IBC Solar AG PV-Anlagen auf Flachdächern sicher warten

Arbeiten auf dem Dach gehören zu den besonders risikobehafteten Tätigkeiten im Bau- und Elektrohandwerk. Sobald sich Personen im absturzgefährdeten Bereich bewegen, sind geeignete Schutzmaßnahmen zwingend erforderlich. Die Verantwortung liegt sowohl beim Arbeitgeber als auch beim Anlagenbetreiber. Neben der gesetzlichen Pflicht ist eine durchdachte Absturzsicherung die Grundlage für dauerhaft sicheres und effizientes Arbeiten.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: IBC Solar

In Deutschland regeln unter anderem die Arbeitsstättenverordnung, die Betriebssicherheitsverordnung sowie Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung die Anforderungen an den Schutz vor Absturz. Ergänzend gelten europäische Normen für Anschlageinrichtungen und Persönliche Schutzausrüstung. Bereits ab einer Absturzhöhe von mehr als 1 m sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Ein Bereich bis 2 m zur Dachkante gilt ebenfalls als absturzgefährdet und ist entsprechend zu sichern.

Nach DIN 4426 ist der Bauherr verpflichtet, sicherheitstechnische Unterlagen wie Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen bereitzustellen, teilt IBC Solar mit. Ziel ist ein Sicherheitskonzept, das allen beteiligten Gewerken einen sicheren Zugang und Aufenthalt auf dem Dach ermöglicht – insbesondere bei regelmäßig wiederkehrenden Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten.

Systemlösung für PV-Flachdächer

Entwickelt in Zusammenarbeit mit den Arbeitssicherheitsexperten von Preising, steht mit dem »IBC AeroFix Latch«-System von IBC Solar eine speziell für PV-Flachdächer entwickelte Absturzsicherung zur Verfügung.


Kern des Systems ist ein Edelstahl-Drahtseil, das entlang der Dachfläche geführt wird. Ein mobiler Anschlagpunkt – der sogenannte Transfastener – wird mit der Persönlichen Schutzausrüstung verbunden und gleitet kontinuierlich über das Seil. Kurven, Zwischen- und Eckverankerungen können ohne Umhängen passiert werden. Ein integrierter Latch-Mechanismus sorgt dafür, dass der Transfastener an Systemübergängen automatisch einrastet und auch im Sturzfall sicher im System verbleibt. Das System wurde gemäß EN 795:2012 sowie DIN CEN/TS 16415:2017 geprüft und zertifiziert. Es ist für bis zu drei Personen gleichzeitig zugelassen und sowohl als Typ C (Seilsicherungssystem) als auch als Typ E (ballastiertes System) einsetzbar. Die Montage erfolgt ohne Durchdringung der Dachhaut direkt an der Unterkonstruktion der PV-Anlage. Dadurch bleibt die Abdichtung unversehrt, zusätzliche Abdichtungsarbeiten entfallen und das Risiko von Undichtigkeiten wird minimiert. Gleichzeitig entstehen keine Verschattungen der Module, wie sie bei Geländerlösungen auftreten können.

Voraussetzungen und Montage

Voraussetzung ist ein geeignetes PV-Montagesystem – das »IBC AeroFix« – mit mindestens 20 Modulen im Verbund. Die Anlage muss auf einem ebenen, ausreichend tragfähigen Untergrund installiert sein und definierte Anforderungen an Haftreibungskoeffizienten und Gesamtgewicht erfüllen. Verankerungspunkte werden konstruktiv verstärkt. Planung und Installation dürfen ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen. Speziell geschulte und regelmäßig zertifizierte Partner von IBC Solar stellen sicher, dass Montage und Dokumentation den Herstellerangaben und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben entsprechen. Nach Abschluss sind ein Montageprotokoll, Fotodokumentation sowie ein Kennzeichnungsschild am Zugangsweg verpflichtend. Für den Betrieb sind eine Unterweisung der Nutzer, eine jährliche Sichtprüfung durch eine sachkundige Person sowie ein geeignetes Rettungskonzept erforderlich. Auch bestehende Anlagen mit einem »IBC AeroFix«-Montagesystem können nachträglich mit der Absturzsicherung »IBC AeroFix Latch« ausgestattet werden, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Klare Praxisvorteile

Das System bietet eine dauerhafte Integration in die PV-Anlage und vermeidet temporäre Auf- und Abbaukosten von Gerüsten oder mobilen Sicherungslösungen für die Wartung des PV-Systems. Die kontinuierliche Seilführung ermöglicht große Bewegungsfreiheit und erhöht die Effizienz bei Wartungsarbeiten. Attiken oder zusätzliche Haltepunkte sind nicht erforderlich, sofern die konstruktiven Anforderungen erfüllt werden.

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