Bei vielen Bauvorhaben wird nach Abschluss der Dachabdichtungsarbeiten eine Dichtheitsprüfung verlangt. Das ist sinnvoll: Der Dachdecker verlässt die Baustelle, danach folgen weitere Gewerke. Leitern und Gerüste werden aufgestellt, Haustechnik und PV-Anlagen werden installiert. Die Dachabdichtung dient häufig als Arbeits- und Lagerfläche. Kommt es im weiteren Verlauf zu Wassereintritten, ist oft der Dachdecker der Erste, der gerufen wird. Viele Schadstellen, die der dann oft eilig herbeigerufene Leckorter lokalisiert, sind jedoch nicht dem Dachdecker, sondern den Folgegewerken zuzuordnen. Für den ausführenden Verarbeitungsbetrieb ist die Dichtheitsprüfung daher eine wichtige Maßnahme zur Qualitätssicherung und Absicherung, um spätere Diskussionen zu vermeiden.
Unterschiedliche Prüfverfahren
Die Dichtheitsprüfung ist heute Stand der Technik. Für sie stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, etwa das Rauchgasverfahren, das Funkenschlagverfahren oder die Wasserprobe. Alle Methoden haben Vor- und Nachteile. Verfahren wie die Wasserprobe verursachen bei Undichtheiten jedoch zusätzliche Schäden durch Wassereintritt in die Dachkonstruktion. Deshalb ist die Wasserprobe laut Polyfin eher nicht zu empfehlen.
Eine der einfachsten und sichersten Methoden ist das Funkenschlagverfahren. Es ist einfach, weil es ohne großen technischen Aufwand auskommt, und sicher, weil im Fall festgestellter Undichtheiten keine Folgeschäden im Dachaufbau entstehen. Leitende Schichten unter der Abdichtung sind für das zuverlässige Funktionieren des Funkenschlagverfahrens essenziell. Andernfalls wäre für eine verlässliche Dichtheitsprüfung ein bereits feuchtes Dachpaket erforderlich. Umgehen lässt sich das durch zusätzlich verlegte leitende Schichten wie Carbonvliese oder Metallgittergelege. Ein innovativer Weg ist eine in die Abdichtungsbahn integrierte leitende Schicht, wie sie bei »e-plax« zum Einsatz kommt.
Sicher dichte Dächer
Auf Basis der bekannten Kaltselbstklebe-Elas-tomerbitumenbahnen wurde die Büsscher-»e-plax«-Technologie entwickelt. Die Abdichtungsbahn ist mit einer hochleitfähigen Schicht ausgestattet und wird dadurch zur Detektions-Abdichtungsbahn. »e-plax« dient dabei als erste Lage der Dachabdichtung. Die Bahn lässt sich wie jede andere Kaltselbstklebebahn verarbeiten.
Mit dem Funkenschlagverfahren lassen sich Leckagen bei Schichtdicken von mehr als 15 mm zu 100 Prozent detektieren. Selbst bei optisch nicht erkennbaren Beschädigungen schlägt der Funkenbesen an. Damit bietet die »e-plax«-Technologie zusätzliche Sicherheit im rauen Baustellenbetrieb. Diese Form der Dichtheitsprüfung kann auf freibewitterten Dächern im Bauablauf beliebig oft durchgeführt werden – und das bei absoluter Trockenheit. Sind weitere Schichten wie Kies oder Substrat aufgebracht, unterstützt die leitende Schicht die Leckortung mit dem Elektroimpulsverfahren (Ringleitung) weiterhin. Durch die leitende Schicht ist es nicht notwendig, einen bereits durchfeuchteten Dachaufbau zu haben. Das führt zu schnelleren und genaueren Ausschlägen, sodass die Leckortung mit der Ringleitung präzisere und raschere Ergebnisse liefert.