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BayWa CEO Lutz nimmt Stellung zu möglichen Ausweitungen der EU-Sanktionen

Prof. Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa richtet einen eindringlichen Appell an die Politik und reagiert so auf die mögliche Ausweitung der EU-Sanktionen auf Öl- und Gasimporte aus Russland.

„Ich verstehe die moralische Not, die Gräuel an den Menschen in der Ukraine hart bestrafen zu wollen. Doch das entschuldigt noch lange nicht, dass ein Großteil der Politik globale Zusammenhänge in den Lieferketten kategorisch ausblendet und bereitwillig die eigene Wirtschaft und die Unternehmen opfert. Wir brauchen weder Scheinheiligkeit noch moralisierende Amtsträger – Deutschland braucht kühle Köpfe wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Er ist einer der wenigen Politiker, der sich traut, die Wahrheit laut auszusprechen“, sagt Lutz. Bei den Sanktionen gegen Russland gehe es nicht um ein bisschen weniger Komfort. „Uns droht eine ernste gesamtgesellschaftliche Krise, unter der auch die Menschen leiden würden, die jetzt bei uns Zuflucht gefunden haben. Europäische Großprojekte wie die Energie- und Klimawende stünden vor dem Aus“, so Lutz weiter. „Politiker, die in einem solchen Energieembargo eine ernst gemeinte Option sehen, setzen Europa und unser aller Zukunft aufs Spiel.“


Nach BayWa eigenen Risikobetrachtung wären die Folgen eines Energieembargos massive wirtschaftliche Verwerfungen. Einem Großteil des produzierenden Gewerbes würde buchstäblich der Gashahn abgedreht werden. Es käme zu Verknappung und Preisexplosionen bei den betroffenen Gütern, steigenden Insolvenzen und demzufolge Arbeitslosigkeit. Die Agrarwirtschaft in Deutschland könnte laut Lutz nahezu vollständig zum Erliegen kommen. Im Einzelhandel drohten bei Lebensmitteln leere Regale durch gestörte Lieferketten. Und aufgrund der fehlenden Harnstofflösung AdBlue, die bei Fahrzeugen zur Minderung von Stickstoffoxid benötigt wird, stünde 90 Prozent des LKW-Verkehrs hierzulande still.

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