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Carlisle ist weiterhin auf Wachstumskurs

Dass die Baustoffbranche eine sehr starke ist, beweist sie gerade jetzt im Corona-Jahr 2020. Der Großteil der Produzenten steht trotz Pandemie und Lockdown gut da – so auch Carlisle. Der Hersteller für EPDM-Dach- und Dichtungsbahnen ist aktuell deutlich über dem Umsatz des Vorjahres und wächst trotz Corona auch in diesem Jahr leicht. Wir haben uns mit Oliver Brandt (Vertriebsleiter Deutschland), Thomas Schneider (Leiter Anwendungstechnik) und Rudolf Bürdek (Leiter Architektenberatung) zum digitalen Gespräch getroffen und über Neuigkeiten aus dem Unternehmen und die Herausforderungen in der aktuellen Situation sowie der Branche gesprochen.

Von Christine Seif

Im Januar dieses Jahres dachten viele noch: »Diese Pandemie in China ist ja weit weg«, doch schnell wurde die Situation auch in Europa ernst. »Ich finde, bereits auf der Dach + Holz Ende Januar in Stuttgart hat man gespürt, dass die Situation angespannt ist«, erzählt Oliver Brandt, Vertriebsleiter Deutschland bei Carlisle. Dass dies eine der letzten Messen war, die in diesem Jahr stattfinden sollte, wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Und schon im März kam dann der erste Lockdown, eine Situation, auf die wohl keiner vorbereitet war. »Wir haben hier bei Carlisle sehr schnell reagiert und sofort Maßnahmen ergriffen. Es wurden Regeln aufgestellt, Homeoffice möglich gemacht und ein Hygiene-Konzept entworfen«, erzählt Brandt. »Das Wichtigste für uns war aber der stetige Kontakt und Austausch mit unseren Mitarbeitern. Gerade im Außendienst standen wir natürlich vor besonderen Herausforderungen. Aber wir haben unsere Teams geschult, ihnen gezeigt, wie der Kontakt zu den Kunden auch in Zeiten von Corona aufrecht- erhalten werden kann und welche Möglichkeiten es gibt, damit die Arbeit zumindest einigermaßen normal weiterlaufen kann.«

Und dieser Plan hat sich ausgezahlt: Carlisle ist deutlich über dem Vorjahresniveau, wird das Jahr vermutlich mit einer Umsatzsteigerung abschließen und ist weiter auf Wachstumskurs. Sowohl Personal als auch Betriebsfläche und Produktionskapazität werden kontinuierlich aufgestockt. Erst vor zwei Jahren entstand im thüringischen Waltershausen ein neues Werk, um weitere Kapazität für die Beschichtung zu schaffen. Im kommenden Jahr wird hier mit dem nächsten Bauabschnitt begonnen, dann wird die Produktion wiederum erweitert sowie auch der Maschinenpark. Insgesamt investiert Carlisle in das neue Werk rund 42 Mio. Euro. Am Hauptsitz in Hamburg wurde ebenfalls erweitert, um auch hier die Kapazität zu erhöhen.

Lockdown dazu genutzt, neue Strategien zu entwickeln

Von Corona glücklicherweise weitestgehend verschont, muss aber auch Carlisle aufgrund dieser Ausnahmesituation neue Strategien entwickeln. »Wir haben die ruhige Phase während des Lockdowns genutzt und intern Schulungen abgehalten, meist digital, und damit unser Team gestärkt.


Teilweise haben wir auch schon damit begonnen, digitales Schulungsmaterial für die externe Kommunikation zu entwickeln«, erläutert Rudolf Bürdek, Leiter Architektenberatung bei Carlisle. »Davon konnten wir bereits in den vergangenen Monaten, besonders aber jetzt während des zweiten Lockdowns profitieren. Dass wir nicht einfach nur gewartet und gehofft haben, dass die Situation wieder besser wird, kommt uns nun zugute.«

Als »Aussteller« bei der digitalen BAU 2021 vom 13. bis 15. Januar mit dabei

Von dieser Taktik profitieren dürfte Carlisle auch hinsichtlich der BAU im Januar 2021. Das Unternehmen hat sich dazu entschieden, auch am rein digitalen Format teilzunehmen und die neuen Produkte und Leistungen zu präsentieren. »Die BAU ist für uns eine wichtige Messe und wir bedauern es sehr, dass eine Präsenzmesse im nächsten Jahr nicht möglich ist. Daher wollen wir zumindest bei der digitalen Alternative mit dabei sein«, verrät Brandt. Das genaue Konzept steht allerdings noch nicht. »Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, einen interessanten digitalen Messeauftritt zu kreieren. Im Fokus steht dabei ganz klar das Erleben der Produkte«, so Bürdek. Dem schließt sich auch Thomas Schneider an: »Eine Messe lebt ja von den Begegnungen, von den persönlichen Kontakten und von dem live Erleben der Produkte. Auch wenn das in 2021 nicht möglich ist, wollen wir dem zumindest so nahe kommen wie möglich. Digital ist ein wichtiges Thema für uns und da wollen wir unbedingt vorn mit dabei sein.« Doch dass das eine Messe nicht ersetzen kann, sind sich alle einig. »Für uns ist der digitale Auftritt eine Ergänzung, er kann den persönlichen Kontakt auf keinen Fall ersetzen«, so Brandt.

Für die BAU hat Carlisle natürlich wieder einige Neuheiten parat, dazu wollte vorab jedoch keiner Genaueres verraten. »Wir möchten die Spannung natürlich nicht vorwegnehmen. Aber ich kann sagen, dass wir zu dieser BAU das Rad nicht neu erfinden werden. Für 2021 haben wir eher an unseren bewährten Produkten und Systemen gefeilt, um sie noch besser zu machen. Die Handwerker dürfen sich also auf noch mehr Effizienz, leichtere Verarbeitung und innovatives Zubehör freuen«, verrät der Vertriebsleiter.

Carlisle kennt seine Kunden und die Bedürfnisse der Handwerker

Insgesamt sehen die drei Experten genau hier den Trend für die Zukunft: »Carlisle zeichnet sich durch die hohe Affinität zum Handwerk aus. Wir wissen, wie das Handwerk tickt und was es braucht. Ganz klar gefordert wird, dass die Produkte noch effizienter werden, dass die Verlegung noch einfacher wird und weniger Fehler möglich sind, dass weniger Mitarbeiter in kürzerer Zeit größere Flächen abdichten können – und genau das ist unser Auftrag und unser Ziel«, erzählt der Leiter der Anwendungstechnik. Neben der Verarbeitung spielen aber noch weitere Faktoren eine Rolle, die nicht nur den Verarbeiter, sondern auch den Endkunden betreffen. »Der Verarbeiter will einlagige Abdichtungen, die gut zu verlegen und sicher sind. Letzteres fordert auch der Endkunde. Ihm ist aber zudem wichtig, dass das Produkt langlebig ist, nachhaltig – und so kommen die Bedürfnisse wieder zusammen, denn insgesamt kommt es auf die Qualität an und hier ist Carlisle sehr stark«, ergänzt Brandt.

Was Carlisle im Markt aber auch so stark macht, ist der perfekte Mix, wie Brandt erläutert: »Wir bieten nicht nur hochwertige Produkte, sondern eine komplette Rundum-Betreuung. Wir haben für jeden Bereich passende Berater – von der Anwendungstechnik bis hin zu den Architekten. Unsere überaus qualifizierten Mitarbeiter beraten den Kunden nicht nur, sie helfen bei der kompletten Projekt-Betreuung, von Planung bis Fertigstellung.« Thomas Schneider ergänzt: »Ich bin ja erst seit gut einem halben Jahr bei Carlisle, aber es hatte auch einen Grund, warum ich in dieses Unternehmen gekommen bin und hierher wollte. Bei Carlisle gibt es einen ganz besonderen Spirit, jeder ist mit Leidenschaft dabei und versucht jeden Tag, sein Bestes zu geben, für das Produkt, für die Kunden und besonders für die Handwerker – und das ist in meinen Augen der Grund für den Erfolg von Carlisle.«

Service wird beim EPDM-Hersteller also großgeschrieben – und damit dieser hohe Standard trotz Wachstum gehalten werden kann, werden auch die Teams stetig erweitert. Insgesamt findet derzeit eine komplette Umstrukturierung des Unternehmens statt. Der gesamte Aufbau wird neu gegliedert. Auch in der Führungsposition gab es einen Wechsel. Zum 1. Oktober hat Georg Harrasser die Nachfolge von Gregor Ellegast als President von Carlisle CM Europe angetreten.

Einigkeit, wenn es um die Pläne für die Zukunft bis 2025 geht

Carlisle ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, die Umsätze konnten jedes Jahr erneut gesteigert werden. Wenn es um die Zukunft und Pläne des Unternehmens geht, sind sich Oliver Brandt, Thomas Schneider und Rudolf Bürdek einig: »In den nächsten fünf Jahren wollen wir mit Carlisle weiter den deutschen Markt erobern, wir wollen weitere Marktanteile gewinnen und noch präsenter auftreten. Wir wollen weiter wachsen und das Portfolio effektiv erweitern. Gerade mit unserem Produkt ›Resitrix‹ wollen wir in den nächsten Jahren ganz an die Spitze.«     J

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