Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), haben am 21. August gemeinsam mit Stephan Hinrichs, CEO von Holcim Deutschland, sowie den Technologiepartnern Cool Planet Technologies und dem Helmholtz-Zentrum Hereon die neue Testanlage für industrielle CO2-Abscheidung im Zementwerk Höver, Niedersachsen, in Betrieb genommen. Es entsteht eine vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Blaupause für die zukunftsfähige Zementproduktion, die gleichzeitig Arbeitsplätze sichert und dazu skalierbar und wirtschaftlich tragfähig ist. Schon bald sollen damit hier bis zu 10 000 t des Treibhausgases CO2 abgeschieden werden – als einem der ersten Industriestandorte in Deutschland überhaupt.
Die neue Anlage ist Teil der ambitionierten CO2-Dekarbonisierungspläne von Holcim und ein Meilenstein auf dem Weg zur Zementproduktion mit Nahe-null CO2-Emissionen in Höver. Bereits 2022 wurde am Standort im kleineren Maßstab ein erfolgreicher Pilotversuch mit der membranbasierten CO2-Abscheidungstechnologie durchgeführt. Die zugrunde liegende Membrantechnologie wurde am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht entwickelt und von der britischen Firma Cool Planet Technologies in die industrielle Anwendung gebracht. Durch die Installation der neuen, größeren Demonstrationsanlage wird die Technologie nun skaliert.
Das CO2 wird mithilfe spezieller Membranen aus der Abluft getrennt. Die Abscheideanlage ist dem eigentlichen Produktionsprozess nachgeschaltet und ermöglicht damit die Nachrüstung bestehender Zementwerke ohne grundlegende Umbauten. Nach der finalen Ausbaustufe sollen in Höver rund 90 Prozent der jährlich rund 550 000 t CO2-Emissionen abgeschieden, hochrein aufbereitet und perspektivisch industriell nutzbar gemacht werden.