Im Blickpunkt

»Schiebetüren-Startup« zieht erste Bilanz_ »Nach einem Jahr gut im Markt etabliert«

Im August 2016 ist die neugegründete Wingburg GmbH mit ihren Produkten im Markt gestartet. Dem vorangegangen war eine extrem kurze Planungs- und Vorbereitungsphase mit dem ehrgeizigen Ziel, das Thema Schiebetür neu zu denken und neue Lösungen zu bieten. David Rodrigues Duarte ist Geschäftsführer der ersten Stunde und hat das Projekt mit einem Team gestartet, das sich untereinender bestens kennt und auch in der Branche Bescheid weiß. Nahezu das komplette Deutschland-Vertriebs-Team eines italienischen Schiebetüren-Herstellers hat das getan, was man sonst von Software-Startups, Agenturen oder Unternehmensberatungen kennt_ Gemeinsam haben sie ein neues Unternehmen gegründet. Im Redaktionsgespräch mit dem baustoffPARTNER zieht Duarte nach einem Jahr eine durchweg positive Bilanz.

Von Jan Rieken

Unternehmens-Neugründungen sind bei Herstellern von Baustoffen eher selten – meist hat man es mit etablierten Firmen zu tun, deren Marktanteile auch meist relativ statisch verteilt sind. Die erfolgreichsten Geschichten schreiben gleichzeitig diejenigen Unternehmensköpfe, die mit der richtigen Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Einer von ihnen ist David Rodrigues Duarte.
Der Wingburg-Geschäftsführer ist gelernter Trockenbauer und hat zehn Jahre Erfahrungen auf der Baustelle gesammelt, bevor er in den Vertrieb von Design- und Funktionsdecken wechselte. Dort verantwortete er den Vetrieb für Norddeutschland und einige ausländische Märkte. Duarte hat portugiesische Wurzeln und spricht zahlreiche Fremdsprachen fließend. Von dort führte ihn sein Weg zu Eclisse Deutschland, wo er Vertriebsleiter wurde.Markt- und Kundenbedürfnisse ließen sich in den Strukturen eines großen Unternehmens nicht in dem Maß umsetzen, wie Duarte – und letztlich auch ein halbes Dutzend seiner damaligen Kollegen und heutigen Mitstreiter – es sich vorstellten. »Uns hat von Anfang an ein gemeinsamer Wunsch angetrieben_ Wir wollten besser sein«, erzählt Duarte beim Redaktionsbesuch in Kempten. Je mehr sie darüber gesprochen haben, was sich wie machen ließe, desto mehr wich einer Startup-Stimmung, an deren Ende die Gründung von Wingburg stand.

Damit begann für David Duarte erst einmal eine arbeitsreiche Phase. Nach kurzer Zeit hatte er die Produkte marktreif, einen kompletten Außendienst aufgestellt, Software und Internetauftritt klargemacht und einen 74-seitigen katalog erstellt. »Wenn es darum ging, etablierte Vorgehensweisen neu zu denken, hatte ich tolle Unterstützung«, erinnert sich Duarte an die turbulente Gründungsphase.Je nachdem, ob die Konstruktion für Holz oder Glas ist, wird gleich ab Werk der Einlauf in die Wandtasche für Glastüren verringert und die Glasklemmbeschläge dem Einbau-Kit beigefügt. Premium-Zubehör wie Öffnungs- oder Schließdämpfer, das laut Duarte übrigens immer mehr zum Standard wird und bei vielen Modellen serienmäßig verbaut wird, wird ebenfalls in der Produktion in Hövelhof bei Paderborn vormontiert. »Dieses Vorgehen steigert die Qualität am Bau und minimiert das Fehlerrisiko, das jede Bastelei vor Ort mit sich bringt«, sagt Duarte. Die Praxis-Erfahrung des Managers führt zur Erkenntnis_ Durch einen hohen Vormontage-Grad lassen sich solche Fehler vermeiden. Außerdem lassen sich so schnelle Lieferzeiten realisieren.

Die Einbauelemente sind als Modelle »Belport« für zargenlose Schiebetür-Lösungen und »Cavis« für Schiebetüren mit Zargen in den Ausstattungsvarianten »Basis«, »Avantgarde« und »Exklusiv« erhältlich, demnächst soll die Linie »Innovation« hinzukommen. Erhältlich sind Modelle für Doppelflügeltüren oder ohne Zarge, auch als Doppeltürer oder mit einer Kabelkanal-Variante.
Wingburg will das Sortiment kontinuierlich ausbauen und erweitern, denn im Marktsegment der Schiebetüren sieht Duarte noch viel Potenzial.

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