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Betonwerk Pfenning: EPDM statt Sand oder Splitt

Stadtplaner sind nicht immer voll zufrieden mit innerstädtischen gepflasterten Flächen, denn oft lösen sich Steine aus den Flächen. Häufige Ursache hierfür sind Fugen, die aufgrund unsachgemäßer Verlegung ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen können. Um diese Probleme zu umgehen, geht die hessische Gemeinde Griesheim jetzt mit dem Pflastersystem »Combiconnect« des Betonsteinherstellers Pfenning einen neuen Weg.

Innerhalb von fünf Jahren werden in Griesheim mit einem Kostenaufwand von 6,2 Mio. Euro sechs innerstädtische Straßen saniert. Den Beginn machte 2019 die Kreuzgasse. Jörg Prattinger von der Stadtentwicklung Griesheim schildert die Maßnahme: »Eine grundhafte Erneuerung war hier unumgänglich. Um den Altstadtcharakter zu wahren, haben wir für die Befestigung der etwa 1 200 m2 großen Fläche einen Belag gesucht, der sich optisch harmonisch in das Umfeld einpasst. Andererseits war aber auch ein Belag gefragt, der eine gewisse Verbundwirkung bietet, damit die Flächen den Belastungen durch Müllfahrzeuge und durch den üblichen Verkehr standhält.«

Fugenmaterial: Synthesekautschuk

Fündig wurde der Planer beim Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Dieser hat ein Pflastersteinsystem entwickelt, das weder mit Sand noch mit Splitt verfugt wird, sondern die Fugen mit EPDM ausbildet. Hendrik Jäger, Verkaufsleiter bei Pfenning, beschreibt die Produktentwicklung: »Schon seit längerer Zeit haben wir nach Alternativen gesucht, die die Verlegung vereinfachen und die stets eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Nach über 10-jähriger Forschungstätigkeit sind wir dann auf den Werkstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) aufmerksam geworden, der bereits seit Jahren erfolgreich im Fassaden- und Automobilbau zum Einsatz kommt. In Belastungstests haben wir herausgefunden, dass sich dieser Synthesekautschuk sehr gut als Fugenmaterial eignet. Auf dieser Erkenntnis basierend, haben wir unser Betonsteinsystem ›Combiconnect‹ entwickelt, bei dem die Steine mit einem werkseitig fixierten, steinumfassenden EPDM Profil ausgestattet sind. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm.« Ökologisch sei das Fugenmaterial EPDM unbedenklich und zudem gut recycelbar. Auch zeichne es sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es sei Frost- und Tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad.


Fugenbreite: stets normgerechte 4 mm

»Der Vorteil dieses Systems besteht darin, dass die Fuge anders als bei konventioneller Bauweise nicht ausgewaschen werden kann. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich«, so Prattinger. Mit seinen Eigenschaften qualifiziere sich dieses Steinsystem für die Belastungsklasse Bk 3,2: Die Fugen bleiben beim System »Combiconnect« laut Hersteller dauerhaft gemäß den Anforderungen gefüllt und die Steindicke beträgt 10 cm. »Damit ist dieses Steinsystem optimal geeignet für die Sanierung unserer innerstädtischen Straßen, denn Schäden durch ausgetragenes Fugenmaterial z. B. durch Starkregenereignisse und rangierende Fahrzeuge sind bei diesem wartungsfreien System nahezu ausgeschlossen.«

Aber auch die optischen Anforderungen erfülle das Hochleistungspflastersystem: »Wir haben das Pflastersystem ›Combiconnect‹ im Format 30 x 18 x 10 cm im Ellenbogenverband im Farbton Buntsandstein eingebaut«, so Prattinger. »Der Straßenraum wirkt damit hell und freundlich und die große Fläche dank des nuancierenden Farbspiels aufgelockert und nicht monoton. Die Verlegung erfolgte einfach, schnell und problemlos, da man sich den Arbeitsgang des Verfugens sparen konnte.«   J

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