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Fischerwerke: Bolzenanker aus dem Schwarzwald sichern Metro in Moskau

Moskau gilt mit mehr als 12 Millionen Einwohnern als größte Stadt in Europa. Spürbar wird dies täglich auf den verstopften Straßen. Seit bald acht Jahren wirken die Stadt und die russische Regierung dieser Situation entgegen, erweitern das Liniennetz von Metro, S-Bahn und Bussen, bauen neue Straßen und vieles mehr. Zu den Maßnahmen zählt ein unterirdischer Metro-Tunnel, in dem rund 50 000 fischer »FAZ II«-Bolzenanker das Lüftungssystem befestigen.

Nach Informationen des Verkehrsanbieters Inrix standen Autofahrer in Moskau im vergangenen Jahr rund 210 Stunden im Stau. Durchschnittlich ging es nur mit 18 km/h voran. Der Bau des neuen Metro-Tunnels nach Planung des Instituts Lenmetrogiprotrans und unter Leitung des Bauunternehmens Mosinzhproekt (beide russisch) soll dazu beitragen, dass mehr Verkehrsteilnehmer von der Straße auf die Schiene wechseln. Russland misst dem Projekt, das im April startete und dessen erste Phase Ende 2019 abgeschlossen sein soll, vor diesem Hintergrund eine große Bedeutung zu. Dabei kommen technologische Lösungen zum Einsatz, die vollkommen neu für die Moskauer Metro sind.

Wirtschaftlich und sicher

Dies schließt auch das Lüftungssystem mit ein. So erfüllt die Tunnellüftung zur Ableitung von Schadstoffen, Entrauchung im Brandfall sowie Frischluftzufuhr neueste Technikstandards. Sicher und dauerhaft, aber gleichzeitig schnell und wirtschaftlich werden die Be- und Entlüftungsanlagen mit fischer Bolzenankern »FAZ II« befestigt, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers. Dabei hat die russische Landesgesellschaft der Unternehmensgruppe fischer in enger Zusammenarbeit mit VIP Systems, einem ihrer Vertriebspartner, eine Lösung entwickelt und Lenmetrogiprotrans vorgeschlagen, welche die Befestigungsausführung sowohl technisch als auch wirtschaftlich optimiert. Insgesamt rund 30 000 »FAZ II 24/30« und etwa 18 000 »FAZ II 12/10« – beide Ausführungen in Edelstahl (A4) – sichern das Lüftungssystem.

»Zunächst wurde geplant, die Anlagen aufgrund hoher Lasten mit je vier Ankern pro Einheit, jeweils mit einem Durchmesser von 24 mm, an den Tunnelröhren zu befestigen«, berichtet Andrey Egorov, Geschäftsführer von fischer Russland. »Hierbei boten wir eine wesentlich wirtschaftliche Befestigungslösung bei gleichbleibend hoher Sicherheit«, betont der Experte und erläutert: »Mit unserem fischer ›FAZ II 24/30 A4‹ ließ sich die Anzahl an Befestigungspunkten von vier auf zwei reduzieren und zugleich die erforderliche Tragfähigkeit sicherstellen.« Dadurch seien bei der Befestigung der Be- und Entlüftungsanlagen in dem hochdichten Bewehrungsbeton des Bahntunnels Fehler vermieden sowie Materialkosten und Arbeitszeit verringert worden.


Nach europäischem und internationalem Standard

Je zwei »FAZ II 24/30 A4« Bolzenanker befestigen die Haupteinheiten des Lüftungssystems an den Tunnelröhren. Jeweils zwei »FAZ II 12/10 A4« sichern zusätzlich sekundäre Tragkonstruktionen. Überhaupt sei der Bolzenanker eine bevorzugte Lösung zur Befestigung von Vorrichtungen wie Ventilatoren in Tunneln, so der Hersteller. Mit seinem Spreizclip leite er die Lasten sicher in den Beton ein und ermögliche hohe Tragfähigkeit. Die »FAZ II 24/30« und »12/10 in A4« verfügen über eine ETA (Europäisch Technische Zulassung) und eine ICC-Zulassung, sodass sie europäischen und internationalen Standards entsprechen, sind aus nicht rostendem Stahl gefertigt sowie nachweislich widerstandsfähig gegen Feuer und seismische Einflüsse. »Neben der optimalen Befestigungslösung überzeugten wir unseren Auftraggeber auch mit unseren Serviceleistungen, mit denen wir den Metro-Bau durch alle Projektphasen von der Planung und Berechnung über Schulungen und Unterstützung auf der Baustelle vor Ort bis zur Fertigstellung begleiten«, betont Andrey ­Egorov.  J

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