Herzstück der Debatte ist der Gebäudetyp-E-Vertrag: Bauherr und Bauunternehmen sollen darin festhalten können, in bestimmten Punkten von bestehenden Standards abzuweichen, solange die bauordnungsrechtlichen Schutzziele eingehalten werden. Weg von aufwendigen Details, hin zu kompakten Grundrissen, robusten Materialien und seriellen Konzepten: So lautet das Versprechen, mit dem Planungs- und Bauprozesse vereinfacht und Kosten gesenkt werden sollen. Genau an dieser Stelle scheiden sich jedoch die Geister. Teile der Bauwirtschaft begrüßen die zusätzlichen Spielräume und sehen im Gebäudetyp E einen wichtigen Schritt hin zu mehr Pragmatismus.
Andere Stimmen aus Branche und Verbraucherschutz warnen vor einem »Bauen light«, bei dem etwa Komfort-, Schall- und Effizienzstandards unter dem Druck der Baukrise aufgeweicht werden könnten – mit Problemen, die schon heute absehbar sind. Vor diesem Hintergrund haben wir sechs Branchenexperten gefragt: Ist der Gebäudetyp E die Chance auf einen sinnvollen Neustart im Wohnungsbau oder ein folgenschwerer Systemwechsel, der mit unnötigen Risiken verbunden ist?