Henke AG Wenn die Gebäudehülle zur Energiequelle wird

Solar-Fassaden galten lange als architektonische Nische. Zu teuer, zu kompliziert, zu wenig ertragreich, so die gängigen Vorbehalte. Doch die Technologie hat sich weiterentwickelt: Dünnschichtmodule lassen sich heute farbig gestalten und nahezu unsichtbar in Fassadenflächen integrieren. Das neue Hallenbad der Stadt Verl in Ostwestfalen zeigt exemplarisch, wie gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) im kommunalen Hochbau funktionieren kann und welche Rolle spezialisierte Fassadenbauunternehmen wie die Firma Henke aus Hagen dabei spielen.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Henke

Das im Frühjahr 2025 eröffnete Hallenbad ist Teil des bislang größten Bauprojekts der Stadt Verl: der Erweiterung der Gesamtschule inklusive eines Veranstaltungszentrums und des Neubaus eines modernen Schwimmbads. Für die Energieversorgung setzte die Kommune bewusst auf eine doppelte Strategie: Eine 80-kWp-Dachanlage ergänzt eine farbige PV-Fassade mit 88 kWp installierter Leistung. Zusammen erzeugen beide Systeme prognostiziert rund 104 MWh Strom pro Jahr. Bei einem geschätzten Jahresverbrauch des Hallenbads von 250 MWh können damit bilanziell rund 41 Prozent des elektrischen Energiebedarfs direkt vor Ort gedeckt werden.

Besonders bemerkenswert: Die Stadt entschied sich bereits 2022 per Ratsbeschluss für die PV-Fassade und verfolgte damit frühzeitig den Ansatz, die Gebäudehülle nicht nur als Wetterschutz, sondern als aktive Energiequelle zu nutzen. Die farbigen Dünnschichtmodule ersetzen dabei herkömmliche Fassadenelemente und fügen sich gestalterisch in die Architektur des Gebäudes ein.


Fassadenbau-Know-how plus elektrotechnische Kompetenz

Die Montage einer Solar-Fassade stellt besondere Anforderungen an das ausführende Unternehmen. Neben dem klassischen Fassadenbau-Know-how – von der Unterkonstruktion über die Hinterlüftung bis zur präzisen Befestigung – erfordert die Integration von PV-Modulen zusätzliche elektrotechnische Kompetenz und ein tiefes Verständnis für die Verschaltung der Module.

In Verl übernahm die Firma Henke aus Hagen diese Aufgabe. Das Familienunternehmen, das seit 1904 auf Dach- und Fassadenbau spezialisiert ist und heute in fünfter Generation geführt wird, montierte zwischen Juli und November 2024 insgesamt rund 750 m² funktionsfähige Solarmodule sowie zusätzlich 50 m² nicht aktive Module an der Fassade des Hallenbads. Sämtliche Module wurden unsichtbar befestigt; ein Verfahren, das höchste Präzision in der Unterkonstruktion verlangt und zugleich für ein ästhetisch geschlossenes Fassadenbild sorgt.

Mit über 150 Mitarbeitern an vier Standorten – Hagen, Berlin, Hamburg und Neumarkt – gehört Henke nach eigenen Angaben zu den leistungsfähigen Fassadenbauern im deutschen Mittelstand. Das Unternehmen vereint die klassische Schnittstelle zwischen Dach und Fassade und verfügt mit der Tochterfirma Henke Solar über eine eigene Photovoltaik-Sparte. Gerade bei Projekten wie in Verl, bei denen Fassadenmontage und Solartechnik Hand in Hand gehen müssen, erweist sich diese Kombination als entscheidender Vorteil in der Projektabwicklung.

Chancen für den Baustoffhandel

Das Projekt in Verl illustriert einen Trend, der für den Baustoffhandel zunehmend relevant wird: Die Gebäudehülle wird zur Energiequelle. Dünnschichtmodule, wie sie hier zum Einsatz kamen, erweitern das Produktportfolio im Fassadensegment und schaffen neue Beratungsanlässe gegenüber Architekten, Planern und kommunalen Bauherren. Wer sich als Fachhändler frühzeitig mit BIPV-Lösungen auseinandersetzt, positioniert sich in einem Marktsegment mit erheblichem Wachstumspotenzial, zumal das derzeit noch gültige GEG und die EU-Gebäuderichtlinie den Druck auf energieeffiziente Neubauten weiter erhöhen.

Entscheidend ist dabei, dass BIPV-Projekte eng verzahnte Kompetenz zwischen Fassadenbau, Elektrotechnik und Architektur erfordern. Unternehmen wie die Firma Henke, die als Systemanbieter Fassadenkompetenz und Solartechnik unter einem Dach vereinen, sind für solche Vorhaben prädestiniert und damit auch ein wertvoller Partner für den Baustoffhandel bei der Projektakquise.

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