MGS Oberflächenveredelung: Risssanierung mit komplexer Oberflächenveredelung

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) verpflichtet jedes Unternehmen, eine Verunreinigung von Gewässern zu verhindern. Wo mit wassergefährdenden Substanzen umgegangen wird, müssen sogenannte WHG-Flächen eingebaut werden. Entstehen dort Risse, muss die Fläche wieder verschlossen werden – ein Spezialist für derartige Sanierungen ist die MGS Oberflächenveredelung.

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Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen müssen laut WHG spezielle Vorkehrungen getroffen werden, um eine Gewässerverunreinigung auszuschließen. Wo wassergefährdende Substanzen abgefüllt, umgeladen, aufgefangen oder angenommen werden, müssen zu diesem Zweck sogenannte WHG-Flächen eingebaut werden. Die Oberflächen müssen das Eindringen der Substanzen in den Untergrund wirksam verhindern. Hier ein Fallbeispiel: Als Großhandel für Maler und Bodenleger vertreibt die Firma Wilts unter anderem Lacke und Farben, die unter das Wasserhaushaltsgesetz fallen. Beim Bau des neuen Hauptsitzlagers in Leer musste daher eine Bodenfläche nach dem WHG hergestellt werden.

Bereits kurz nach Einweihung des neuen Lagers (ca. 4 000 m²) wurden die ersten Risse auf der Stahlbetonsohle sichtbar. Ein von der Firma Wilts beauftragter Gutachter, das Büro ibb aus Bramsche, erstellte einen Sanierungsplan sowie ein detailliertes Risskataster, welches Risse mit einer Gesamtlänge von 5 600 m ausweist, die bis zu 0,6 mm breit sind. Damit die Stahlbetonsohle den Anforderungen der unteren Wasserbehörde (WHG) gerecht wird, müssen die Risse vollständig und kraftschlüssig verschlossen werden. Diese Aufgabe ist alles andere als einfach, denn die einzelnen Schritte der Sanierung müssen sehr genau aufeinander abgestimmt sein und während des laufenden Betriebs erfolgen – ein besonderes Projekt für die beteiligten Firmen MGS Oberflächenveredelung und Aquasecure.

Kein Kompletteinbau der Betonsohle

Ein kompletter Aus- und Wiedereinbau der Betonsohle oder das Aufbringen einer WHG- Beschichtung kommen für den Bauherren und den Sachverständigen nicht infrage, da diese Maßnahmen wesentlich kosten- und zeitintensiver sind. Aufgrund des ausgearbeiteten Sanierungskonzeptes erfüllt der Boden jetzt die Anforderungen an eine WHG-Industriesohle. Zudem erfüllt die bearbeitete Fläche einen hohen optischen und mechanischen Anspruch.


Ein Sanierungskonzept in drei Stufen

Um den laufenden Betrieb während der Sanierungsmaßnahmen nicht zu beeinträchtigen, wird die gesamte Fläche in 22 Bauabschnitte eingeteilt, die nacheinander bearbeitet werden. Im ersten Schritt erfolgt die Untergrundvorbereitung im Schleifverfahren durch die Firma MGS Oberflächenveredelung, um alle aufliegenden Trennschichten und Pflegefilme zu entfernen. Sodass die Klebepacker anschließend von der Firma ­Aquasecure gesetzt und fest auf der Oberfläche verklebt werden können. Über diese wird das Verpressmaterial in die Risse gepresst. Die Klebepacker werden in Abständen von ca. 20 – 30 cm aufgeklebt. Dies entspricht den Forderungen der Instandsetzungsrichtlinie bei einer Sohlendicke von bis zu 30 cm. Zwischen den Klebepackern werden die Rissstrecken mit Verdämmmaterial abgeklebt, um ein unkontrolliertes Austreten des Verpressmaterials zu vermeiden.

Material mit 10 bis 50 bar in die Risse gepresst

In einem zweiten Schritt werden die Risse mit »MC-Injekt 1264 TF« der Firma MC-Bauchemie verpresst. Das verwendete Produkt ist speziell für die Anforderungen des WHG ausgelegt und entsprechend zertifiziert und zugelassen. Die Verklebung und Verdämmung erfolgt mit »MC-Adhesive PU solid«, ebenfalls aus dem Hause MC-Bauchemie. Das Verpressmaterial wird von der Firma Aquasecure mit einem Druck zwischen 10 bis 50 bar in die Risse gepresst. Nach der Trocknung des Harzes (ca. 24 Std.) werden die Klebepacker erwärmt und demontiert. Das überschüssige Verpressgut wird von den Rissstrecken grob abgestoßen.

Untergrundschonende Oberflächenveredelung

Nach dem Abstoßen des Verpressgutes erfolgt die Oberflächenoptimierung durch die Firma MGS Oberflächenveredelung im untergrundschonenden Nass-Schleifverfahren mit gerichteten Diamantwerkzeugen. Eventuell vorhandene Poren und Lunker werden in dem Arbeitsprozess punktuell mit einer mineralischen Spachtelmasse gespachtelt.

Zur weiteren Verdichtung des Feinporengefüges wird vor dem abschließenden Feinschliff eine Vergütung mit hohem Feststoffgehalt auf Natriumbasis appliziert. Das Wasserglas zieht in die Oberfläche ein und bildet Calcium-Silikat-Kristalle aus. Die Silikatisierungsmethode ist laut MGS eine saubere und kosteneffiziente Technologie, um kleinste Hohlräume zu verschließen und so die Flüssigkeitsaufnahme zu verhindern. Die hydrophilen silikatischen Schichten bilden eine gute Basis zum Aufbau hochbelastungsfähiger Flächen. Die überschüssige Applikation wird gründlich heruntergereinigt.

So entsteht eine staubreduzierte, reinigungsfreundliche und mechanisch belastbare Betonsohle, die den Anforderungen des WHG entspricht. Ob die Sanierung gemäß dem Sanierungskonzept erfolgreich ausgeführt wurde, wird in verschiedenen Abschnitten mit 30 cm tiefen Bohrkernen überprüft. An den entnommenen Bohrkernen zeigt sich, dass die Risse gemäß den Anforderungen und Vorgaben erfolgreich verschlossen wurden.  J