Während der Neubaumarkt stagniert, zeigen die Bereiche Sanierung, Renovierung und Modernisierung (SanReMo), Solar und Gründach positive Tendenzen. Besonders Gründächer gewinnen zunehmend an Bedeutung. Denn Flachdächer entwickeln sich von reinen Schutzflächen zu multifunktionalen und nachhaltigen Nutzräumen. Damit einher gehen steigende Anforderungen an moderne Flachdächer – etwa bei Entwässerung, Wärmeschutz oder der Anpassung an klimatische Veränderungen. Diese erfordern eine präzise Planung und spezielle Lösungen.
Gründächer als nachhaltige Lösung
Gründächer sind heute aus der Dachlandschaft nicht mehr wegzudenken. Denn unbegrünte Dächer heizen sich an sonnigen Tagen aufgrund der oft dunklen Oberflächen stark auf. Dabei wird viel Wärme abgestrahlt und die Umgebung zusätzlich aufgeheizt, was sich insbesondere in Innenstädten bemerkbar macht. Die Flachdachoberflächen können Temperaturen von über 80 Grad Celsius erreichen und geben diese Wärmeenergie zudem über die Bauteilschichten in das Gebäudeinnere ab. Hier erwärmen sich die Räumlichkeiten und müssen entsprechend – beispielsweise über Klimaanlagen – heruntergekühlt werden. Auch die Abwärme dieser Anlagen beeinflusst die Umgebung der Gebäude negativ. Ein funktionierendes Gründach trägt durch Verdunstungskühlung und Verschattung der dunklen Dachflächen dazu bei, diese unerwünschten Hitzequellen zu reduzieren. Zusätzlich können dadurch Treibhausgasemissionen reduziert werden.
Extensive und intensive Begrünung
Gründächer lassen sich nach ihrem unterschiedlichen Aufbau differenzieren. Unterteilt werden sie in extensiv und intensiv begrünte Flachdächer. Diese können auf Kalt-, Warm- und Umkehrdächern aufgebaut werden, sofern die Tragfähigkeit für die zusätzlichen Lasten nachgewiesen wird. Extensiv begrünte Flachdächer findet man häufig auf Garagen, Wohnhäusern oder gewerblichen Dächern. Sie bestehen aus einer dünnen Substratschicht, die auf einer zusätzlichen Drainagematte oder auf Schutzvliesen aufliegt. Auf dem Substrat werden Vegetationsmatten verlegt, die ausschließlich kleinwüchsige Pflanzen beinhalten. Bewässerungssysteme sind hier meist nicht vorgesehen.
Intensiv begrünte Flachdächer werden für große Pflanzen oder Dachgärten genutzt. Damit diese ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt sind, werden die Schichtaufbauten an die Größe der Pflanzen angepasst und gestaltet. Passive und aktive Bewässerungslösungen gewährleisten bei intensiv begrünten Flachdächern, dass diese Flächen nicht zu stark austrocknen. Zu den passiven Systemen gehören Wasserspeicherelemente, die unter der Substratschicht angeordnet sind, um Regenwasser zurückzuhalten. Diese können zusätzlich mit Retentionslösungen kombiniert werden, die das Regenwasser bis zu einem vorgegebenen Speicherniveau zurückhalten und überschüssiges Wasser gedrosselt ableiten.
Durchdachte Lösungen für Retentionsdächer
Vorhandene Flachdachabläufe lassen sich in der Regel zu Retentionsabläufen umbauen. Dazu hat Fleck Retentionsdrosseln und -boxen im Sortiment. Diese sind passend zu den Abläufen und den erforderlichen Ablaufleistungen konzipiert. Um ein möglichst effektives Wasserreservoir gewährleisten zu können, werden die Einlauföffnungen der Retentionsdrosseln entweder entsprechend höher platziert oder die Abläufe auf ein etwas höheres Niveau als die Dachfläche eingebaut. Das Regenwasser wird dadurch über längere Perioden zurückgehalten und langsam durch Pflanzen und Verdunstung verbraucht.
Auch das Thema Starkregenereignisse gilt es bei Gründächern mit Retention besonders zu beachten. Da Regenwasser bei Stark- und Jahrhundertregenereignissen auf Gründächern nur verzögert abfließen kann, steigt die Gefahr, dass Dächer zu stark angestaut werden. Dies birgt statische Risiken. Den Notüberläufen kommt hier deshalb eine höhere Bedeutung zu. Gründächer mit Retention sollten in der Lage sein, Regenereignisse zu entwässern. Die Fleck-Flachdach-Rechteck-Notüberläufe »Gigant« und »Big« bieten daher eine Entwässerungsleistung von bis zu 30 l/s. Die Einbauhöhe der Notüberläufe, die über bis zu einen Meter breite Einlaufbereiche verfügen, wird durch die Tragfähigkeit des Daches vorgegeben. Bei einer Tragfähigkeit von 1 kN/m² (100 kg/m²) kann beispielsweise maximal bis zu einer Überflutungshöhe von circa 100 mm angestaut werden. Der Notüberlauf entwässert dann ab einer Höhe von 60 mm bei 40 mm Wassersäule (Druckhöhe) im Ablauf.
Zusätzlicher Schutz mit Universalkiesfang
Bei der Freispiegelentwässerung von Flachdächern spielen begrünte Bereiche eine entscheidende Rolle, denn sie verzögern die Ablaufmengen. Somit tragen sie dazu bei, dass die Ablaufleistung der vorhandenen Abläufe auch bei Starkregenereignissen ausreicht. Allerdings können Gründächer auch für verstärkte Ablagerungen von organischem Material im Bereich der Schutzvorrichtungen der Abläufe verantwortlich sein. Deshalb sollte dafür gesorgt werden, dass die vorhandenen Flachdachabläufe und Gullys ihre Entwässerungsleistung nicht verlieren. Neben einer regelmäßigen Überprüfung und Wartung erfordern besonders Retentionsdächer große Sorgfalt, da deren Entwässerungsöffnungen oftmals klein ausfallen und sich schneller zusetzen. Deshalb werden für diese Dächer Wartungsintervalle im Quartalsrhythmus empfohlen. Das Risiko lässt sich durch zusätzliche Schutzvorrichtungen um die Abläufe wie den Fleck-Flachdach-Universalkiesfang »Ringo« minimieren. Er hält Kies und Wurzeln weiträumig zurück. Zudem ist dieser auf den gewünschten Durchmesser einstellbar.
Effiziente Belüftungslösung
Mit zunehmender Aufbauhöhe der Schichten in intensiv begrünten Flachdächern wächst auch die Notwendigkeit, das Flachdachzubehör entsprechend anzupassen. Ab Schichtaufbauten von mehr als 50 cm bieten die Fleck-Gründachlüfter »Classic« und »Max« eine passende Lösung. Diese Lüfter sorgen für eine effiziente Belüftung, da sie mit Längen von bis zu einem Meter erhältlich sind, sodass die Mündungsöffnung mindestens 15 cm über der obersten Auflageebene liegt. Sie werden doppelwandig und mit Dämmung produziert, um den Effekt der Wasserkondensation im Lüfterrohr zu vermeiden.
Umfangreiches Sortiment für Durchführungen
Für die Durchführung von Kabelsträngen oder mehreren Leitungen durch das Dach ist der Fleck-Flachdach-Schwanenhals mit Klappelement eine geeignete Lösung. Dieser Schwanenhals mit einem Durchmesser von bis zu 300 mm wurde speziell für nachgelagerte Dacharbeiten durch andere Gewerke wie Elektroinstallation oder Sanitär- und Heizungsarbeiten entwickelt. Das Klappelement erleichtert die Durchführung starrer Leitungen und Kabel. Diese werden im Kopfbereich abgeknickt und die Klappe wieder geschlossen. Für sonstige Durchdringungen im Bereich der extensiven Gründachflächen eignet sich »Schrumpfi-XL« von Fleck. Der Flachdachdurchgang wird mit verlängertem Schaft bis 30 cm angeboten und ist mit einem mit Schmelzkleber beschichteten Schrumpfschlauch ausgestattet. Einzelkabel, -rohre oder einzelne Metallteile lassen sich damit sicher durch die Dachfläche führen.
Erweiterte Beratung
Die Website von Fleck informiert unter der Rubrik »FAQs« über den aktuellen Stand der Gründachpflicht und das passende Sortiment für Projekte. Fleck ist zudem seit dem 1. Januar 2026 Mitglied im Bundesverband GebäudeGrün (BuGG), dessen Ziel eine grünere Gestaltung von Städten ist. Referenten des BuGG sind Teil der Fleck-Akademie und unterstützen die Gründachseminare mit ihrem Know-how.