Das Dach

Dachsanierung mit Bitumenschindeln

Im Frühjahr 2011 wurde Andreas Schiller, Fachberater bei IKO Dachschindelnvertrieb von der Firma Gaigher & Penn in München gebeten, an einer Bauberatung zur Dachsanierung eines Wohngebäudes in der Nähe des Starnberger Sees teilzunehmen. Neben dem Bauherrn nahmen ein Dachdeckermeister und ein Fachberater der Firma Bauder teil.

Es ging um die Sanierung eines 29 Jahre alten Schindeldaches mit einer Fläche von etwa 400 m².

Das Dach war stellenweise undicht geworden, die Schindeln wiesen bereits deutliche Alterungsspuren sowie Beschädigungen durch die verwendeten Tackerklammern auf und die Dämmung entsprach in keiner Weise den heutigen Anforderungen.

Die Aufgabe bestand darin, ein Konzept zu entwickeln, das folgende Aspekte berücksichtigt:


  • neue Dachdeckung mit hochwertigen Bitumenschindeln,

  • die Höhe das Dachaufbaus darf nicht wesentlich verändert werden,

  • die Gauben sind mit weiteren Glasflächen zu versehen,

  • die Dämmung muss den heutigen Bestimmungen und dem aktuellen Stand der Technik entsprechen


Der Dachaufbau mit Hinterlüftung der Schalung hätte schon 2 cm Höhe zusätzlich in Anspruch genommen. Dazu hätten Lüfter in die Fläche und den First eingebaut werden müssen. Das entsprach so nicht den Vorstellungen des Bauherrn.

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So kam man objektbezogen zu der Entscheidung, eine Vollsparrendämmung in Verbindung mit Polymerbitumenschindeln (APP) als Oberlage einzusetzen. Durch die Eigenschaften der Monarch-Schindeln von IKO werden Temperaturänderungen und damit verbundenes Dehnverhalten problemlos aufgenommen. Die Höhe des Dachaufbaus bleibt trotz deutlich besserer Dämmwerte im Wesentlichen erhalten. Die vorhandene Schindeldeckung wurde entfernt, Schalung und alte Dämmung ausgebaut und entsorgt.

Der Dachaufbau besteht jetzt aus Heralan TP 40-5, WLG 035 (Steinwolle-Trittschalldämmung), BauderPIR MDE 142 mm, Oberseite 22 mm Holzwerkstoffplatte, Dämmkern Polyurethan-Hartschaum (PIR), WLG 024, IKO-Vordeckbahn Armourbase-Pro und IKO Monarch (Polymerbitumen-Rechteckschindel).

Von der Traufe zum First


Beim Umbau des Daches wurde eine Seite nach der anderen und, wie bei Bitumenschindeln üblich, von der Traufe zum First gedeckt. Besondere Schwierigkeiten bereitete die Anbindung der vergrößerten Glasgaube an die Dachflächen. Gerade bei stärkeren Niederschlägen wäre ein seitliches Einregnen zu befürchten, da hier erhebliche Wassermengen anfallen und abgeleitet werden müssen.

Ein erhöhtes Stehfalzblech fungiert hier als Ablaufrinne und gleichzeitiger Anschluss an die angrenzende Dachfläche. First und Grate wurden mit Bitumenschindeln ausgeführt, Orte und Kehlen mit Kupferblech. Im Verlauf der Arbeiten zeigte sich, dass bei diesem Dach mit seinen vielen Gauben die Verwendung von Bitumenschindeln die richtige Entscheidung war. Alle Formteile wie Firste und Grate lassen sich aus den Schindeln schneiden. Gerade bei den sich in Richtung First verjüngenden Dachflächen ist man mit Schindeln in der Ausführung sehr flexibel.

Die Deckung von Wohnhäusern mit Bitumenschindeln sichern eine schöne und witterungsbeständige Dachdeckung. Mit der Auswahl der passenden Farbe und Form wird das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes unterstrichen. Durch das geringe Flächengewicht werden an die Statik keine besonderen Anforderungen gestellt.

»An diesem Projekt kann man sehen, dass auch für hochwertige Gebäude die Deckung des Daches mit Bitumenschindeln eine interessante Möglichkeit darstellt, die viele Gestaltungsräume öffnet«, so das Fazit von Andreas Schiller.

 

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