Aktuelles Mauerwerk & Beton

Schlagmann: Innendämmung im Denkmalschutz

Poroton  Die sorgsame Sanierung mit einer Innendämmung machte aus dem Wohnhaus im Denkmal­ensemble der Ortsmitte München-Ramersdorf wieder einen Hingucker.

Nach gründlicher Prüfung verschiedener Systeme hatte man sich für das keramische Wärmedämmsystem ­»Poroton-WDF 120« entschieden.

Im Zuge des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms »Städtebaulicher Denkmalschutz«, bei der die ensemble­geschützte Ortsmitte rund um die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf seit 2011 gefördert wird, wurde auch das denkmalgeschützte »Straub-Haus«  energetisch saniert. Das dreigeschossige Wohnhaus im Stil der Neurenaissance um 1900 erbaut verwahrloste über die Jahre hinweg. Die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS), entschloss sich 2015 zur umfassenden Kernsanierung des historischen Gebäudes.

Beinahe drei Jahre lang erstreckten sich die aufwendigen Maßnahmen, bis im Frühjahr 2018 die neuen Mieter einziehen konnten. Aus Denkmalschutzgründen entschloss man sich für eine Innendämmung, die sich auf über 700 Quadratmeter Wandfläche erstreckte. Nach gründlicher Prüfung verschiedener Systeme entschied man sich für das keramische Wärmedämmsystem »Poroton-WDF 120«. Der Baustoff von Schlagmann Poroton erfüllte die Vorgaben von Bauherren wie Planern.

Alles Machbare erhalten

Das Baudenkmal – umgeben von einem rund 3 000 m2 großen Garten – liegt an der verkehrsreichen Ecke Innsbrucker Ring / Aribonenstraße. Das einstmals prächtige Haus wurde um 1880 von August und Maria Seebauer für sich und ihre drei Kinder erbaut. Später erhielt deren Tochter Ottilie, verheiratete Straub, das Haus, weshalb es von da an »Straub-Haus« genannt wurde. Bis in die 1980erJahre war es in Familienbesitz, danach verwahrloste das Gebäude. Erst als 2008 die Städtische Wohnungsgesellschaft München die Liegenschaft erwarb und 2011 die Sanierung beschloss, ging es aufwärts.

Die MSG entwickelte zusammen mit dem Büro Architekten am Pündterplatz (München) ein machbares Sanierungskonzept. Hand in Hand mit dem Denkmalschutz erarbeitete Architekt Jörg Homeier die Maßnahmen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte er: »Die Auflage war, denkmalpflegerisch alles zu erhalten, was zu erhalten ist.«

Robuste Oberfläche

Am äußeren Erscheinungsbild sollte nichts verändert, jedoch Wärme- und Schallschutz auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Eine außen angebrachte Dämmung wurde ausgeschlossen, so prüfte das Planungsteam verschiedene Lösungen einer Innendämmung und entschied sich für die »Poroton-WDF« in einer Stärke von 12 cm. Hier gefiel vor allem die robuste Stein-Oberfläche des Dämmmaterials, das die Verantwortlichen auch in Sachen Wirtschaftlichkeit überzeugte. Viele der historischen Bauteile, wie Haustüre, Balkon, Brüstung und Geländer, waren im Original vorhanden und konnten sorgfältig restauriert wieder eingebaut werden.


Stärken und Schwächen

Die rund hundert Jahre alte Bausubstanz zeigte unterschiedliche Stärken und Schwächen. Während die Wände in den unteren Etagen mit einem 47 cm starken Ziegelmauerwerk eine solide Basis bildeten, war das Mauerwerk im Dachgeschoss mit 30 cm Wandstärke  nicht ausreichend. Mit der Anbringung der innenseitigen ­Dämmung konnten die Unebenheiten im Bestandsmauerwerk ausgeglichen werden. Im Gegensatz zu anderen Systemen wird »Poroton-WDF« nicht an die bestehende Wand geklebt, sondern freistehend davor aufgemauert. So werden unter anderem von vornherein Probleme, wie sie beispielsweise durch lose Putzstellen entstehen können, vermieden. Unebenheiten der Wand stellen kein Problem dar, denn intakter Bestandsputz muss im Regelfall nicht entfernt werden. Nicht zuletzt erfordert dieses System keine Gewebeeinlage, die Planziegelverarbeitung ist unproblematisch durchführbar.

Mit Winkeln gesichert

Lediglich die Übergänge zwischen den Etagen erforderten hier eine Speziallösung, weil die massive WDF in diesem Fall nicht ohne Unterstützung auf die alten Holzbalkendecken aufgelagert werden sollte. Deshalb wurden die Balken, die parallel zur Außenwand verlaufen, mit Winkeln gesichert, sodass ein Durchbiegen ausgeschlossen werden konnte. Im nächsten Schritt wurde der Bodenaufbau geöffnet, damit die WDF über alle Geschosse hinweg hochgezogen werden konnten.

Ausbau und Dämmung des Dachgeschosses ermöglichten außerdem, dass zu den bestehenden sechs Wohneinheiten zwei weitere Wohnungen mit rund 150 m2 zusätzlichem Wohnraum hinzugewonnen werden konnten.

Robuste Konstruktion

Die »Poroton-WDF« ist in den Stärken 180, 120 und 80 mm lieferbar. Die WDF zeichnet sich laut Hersteller durch eine robuste, langlebige Konstruktion sowie niedrige Instandhaltungskosten aus. »Poroton-WDF« ist faktisch betrachtet eine massive Ziegelwand, gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit. Sie ist nach Herstellerangaben sicher in der Verarbeitung und bietet einen hohen Brandschutz.

»Poroton-WDF« ist ein diffusionsoffenes, kapillaraktives Innendämmsystem. Die porige Struktur des mineralischen Baustoffs ermöglicht die Feuchtepufferung im Innenraum und schafft auf diese Weise ein angenehmes Wohnklima.

Fazit

Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes im Münchener Süden unter Erhaltung ihrer ursprünglichen Fassade und prägender Bauteile aus dem Ursprungsjahr ist ein Beleg dafür, dass die Auflagen seitens des Denkmalschutzes mit den Forderungen der EnEV in Einklang zu bringen sind. Mit einer Innendämmung mit »Poroton-WDF« konnte die ursprüngliche Bausubstanz erhalten bleiben. Im Mai 2018 konnten die Mieter die Wohnungen beziehen.    J

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