziellen Wunsch von Herrn Mäckler zur Ausstattung der Himmelstreppe gerne nachkommen«, erklärt Dr. Dirk Deppe, Geschäftsführer von Deppe Backstein.


Kleinstauflage in Blau und Anthrazit

In einer Kleinstauflage und innerhalb eines individuell angepassten Prozesses, für den die Fertigung umgestellt wurde, ist ein ungewöhnlich verdichtetes, blau und anthrazit eingefärbtes gedämpftes Material entstanden. Die Vollsteine wurden in Handarbeit schließlich in die gewünschten Fliesenformate geschnitten und verlegt. Auf jedem Treppenabsatz öffnet sich eine tiefe Sitznische in der Außenwand, deren Fenster mit blauer Folie und einem Novalis-Zitat versehen ist.

Aber nicht nur die Treppe, sondern auch den Foyerboden durfte der Klinkerhersteller mit seinem Material ausstatten. Dieser präsentiert sich als ein kleinteiliges Ziegelpflaster in Schwarz-, Ocker- und Rottönen, dazwischen gemengt immer wieder bunt gesprenkelte Steine aus zerkleinerten Weltkriegstrümmern und Zement, den sog. TVG-Steinen der Trümmerverwertungsgesellschaft, die in fast allen Frankfurter Nachkriegsbauten verbaut waren. In diesem Fall stammen sie aus dem Verwaltungsgebäude, das vor dem Romantik-Museum auf dem Grundstück stand. Auch zur Entwicklung der Fliesen hat der Klinkerhersteller einen individuellen Herstellungsprozess in Gang gebracht, verschiedene Formate und Farben als Vollsteine produziert und schließlich in Scheiben geschnitten, sodass diese als Fliesen verlegt und abgeschliffen werden konnten. So finden sich der Vorgängerbau und die Bauten der gesamten Frankfurter Altstadt im Boden des neuen Romantik-Museums wieder.   J