Schräg geneigte Betondächer, auch als »Sargdächer« oder »Sargdeckel« bezeichnet, sind eine etablierte Bauweise im mediterranen Raum sowie bei urbanen Nachverdichtungs- und Aufstockungsprojekten. Im dicht bebauten städtischen Umfeld werden sie häufig bei Gebäudeverlängerungen nach oben eingesetzt, da Beton die hohen Anforderungen an den Brandschutz erfüllt. Aktuelle Energiestandards stellen hohe Anforderungen an die Planung und Ausführung von Aufdachdämmsystemen – hier sind leistungsfähige Befestigungslösungen erforderlich, die hohe Lasten sicher in den Untergrund ableiten und wirtschaftlich verarbeitet werden.
»Gerade bei geneigten Betonflächen treffen komplexe Geometrien auf hohe technische Anforderungen«, sagt Lukas Mann, Produktmanager bei Heco. »Druck-, Sog- und Schublasten müssen sicher aufgenommen werden, ohne die Dämmung zu beeinträchtigen. Gleichzeitig spielen Montagezeit und Ausführungssicherheit eine zentrale Rolle.« Neben den statischen Anforderungen sind energetische Aspekte zu berücksichtigen. Neubauten müssen aktuellen Standards entsprechen, Bestandsgebäude werden häufig energetisch saniert. Leistungsfähige Aufdachdämmsysteme auf Betondächern benötigen daher Befestigungslösungen, die hohe Lasten sicher abtragen und zugleich eine wirtschaftliche Montage ermöglichen.
Optimierter Lastabtrag bei gedämmten Dachaufbauten
Mit der »Multi-Monti-plus Therm« bietet Heco eine speziell für diese Anwendungen entwickelte Schraublösung für Aufdachdämmungen sowie gedämmte Fassadenkonstruktionen auf Beton und Mauerwerk. Der selbstschneidende Schraubanker wird direkt in das vorgebohrte Bohrloch gesetzt und kommt ohne zusätzlichen Dübel aus. Dadurch reduzieren sich Arbeitsschritte, Bohrlochdurchmesser und Montageaufwand deutlich. Die spreizdruckfreie Verankerung ermöglicht zudem randnahe Befestigungen und erhöht die Ausführungssicherheit – insbesondere bei komplexen Dachgeometrien und beengten Einbausituationen im Bestand. Die Schraube ist unmittelbar nach dem Setzen belastbar und sorgt so für einen schnellen und kalkulierbaren Baufortschritt. Unterschiedliche Setztiefen bieten zusätzliche Flexibilität auf der Baustelle.
Die »MMS-plus Therm« verfügt über ein Holz-Beton-Doppelgewinde. Das Holzgewinde fixiert die Konterlatte, während das Betongewinde die auftretenden Lasten sicher in den tragfähigen mineralischen Untergrund einleitet. So werden Kräfte gezielt übertragen, ohne die Dämmstoffschicht zu belasten. Die Lösung eignet sich sowohl für druckfeste als auch für druckweiche Dämmstoffe. Die Dämmwirkung bleibt erhalten, Setzungen im Dämmstoff werden vermieden. Schublasten müssen über zusätzliche konstruktive Maßnahmen aufgenommen werden. Dies erfolgt beispielsweise über Schubhölzer. Für diese Anwendungen bietet Heco mit der »MMS-TimberConnect« eine ergänzende Lösung zur sicheren Aufnahme von Querkräften.
Gerade im Sanierungsfall zeigt die Lösung zusätzliche Vorteile: Bestehende Dachkonstruktionen können mit reduziertem Aufwand ertüchtigt werden, da auf aufwendige Dübel- oder Injektionssysteme verzichtet wird. Das senkt Staub- und Lärmbelastung und verkürzt die Montagezeit – insbesondere im bewohnten Bestand ein relevanter Faktor. Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten bietet die »MMS-plus Therm« Vorteile. Der reduzierte Materialeinsatz durch den Verzicht auf Dübel vereinfacht die Logistik auf der Baustelle. Gleichzeitig ermöglichen die Demontierbarkeit und die teilweise Wiederverwendbarkeit von Schraubankern eine ressourcenschonende Nutzung, etwa bei temporären Konstruktionen oder Rückbaukonzepten. Durch die konstruktive Trennung von Tragstruktur und Dämmstoff trägt das System zudem zu einer dauerhaft stabilen Gebäudehülle und einer langfristig hohen energetischen Qualität moderner Dachaufbauten bei.