Aktuelles Außenanlagen Gestaltung & Technik

Bundesqualitätsgemeinschaft Flüssigböden verleiht Qualitätszeichen

An Baugrungen fallen jährlich riesige Mengen an Aushub an. Je nach Material kann er unterschiedlich verwendet werden. Ist er kontaminiert, muss er entweder gereinigt oder in speziellen Deponien entsorgt werden. Da Deponien knapper werden, rückt das Thema Bodenaufbereitung immer weiter in den Fokus. Ein noch recht neues Produkt in diesem Segment ist der Flüssigboden. Hierunter versteht man zeitweise fließfähige, selbstverdichtende Verfüllbaustoffe (ZFSV) auf Basis von aufbereitetem Erdaushub, geprüften Recyclingbaustoffen oder natürlichen bzw. aufbereiteten Sand-Kies-Gemischen unter Zugabe definierter Additive und Wasser. Um diesen bisher noch nicht genormten Baustoff mit einer transparenten Qualitätssicherung am Markt zu platzieren, hat sich seit 2010 die Bundesqualitätsgemeinschaft Flüssigböden e. V. (BQF) das Ziel gesetzt, Richtlinien für diese Qualitätssicherung zu definieren und deren Umsetzung in der Praxis sicherzustellen.

Gemeinsames Ziel der Mitglieder der BQF sind transparente Qualitätsrichtlinien zur Sicherung der Qualität des Baustoffs Flüssigboden. Demnach kann jeder Hersteller von Flüssigböden das Qualitätszeichen »Qualitätsgesicherter Flüssigboden« erhalten, sofern er zuvor das Zertifizierungsprozedere der BQF durchlaufen hat. Es wird durch die ZertBAU GmbH als DAkkS-akkreditiertes Unternehmen kontrolliert und schließt die Qualitätssicherung vom Ausgangsstoff bis zum eingebauten Flüssigboden ein. Unter den jüngsten Erwerbern dieses Qualitätszeichens ist das Unternehmen Erdbau Kuhn aus Kirchhardt.

Seit mehr als 40 Jahren ist das Unternehmen Erdbau Kuhn im Großraum Heilbronn u. a. in den Bereichen Erdbau, Baustoffrecycling und Altlastensanierung tätig. Anfang 2019 entschied sich Geschäftsführer Uwe Kuhn zur Investition in eine mobile Dosieranlage zur Herstellung von Flüssigboden. »Auf vielen Baustellen reicht einfach der Platz nicht aus, um Aushub in größeren Mengen zu lagern«, erklärt Kuhn. »Deshalb haben wir jahrelang Erdreich von Baustellen wegtransportiert, an anderer Stelle zwischengelagert, später dort oder an anderer Stelle wieder eingebracht oder auf Deponien gefahren. Mit unserer neuen mobilen Dosieranlage sind wir in der Lage, den Aushub vor Ort als Flüssigboden aufzubereiten.«


Ein weiterer Vorteil von Flüssigböden ergebe sich aus seinen Eigenschaften: Durch seine temporäre Fließfähigkeit und die gute Selbstverdichtung würden Flüssigböden eine wirtschaftliche und sichere Alternative zur konventionellen Ver- oder Hinterfüllung von Gruben, Gräben oder Schächten mit Füllboden geben. Hierzu Uwe Kuhn: »Das Material ist zudem setzungsfrei, denn es verdichtet im Gegenteil zu Schotter sehr kompakt. Deshalb kann ich mir beim Einsatz von Flüssigböden eine Nachverdichtung sparen. Gerade im Kanalbau bietet das einen großen Vorteil, da Rohre so nicht durch eine Verdichtung beschädigt werden. Auch der Platzbedarf für größeres Verdichtungsgerät entfällt damit.«

BQF-Qualitätszeichen definiert Produktstandard

Mit dem Start der Produktion von Flüssigboden fiel auch die Entscheidung für eine Mitgliedschaft in der BQF. »Für eine erfolgreiche Vermarktung dieses noch recht neuen ungenormten Produktes war es für uns wichtig, einen Produktstandard zu definieren. Diesen erhalten wir durch das Qualitätszeichen, das wir im September 2019 durch die BQF verliehen bekommen haben.«    J

Nach oben
facebook Instagram twitter LinkedIn