Franken Maxit: Spritzdämmung auf Basis von Mikrohohlglaskugeln für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Baustofftechnologie trifft Bundespräsident: Die spritzbare Dämmung »ecosphere« auf Basis von Mikrohohlglaskugeln brachte dem Forscherteam um Maxit-Entwicklungschef Friedbert Scharfe eine Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis ein. Frank-Walter Steinmeier persönlich verleiht die Auszeichnung, die für herausragende Technik und Innovation »Made in Germany« steht. Dazu zählt nun ganz offiziell auch die neue Baustofftechnologie »ecosphere«, mit deren Hilfe Gebäudedämmung schnell, effizient und ressourcenschonend vonstattengehen soll.

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Vom Labor im fränkischen Azendorf auf die große Bühne in Berlin: Das Forscherteam hinter der spritzbaren Dämmstofftechnologie »ecosphere« ist für den Deutschen Zukunftspreis 2020 nominiert. Hersteller Maxit aus Oberfranken – branchenweit nicht erst seit dem »Mörtelpad« als Innovationsschmiede bekannt – darf sich dabei über die Nominierung seines Forschungschefs Friedbert Scharfe freuen: Der 67-jährige Diplom-Ingenieur war an der Entwicklung der aufspritzbaren Fassadendämmung maßgeblich beteiligt – ebenso wie Prof. Dr. Thorsten Gerdes (55) von der Universität Bayreuth und Dr. Klaus Hintzer (66) vom Unternehmen Dyneon (3M). »Die Entwicklung von ›ecosphere‹ leistet einen echten Beitrag zum Klimaschutz und löst nebenbei viele Probleme bisheriger Dämmsysteme für Fassaden. Wir empfinden die Nominierung als große Ehre und sehen in ihr eine öffentliche Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit«, so Scharfe. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier persönlich vergibt den Preis, mit dem jährlich herausragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Neuerungen sowie solche aus dem IT-Bereich ausgezeichnet werden.

Ökologisch, mineralisch, leicht zu verarbeiten

Bereits auf der Weltleitmesse »BAU 2019« in München stellte Maxit seine neue Dämmstofftechnologie »ecosphere« erstmals dem Fachpublikum vor. Dabei handelt es sich um einen rein mineralischen sowie ressourcenschonenden Baustoff, dessen Dämmwirkung auf mikroskopisch kleinen, teilvakuumierten Hohlglaskugeln – sogenannten »Glass Bubbles« – beruht. Diese können aus unterschiedlichsten Arten von Sand hergestellt werden und wirken somit der globalen Bausandverknappung entgegen.

Der nicht brennbare (A1) Dämmstoff auf Mörtelbasis kann schließlich einfach per Putzmaschine auf jeglichen Untergrund – innen wie außen – aufgebracht werden. Das Material ist direkt aus dem Baustoff-Silo spritzbar und damit nicht nur vollkommen fugenlos, sondern auch einfach zu verarbeiten. Mit einem Wärmeleitwert von 0,04 W/(mK) in der Trockenmasse überzeugt »ecosphere« seitdem als ökologische und bezahlbare Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen.


Zahlreiche Hürden erfolgreich gemeistert

Doch auf dem Weg zum Massenprodukt musste das Forscherteam um Friedbert Scharfe zunächst mehrere Herausforderungen meistern: Um die Ökobilanz der Dämmung zu verbessern, hat Putz- und Mörtelspezialist Maxit etwa eine spezielle Bindemittelrezeptur entwickelt, die sich durch einen niedrigen CO2-Fußabdruck auszeichnet. Zugleich erfüllt sie hohe Anforderungen an Isolationswirkung, mechanische Eigenschaften und Langzeitstabilität. Eine weitere Herausforderung war die Suche nach geeigneten »Glass Bubbles«: Hier konnte Hersteller 3M Kügelchen mit einem optimalen Eigenschaftsprofil entwickeln, die leistungsstark isolieren, den Verarbeitungsprozess nahezu unbeschadet überstehen und zudem im alkalischen Milieu der Bindemittelmatrix nicht zerstört werden. Teil der universitären Forschungsarbeit war unter anderem die Optimierung der Baustoffzusammensetzung sowie der Verarbeitungseigenschaften. So entstand nach und nach eine neue Dämmtechnologie, in der offenbar auch die Zukunftspreisjury ein wirksames Instrument gegen den herrschenden Sanierungsstau sieht.    J