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quick-mix: Eine von innen und außen gedämmte Hülle für das Schloss Günzburg

Die Generalsanierung des Schloss Günzburg, eine architektonische, planerische und städtebauliche Herausforderung – Planer Theodor Merk und seine Kollegen vom Staatlichen Bauamt in Krumbach haben sich dieser Aufgabe angenommen. Eine wichtige Rolle bei der Sanierung dieses historischen Gebäudes spielten die verwendeten Baustoffe. Für die Dämmung haben sich die Verantwortlichen für den Leichtputz »Tri-O-Therm M« von Schwenk Putztechnik entschieden.

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat haben Theodor Merk und sein Team die Generalsanierung von Schloss Günzburg übernommen. Das mit insgesamt 20 Millionen Euro budgetierte Projekt stellte unter vielerlei Gesichtspunkten eine besondere Herausforderung dar. Schließlich gilt es, einerseits den Charme des ehemaligen Renaissanceschlosses des Markgrafen Karl von Burgau wieder aufleben zu lassen sowie die marode Bausubstanz zu ertüchtigen. Andererseits steht natürlich die künftige Nutzung der Räumlichkeiten im Fokus. Und da gilt es in erster Linie, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des im Schloss untergebrachten Finanzamtes moderne Arbeitsplätze zu bieten. Darüber hinaus soll aber auch den Besuchern im integrierten Service-Zentrum des Amtes die interessante Geschichte des Schlosses gestalterisch vermittelt werden.

Die Generalsanierung des Schlosses erfolgt in drei großen Bauabschnitten. Im Bauabschnitt I wird zunächst der Westflügel saniert und mit ihm die historische Nahtstelle zwischen dem spätgotischen Hauptbau und der Renaissanceanlage aus dem 16. Jahrhundert. Für die künftige Nutzung kommt dem Westflügel eine besondere Bedeutung zu, denn in ihm sind der Haupteingang und das Service-Zentrum des Finanzamtes untergebracht.

Passende Baustoffe sind das A und O

Eine entscheidende Rolle im Sanierungskonzept von Theodor Merk spielen dabei die verwendeten Baustoffe. Für die Dämmung des Gebäudes hat sich das Staatliche Bauamt Krumbach für die spritzbare Dämmung, den hochwärmedämmenden Leichtputz »Tri-O-Therm M« der Schwenk Putztechnik, entschieden.

Denn was geschehen kann, wenn unpassende Baustoffe verwendet werden, ist am Schloss in Günzburg deutlich sichtbar. Bei Sanierungsarbeiten zwischen 1950 und 1980 wurde wertvolle Bausubstanz zerstört. »Damals wurden nicht nur die Reste der noch vorhandenen historischen Putze abgeschlagen, sondern es wurden anschließend auch noch viel zu harte neue Zementputze verwendet, die für die Bausubstanz absolut ungeeignet, ja sogar schädlich waren«, erklärt Merk. Denn in Verbindung mit mehreren Schichten von kunststoffhaltigen Dispersionsanstrichen sperrten die verwendeten Zementputze das Mauerwerk vollständig ab, eine Feuchteregulierung wurde völlig unterbunden. Neben der auftretenden Zerstörung der Ziegel verloren auch die verwendeten Mörtel an Bindefähigkeit, sodass die Stabilität des Mauerwerks ernsthaft gefährdet war. »Die einzige sinnvolle Lösung für die Sanierung war es daher, die gänzlich ungeeigneten Zementputze vollständig abzutragen«, so Merk.

Gliederung soll Geschichte respektieren

Im neuen architektonischen Konzept versucht Theodor Merk, die aktuell grundsätzlich barocke Gebäudesilhouette mit einer Gliederung der Fassade zu versehen, welche die Architektur und die Geschichte des Objekts respektiert. Als Gliederungselemente dienen in den Putz eingearbeitete Linien mit einer Stärke von rund 2,5 cm. Dieses Maß findet sich auch an der Sgraffito-Dekoration wieder, die noch aus der Renaissancezeit stammt. Somit wird ein ideeller Bezug zum Ursprungsbau hergestellt.»Außerdem arbeiten wir an den Fassaden mit verschiedenen Körnungen in der Putzoberfläche, um somit ein subtiles Spiel von Licht und Schatten zu erzeugen«, so Merk.


Für eine positive Energiebilanz

Neben der architektonisch-gestalterischen Herausforderung stellte sich auch die Frage nach der Energiebilanz des Gebäudes. Die Anbringung eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS) war da keine Option, das schied aus Gründen der Substanz­erhaltung und auch aus optischen Gründen von vorneherein aus. »Ein WDVS hat an einem Denkmal einfach nichts verloren. Für uns war daher relativ schnell klar, dass nur ein Wärmedämmputz für die Sanierung der Gebäudehülle infrage kommt. Schließlich haben sich die Projektplaner für das Produkt der Schwenk Putztechnik entschieden. Der hochwärmedämmende, nichtbrennbare EPS- und aerogelfreie Leichtputz »Tri-O-Therm M« erfüllt alle Ansprüche – nicht nur bauphysikalisch, sondern auch in Bezug auf die Denkmalpflege. »Mit dem Lambda-Wert von 0,055 W/mK erreichen wir energetisch Spitzenwerte, die denen eines Neubaus entsprechen und darüber hinaus stellen wir sicher, dass das komplette Wand- und Dämmsystem diffusionsoffen und kapillarleitend ausgeführt werden kann. Das schont das Mauerwerk und sorgt für Behaglichkeit in den Räumen des Finanzamtes«, erklärt Merk.

Dämmung innen und außen

Die Besonderheit am Sanierungsprojekt Schloss Günzburg ist die Tatsache, dass der Leichtputz sowohl außen als auch innen appliziert wird. Auf den Außenwänden erfolgte der Putzauftrag zweischichtig mit einer Gesamtdicke von ca. 6 cm, innen wurde er einschichtig in einer Schichtdicke von 3 cm aufgetragen. »Aufgrund seiner niedrigen Wärmeleitfähigkeit von 0,055 W/mK reichen bereits geringe Schichtdicken für einen hohen Dämmeffekt aus. Bei diesen Dimensionen spart es nicht nur zig Tonnen an Material, sondern natürlich auch jede Menge Bauzeit, wenn man sich im Vergleich zu herkömmlichen Dämmputzen mindestens einen kompletten Schichtauftrag spart«, sagt Markus Hager, der für Schloss Günzburg verantwortliche Projektmanager der quick-mix Gruppe.

Von der leichten Verarbeitbarkeit ist auch der ausführende Stuckateurbetrieb, die Jakob Schnitzer & Sohn Stuckgeschäft GmbH aus Augsburg, beeindruckt. »Es ist schon klasse, wie viel Fläche sich in so kurzer Zeit mit der ›Tri-O-Therm M‹-Technologie dämmen lassen«, sagt Günter Schmid, einer der verantwortlichen Stuckateure. Toll für Schmid und seine Kollegen: Durch das rasche Abbindeverhalten und die kurzen Standzeiten konnten sie auf der Baustelle flexibel reagieren und je nach Baufortschritt und Bedarf auch kurzfristig von außen nach innen und wieder zurück wechseln, um die nächste Schicht aufzubringen.J

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