Mit dem Projekt »Holz-Rotonda« im niedersächsischen Rotenburg zeigen Wirth Architekten eine anspruchsvolle Neuinterpretation des klassischen Pavillons. Der Entwurf zeichnet sich durch eine klare geometrische Schichtung aus: Ein kompakter, massiver Erdgeschosskern trägt ein weit auskragendes, rechteckiges Obergeschoss, das scheinbar schwerelos auf filigranen Stahlstützen schwebt. Durch diesen konstruktiven Kunstgriff entsteht im Erdgeschoss ein geschützter, fließender Übergang zwischen Innenraum und dem umliegenden Garten.
Lebendige Wellenstruktur
Das gestalterische Thema der Reduktion und Einheitlichkeit setzt sich konsequent in der Materialität der Gebäudehülle fort. Das gesamte Obergeschoss sowie das flach geneigte Zeltdach mit zentralem Oberlicht sind nahtlos in eine monolithisch wirkende Haut aus unbeschichteten Eternit-Wellplatten im »Profil 5« gehüllt. Die vertikal ausgerichtete Wellenstruktur verleiht dem geometrischen Solitär eine feine Rhythmisierung. Je nach Tageslicht und Wolkenzug changiert der helle, unbeschichtete Faserzement in feinen Graunuancen und lässt das starre Volumen überraschend leicht und lebendig wirken.
Die großformatigen Wellplatten mit einer Länge von bis zu 3 100 mm ermöglichen eine präzise, vertikale Verlegung mit minimalem Fugenbild. Sämtliche Details, wie die markant ausgebildeten Trauf- und Firstpunkte, wurden handwerklich perfekt gelöst, sodass die wellenförmige Textur fließend von der Fassade in die Dachfläche übergeht. Faserzement erweist sich hier als ideale Wahl: Er ist langlebig, alterungsfähig und schützt die dahinterliegende Holzkonstruktion dauerhaft und wartungsfrei.