ILD Deutschland GmbH Dichtheitsprüfung, Leckortung und Monitoring am Flachdach

Dichtheitsmanagement ist beim Flachdach ein großes Thema. Schien es bei der Abnahme dicht zu sein, tropft es einige Jahre später unter Photovoltaik, Begrünung oder technischen Aufbauten. Wo die Eintrittsstelle liegt, seit wann Wasser eingedrungen ist und wie weit es sich ausgebreitet hat, bleibt dann häufig unklar. Genau hier zeigt sich laut ILD Deutschland der Unterschied zwischen einem vermeintlich dichten und einem kontrollierbaren Flachdach. Dichtheitsprüfung, Leckortung und Feuchtemonitoring erfüllen unterschiedliche Aufgaben – ihr Zusammenspiel ermöglicht ein umfassendes Dichtheitsmanagement über den gesamten Lebenszyklus.

Pressemitteilung | Lesedauer: min

Eine Dichtheitsprüfung am Flachdach soll möglichst vor der Überbauung zeigen, ob die Abdichtung zum Prüfzeitpunkt frei von relevanten Fehlstellen ist. Sie dient der Qualitätssicherung und schafft eine Grundlage für Abnahme und Dokumentation. Die Leckortung wird erforderlich, wenn Feuchtigkeit festgestellt wurde oder der Verdacht auf eine Undichtigkeit besteht. Ziel ist es, die tatsächliche Eintrittsstelle einzugrenzen. Denn Wasser kann innerhalb des Dachaufbaus seitlich wandern. Die sichtbare Austrittsstelle liegt deshalb oft versetzt. Ein Feuchtemonitoring erfasst Veränderungen an definierten Messpunkten und kann auffällige Feuchteentwicklungen frühzeitig anzeigen. Es ist ein Frühwarnsystem, ersetzt aber weder Dichtheitsprüfung noch Leckortung.

Warum eine einmalige Prüfung nicht ausreicht

Auch eine bei der Abnahme dichte Abdichtung bleibt nicht automatisch über Jahrzehnte unverändert. Nach der Prüfung folgen oft weitere Arbeiten: Photovoltaik, Technik, Begrünung oder Retention werden eingebaut. Später kommen Wartungen und Umbauten hinzu. Monitoring kann wiederum nicht rückwirkend belegen, dass die gesamte Abdichtungsfläche bei der Abnahme fehlerfrei war. Bei Auffälligkeiten müssen Ursache und Ausdehnung bewertet und gegebenenfalls geortet werden.

Voraussetzungen für elektrische Prüfverfahren

Bei elektrischen Prüfverfahren entscheidet nicht allein das Messgerät, sondern der Dachaufbau. Damit eine Fehlstelle elektrisch erkannt werden kann, muss sich dort ein messbarer Stromweg herstellen lassen. Dafür ist unterhalb der Abdichtung eine geeignete Gegenlage oder ein ausreichend leitfähiger Bereich erforderlich. Im feuchten Bestandsdach kann dieser Kontakt unter bestimmten Voraussetzungen über vorhandene Feuchtewege entstehen. Bei einem trockenen Neubauaufbau ist darauf kein Verlass. Soll eine elektrische Dichtheitsprüfung am Flachdach zuverlässig möglich sein, muss eine geeignete leitfähige Schicht bereits in Planung und Ausführung berücksichtigt werden. Nach Fertigstellung lässt sie sich unter einer bestehenden Abdichtung nicht ohne erheblichen Eingriff ergänzen. Elektrische Prüfbarkeit ist deshalb eine Planungsentscheidung.

Kontrollrohre und Sensorik können nachgerüstet werden

Kontrollrohre und Sensorik können auch in bestehenden Dachaufbauten ergänzt werden. Der Aufwand hängt von Zugänglichkeit und Überbauung ab. Bei begrünten, bekiesten oder mit Photovoltaik belegten Dächern können Öffnungen und Rückbauarbeiten erforderlich werden. Die Abgrenzung ist klar: Die leitfähige Schicht muss frühzeitig geplant werden. Kontrollrohre und Sensorik können später ergänzt werden – vorausschauende Planung reduziert jedoch Aufwand und Eingriffe.


Dichtheit über den gesamten Lebenszyklus betrachten

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Nutzung, Zugänglichkeit und Schadenspotenzial ab. Bei Krankenhäusern, Schulen oder Kindergärten, Produktionsgebäuden oder Rechenzentren kann bereits ein kleiner Feuchteeintritt erhebliche Folgen haben. Der Nutzen eines Monitorings liegt nicht darin, jeden Schaden auszuschließen, sondern die Zeit zwischen einer Feuchteveränderung und ihrer Entdeckung zu verkürzen.

Interne Auswertungen von ILD Deutschland aus Prüfeinsätzen seit 2012 zeigen, dass bei mehr als der Hälfte der zur Abnahme untersuchten Flachdächer mindestens eine relevante Fehlstelle festgestellt wurde. Das zeige, wie wichtig eine systematische Dichtheitsprüfung vor der Überbauung ist – solange Korrekturen noch vergleichsweise einfach möglich sind.

Autor: Klaus Burger, ILD Group / ProtectSys GmbH

Mehr unter: www.ild-group.com/monitoring

[14]
Socials