Die Anforderungen an Flachdachkonstruktionen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Neben klassischen Kriterien wie Wärmeschutz und Dauerhaftigkeit spielt heute vor allem eine funktionierende Entwässerung eine zentrale Rolle. Starkregenereignisse und höhere Niederschlagsmengen stellen die Frage in den Fokus, wie Dachflächen das Wasser möglichst schnell und zuverlässig ableiten können. Stehendes Wasser erhöht langfristig das Risiko für Schäden an Abdichtung und Konstruktion.
Eine bewährte Lösung besteht darin, das notwendige Gefälle bereits in der Dämmschicht zu integrieren, heißt es in einer Mitteilung von Iko Insulations. Gefälledämmungen ermöglichen eine gezielte Wasserführung zu Dachabläufen oder Entwässerungsrinnen, ohne dass zusätzliche konstruktive Maßnahmen notwendig sind. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema Gefälledämmung auch in der Praxis von Planern und Dachdeckern zunehmend an Bedeutung.
Erweiterung des »enertherm«-Portfolios
Iko Insulations erweitert sein Dämmstoffprogramm nun um eine entsprechende Lösung. Die neue Gefälledämmung basiert auf den bekannten »enertherm PIR«-Dämmplatten. PIR-Dämmstoffe gelten nach eigenen Angaben im Flachdachbereich als leistungsfähige Lösung, da sie eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisen und damit schlanke Dachaufbauten ermöglichen.
Die Gefälleplatten bestehen aus einem PIR-Hartschaumkern, der beidseitig mit einem gasdichten Aluminium-Mehrschichtenkomplex kaschiert ist. Neben der Dämmfunktion übernehmen die Platten gleichzeitig die Ausbildung des Gefälles. Dadurch lassen sich zwei Funktionen in einer Bauteilschicht kombinieren: Wärmedämmung und individuelle Wasserführung.
Systemlösung für komplexe Dachflächen
Gefälledämmungen bestehen in der Regel nicht nur aus den linearen Gefälledämmplatten. Insbesondere bei größeren Dachflächen oder komplexen Geometrien müssen unterschiedliche Gefällerichtungen berücksichtigt und kombiniert werden. Das neue System umfasst deshalb neben den klassischen Gefälleplatten auch Sonderformate, wie Kehlplatten, die Entwässerungslinien innerhalb der Dachfläche definieren, oder Gratplatten, die Übergänge zwischen Gefällerichtungen strukturieren. Mit diesen Elementen lassen sich auch komplexe Entwässerungskonzepte umsetzen, beispielsweise bei Dachflächen mit mehreren Abläufen oder unterschiedlichen Gefällerichtungen.
In Kombination mit den Bitumen-Dachbahnen von Iko entsteht ein durchgängiges, aufeinander abgestimmtes Dachsystem. Alle Komponenten sind laut Iko optimal kompatibel und ermöglichen eine sichere, effiziente Verarbeitung auf der Baustelle.
Vorteile für Planung und Verarbeitung
Neben der technischen Funktion spielt auch die Verarbeitung auf der Baustelle eine wichtige Rolle. PIR-Dämmplatten sind vergleichsweise leicht und lassen sich daher einfach transportieren und verlegen. Zudem ermöglicht die hohe Dämmleistung der Materialien schlanke Dachaufbauten. Gerade bei Sanierungsprojekten kann dies ein entscheidender Vorteil sein, etwa wenn vorhandene Attikahöhen begrenzt sind. So erreicht die »enertherm Alu Tap« laut Iko bereits mit einer Stärke von 20 mm die WLS 023 und bietet damit eine herausragende Dämmleistung. Mit einer Druckfestigkeit von 175 kPa ist sie zudem hoch belastbar. Für Planer bietet eine systematisch aufgebaute Gefälledämmung laut Iko vor allem eines: Planungssicherheit. Durch klar definierte Gefällerichtungen und abgestimmte Systemkomponenten lässt sich die Dachentwässerung bereits in der Entwurfsphase präzise festlegen.
Mit der Einführung einer eigenen Gefälledämmung reagiert Iko nach eigenen Aussagen auf eine Entwicklung im Markt: Immer häufiger werden Systemlösungen nachgefragt, bei denen Dämmung und Abdichtung aufeinander abgestimmt sind. Für Fachhändler, Dachdecker und Planer kann dies Vorteile in Logistik, Planung und Verarbeitung bringen. Gleichzeitig bleibt die zuverlässige Entwässerung eine der wichtigsten Voraussetzungen für langlebige Flachdächer.