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Lindab: Rapsöl statt Rohöl

Um Stahl die nötige Korrosionsbeständigkeit zu geben, wird er verzinkt und in der Regel anschließend beschichtet. Mit der anlaufenden Produktion des Lindab Klick-Dachs im dänischen Jels, von wo aus auch der deutsche Markt bedient wird, bietet das skandinavische Unternehmen nun erstmals Stahlprofile mit einer organischen Beschichtung an. Bei dieser wird das Rohöl, welches in konventionellen Lösungsmitteln enthalten ist, zu einem Großteil durch einen nachwachsenden Rohstoff ersetzt: heimisches Rapsöl.

Ressourcenschonung rückt beim Sanieren und Bauen immer mehr in den Fokus. Stahl ist per se ein nachhaltiges Material, ist er im Sinn der Zirkulären Wirtschaft recycelbar. Damit er dauerhaft funktionstüchtig bleibt, wird er zum Schutz vor korrosionsbedingten Schäden verzinkt und beschichtet. Gemäß REACH-Verordnung müssen diese Beschichtungen im Sinne des Umweltschutzes frei von Chrom IV und Blei sein. Doch Lindab geht einen Schritt weiter und setzt auf eine organische Option des schwedischen Stahlproduzenten SSAB.

Alternative aus nachwachsendem Rohstoff

Schon seit den 1970ern arbeitet Lindab mit SSAB. Die patentierte, organische Beschichtung kommt bereits bei den Trapez- und Dachpfannenprofilen sowie Kantteilen von Lindab zum Einsatz. Mit dem Start der Produktion des Klick-Dachs in Jels werden nun dort auch die Produkte für den deutschen Markt mit dieser Beschichtung versehen. »Das fossile Rohöl, das im Lösungsmittel konventioneller Beschichtungen enthalten ist, ersetzt SSAB mehrheitlich durch eine erneuerbare, reaktive Alternative, die aus natürlichem, heimischen Rapsöl gewonnen wird. Mit dem sogenannten Rapsmethylester greift SSAB anstatt auf den endlichen Rohstoff Rohöl auf den nachwachsenden Rohstoff Rapsöl zurück«, erzählt Zeina Lindström, Logistikmanagerin Material & Stahl bei Lindab.


Längere Farbbrillanz

Im Gegensatz zu fossilem Rohöl verdampft das im Lösungsmittel enthaltene Rapsöl nicht im Härteofen, so Lindab. »Zudem werde während des Aushärtungsprozesses weniger umweltbelastendes Kohlendioxid freigesetzt. Stattdessen passiert eine chemische Reaktion und das Element tauscht seine Rolle: Ein Teil des Moleküls wird zur permanenten Farbkomponente«, erklärt Lindström und ergänzt: »Das beschert der Beschichtung einen besseren Glanz und Farberhalt im Vergleich zur herkömmlichen Variante.« Auf die weiteren Materialeigenschaften und die Korrosionsbeständigkeit habe der Einsatz des reaktiven Lösungsmittels aus Rapsöl keinen Einfluss. Die organisch beschichteten Stahlprofile erfüllen gemäß DIN EN ISO 12944 die Korrosionsklasse C4 und eignen sich für die Anwendung im Außenbereich im Binnenland sowie an der Küste mit mäßiger Salzbelastung. Das gilt selbst für Gegenden mit hoher Schwefeldioxidbelastung. Lindab hat in diesem Zusammenhang die Werksgarantie für Produkte mit dieser Beschichtung von 15 auf 20 Jahre ausgedehnt.

Keine Kompromisse mehr

Auch lassen sich die organisch beschichteten Stahlerzeugnisse laut Lindab ebenso gut wie konventionell beschichtete verarbeiten – und das selbst bei niedrigen Temperaturen. Damit stellt das Lindab Klick-Dach sowohl für den privaten Wohnungsbau als auch für den industriellen Hallenbau eine planungssichere Lösung dar, die ressourcen- und umweltschonend hergestellt wird. Und weil die Beschichtung farblich ausgeführt werden kann, sind die Profile in vielen verschiedenen Farbtönen erhältlich. »So müssen Bauherren bei der Bedachung keine Kompromisse zwischen Funktionalität und Design machen«, schließt Zeina Lindström.   J

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