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Odenwald Faserplattenwerk: Wie die Wolkenformationen »Cloud« für ein Wohlfühlklima sorgt und die Akustik optimiert

Mit rund 380 Schülern ist die Haupt- und Realschule Birstein die einzige Sekundarstufe-I-Schule innerhalb der Großgemeinde Birstein. Beim Bau der Mensa – deren Speisesaal auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann – sowie der angelegenen Haidefeldschule Birstein-Hettersroth hat sich das ­Architektenbüro HKR bereits in der Planungsphase für das Deckensystem »Cloud« von OWA (Odenwald Faserplattenwerk) entschieden. Die mit der Baudekoration beauftragte Gelnhausener Bauunternehmung Hummel nahm die kreativen Deckenelemente in ihr Angebot zur Ausführung der Deckengestaltung auf.

Das ausgewählte System erfüllte das Anforderungsprofil der Ausschreibung, weil es für die Gestaltung der Mensa-Decke gleich mehrere Vorteile vereint. So hatte HKR die Inneneinrichtung nach Motiven rund um das Schwerpunktthema »Meer« konzipiert. Die aufgefächerten Wolkenformationen »Cloud« integrieren sich in dieses Konzept. Sie steigern zudem das subjektive Wohlfühlklima im Raum.

Lebendiges Deckenbild

Ein weiteres »Cloud«-Highlight ist dessen Lichtgestaltung. Die in der Höhe versetzbaren und sich gegenseitig durchdringenden Lamellen können in Verbindung mit den erhältlichen Leuchten eine Vielzahl unterschiedlicher Lichteffekte erzielen.

Eine wesentliche Anforderung bei der Auswahl der Deckenelemente bildete deren akustisches Verhalten. Eine Räumlichkeit, die zu Stoßzeiten mit siebzig Schülern besetzt ist, muss mit Fokus auf die Akustik geplant werden. Entsprechend früh bezog das Architektenbüro HKR diesen Aspekt in die Raumplanung mit ein.


Wie komplex eine Verbesserung der Akustik in Fällen wie diesem ausfallen kann, zeigen die unterschiedlichen, teils gegenläufigen Anforderungen. So ist der durchgängig hohe Geräuschpegel einer frequentierten Mensa eben nicht nur negativ zu bewerten. Ein Raum wie dieser dient für Schüler, die dort ihre Mahlzeiten einnehmen, auch als Kommunikationsforum. Entsprechend sollten Gespräche in einem Radius von wenigen Metern Entfernung gut und klar verständlich sein. Ganz anders sieht es hingegen bei »hochfrequenten« Geräuschen aus, die vor allem durch klirrendes Geschirr und Besteck erzeugt werden. Hier galt es, den Nachhall so weit wie möglich zu dämpfen.

Ästhetische Ansprüche

Die unterschiedlichen technischen Anforderungen und die ästhetischen Ansprüche an die Raumgestaltung fanden in den Deckenelementen »Cloud« von OWA ihr optimales Pendant. In ihrer Lamellenstruktur bilden sie eine inhaltliche Einheit mit den gestalterischen Vorgaben der Architekten. In ihrer akustischen Wirksamkeit führen die insgesamt 47 an der Decke installierten »Cloud«-Elemente konsequent fort, was die Architekten mit der Holzbauweise und weiteren akustischen Deckensystemen zur Optimierung der Raumakustik als Basispaket vorgesehen hatten.

Mit Absorptionswerten von 0,65 (αw und NRC) fungieren sie als wohldosierte Schallschlucker, zumal ihre akustisch relevante Fläche von 1,30 x 1,30 m durch die vertikale Lamellenstruktur noch erweitert wird. Auch die Montage gestaltet sich einfach. Die vorgefertigten Cloud-Elemente werden in zwei zuvor installierte Grundträger eingehängt und so entsprechend dem vorliegenden Verlegeplan an die Decke angebracht. Beim Aufbau der insgesamt rund 300 m2 umfassenden Deckenfläche nahm die Montage gerade einmal zwei Wochen in Anspruch.   J

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