Die rund 200 Teilnehmer des Uzin Utz Campus im MOA Hotel in Berlin konnten sich bei insgesamt elf Workshops und zwei Vorträgen über die wichtigsten Themen und Produkte aus der Uzin-Utz-Markenwelt informieren. Vorstand Philipp Utz begrüßte die Teilnehmer und hob die Kompetenz des Unternehmens als »One-Stop-Partner des bodenlegenden Handwerks« hervor. Das Spektrum in Berlin reichte von den Vorteilen der neuen Spachtelmassengeneration »Uzin FusionTec« über Praxislösungen für Kunstharzböden bei Arturo und die Zukunft des Parkettschleifens bei Pallmann bis hin zu neuen Möglichkeiten der Bodenentfernung bei Wolff. Bei Pajarito konnte man das passende Werkzeug für das Spachteln, Beschichten und Lackieren im Live-Einsatz begutachten. Die beiden Sachverständigen Manfred Weber und Richard A. Kille informierten in ihren Vorträgen über beheizte bzw. gekühlte Untergründe vor der Parkettverlegung sowie über die Beratungshaftung für den Bodenverleger. Nach einem Tag voller Information und Networking klang der Campus in der historischen Arminius-Markthalle bei Musik, Getränken und einem reichhaltigen Büfett aus.
»Passion 2025« erfolgreich abgeschlossen
Dass Uzin Utz seinen Campus erstmals in Berlin veranstaltete, sollte insbesondere auch den Kunden im Norden und Osten Deutschlands die Gelegenheit geben, dieses Format kennenzulernen. »Es kamen überwiegend Teilnehmer nach Berlin, die letztes Jahr nicht in Ulm waren«, berichtet Vorstand Philipp Utz. Das Unternehmen aus Ulm konnte im April auch die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt geben. Demnach stieg der Gesamtumsatz der Gruppe erstmals über die Marke von 500 Mio. Euro (505, 1 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 40,4 Mio. Euro. Damit konnte die 2020 lancierte Fünf-Jahres-Strategie »Passion 2025« – die Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und die Entwicklung innovativer Produkte beinhaltetet – zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Und das trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie der stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise infolge des Ukraine-Kriegs, die für einen Dämpfer in der Baukonjunktur sorgten. Uzin Utz steuerte laut Philip Utz durch »neue Produkte sowie die Fokussierung auf die Beratung und die Servicedienstleistungen im Handwerk dagegen« und konnte so wirtschaftlich schnell wieder Fuß fassen.
Starke Exportmärkte, gesundes Deutschlandgeschäft
Aktuell erwirtschaftet das Unternehmen rund 65 Prozent seiner Umsätze im Ausland. Vor allem die osteuropäischen Märkte entwickeln sich nach Aussage von Philipp Utz überproportional gut. Dies gelte vor allem für Polen – hier wurde von Regierungsseite viel getan, um neue, junge Unternehmen anzusiedeln. »Der Zuwachs im Handwerk ist in Polen deutlich größer als in anderen Ländern und das führt zu Wachstum«, so Philipp Utz. Ein weiterer Faktor: Da es in Osteuropa nie diese Nullzinsphase wie in Westeuropa gab, kam es in Osteuropa nach den Zinserhöhungen nicht zu einem vergleichbaren Nachfrageschock wie im Westen. Weitere Wachstumsmärkte bei Uzin Utz sind die Beneluxstaaten und natürlich der US-Markt, wo das Unternehmen mit eigener Niederlassung und Produktion tätig ist. »Aber auch Deutschland ist für uns weiter ein gesunder Markt, wenngleich die Wachstumsraten aufgrund unseres hohen Marktanteils geringer ausfallen«, zeigt sich Philipp Utz sehr zufrieden.
»Grow Bigger« – das neue Leitmotto bis 2030
Auf »Passion 2025« folgt seit diesem Jahr mit »Grow Bigger« die nächste Fünf-Jahres-Strategie. Uzin Utz hat sich dabei sehr ambitionierte Ziele gesetzt, die in Zahlen folgendermaßen aussehen: ein jährliches Wachstum zwischen acht und zwölf Prozent sowie bis 2030 eine Gewinnmarge (vor Zinsen und Steuern) von über zehn Prozent – 2025 waren es acht Prozent. Diese Ziele will Uzin Utz mit verschiedenen Maßnahmen erreichen. Insgesamt soll das Handeln vielschichtiger werden. So will Uzin Utz alle Business Units noch internationaler ausrichten. In Märkten, in denen man mit der Marke Uzin bereits etabliert sei, wolle man auch mit Pallmann, Wolff und den anderen Marken deutlich aufholen. »Auch Codex hat international ein großes Wachstumspotenzial, der Auslandsanteil liegt derzeit bei unter 20 Prozent«, nennt Utz ein Beispiel. Ein weiteres Wachstumssegment sieht Uzin Utz im Bereich serielles und modulares Bauen. Hier hat das Unternehmen schon seit einiger Zeit seine Fühler ausgestreckt. Im letzten Jahr beteiligte man sich an dem Berliner Start-up Conbotics, das u. a. einen Malerroboter entwickelt hat. Vor Kurzem folgte ein Investment in das Unternehmen Gropyus, das sich auf die serielle Fertigung von Gebäudeelementen auf hochautomatisierten Roboterstraßen spezialisiert hat. »Wir wollen hier von der modularen Bauweise lernen und Einblick in neue Wertschöpfungsmodelle gewinnen«, betont Philipp Utz. Denn in zentralen Bereichen, etwa beim Bodenaufbau, fehlten bislang marktreife, automatisiert gefertigte Systemlösungen für den Einsatz im modularen und seriellen Bau. Gerade wo aufgrund der Baukosten konventionelle Bauweisen heute nicht mehr finanzierbar seien oder auch zu lange dauerten, liege die große Chance im Modulbau. Gleichzeitig will Uzin Utz auch in seiner Kernkompetenz wachsen – durch mehr und schneller auf dem Markt platzierte Innovationen. Um dies alles finanzieren zu können, muss auch die Ertragskraft des Unternehmens weiter gesteigert werden – durch Beschleunigung von Prozessen, Digitalisierung und Automatisierung und mehr Effizienz. Philipp Utz bringt es auf folgenden Punkt: »Wir müssen die Wachstumsentwicklung von der Kostenentwicklung entkoppeln.« Schließlich hat Uzin Utz auch das anorganische Wachstum weiter im Blick – durch Beteiligungen wie im Fall von Gropyus bzw. Übernahmen, falls sich entsprechende Möglichkeiten auf dem Markt ergeben.